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Tagung in der Begegnungsstätte in Lietzen zum Thema Geodätische Kuppeln. Der Theorie schlossen sich spannende praktische Übungen an.

Workshop
Lieber rund als eckig

Heike Mildner / 14.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 14.05.2019, 09:38
Lietzen (MOZ) Einer wollte ein Gewächshaus in Kuppelform für den Garten, ein anderer einen besonderen Meditationsplatz, der Dritte einen Kuppelbauprojekt mit Kindern. Die rund 30 Teilnehmer an der Tagung "Geodätische Kuppeln" waren aus Märkisch-Oderland, Frankfurt, Fürstenwalde und auch aus Berlin in die Kulturmühle Lietzen gekommen. Inga Brandt und Jörg Oehley vom Verein SocialArt hatten die Tagung vorbereitet, die nicht nur Theorie, sondern auch handfeste Praxis in Form eines Kuppelbaus aus Lattenrosten versprach.

Erste Bauversuche in Spanien

Die Teilnahme war dank Förderung durch ELER Brandenburg kostenfrei, Corinthe Petersik vom Café Landei im Mün­cheberger Ortsteil Obersdorf sorgte für delikate kulinarische Angebote – ein Tag wie ein Geschenk, ganz ohne Geburtstag. Benno Zindel aus Potsdam servierte ein erstes Stück Theorie.

Die Kuppel als Hütte/Iglu und nach der Wende zum rechten Winkel als Element sakraler Bauten, das als einziges große Flächen frei von Stützen zu überdachen vermag.

Das Zauberwort "geodätisch" bezeichnet eine Kuppel, die aus Dreiecken zusammengesetzt ist. Auf einer Fläche wären es gleichseitige Dreiecke. Die räumliche Wölbung der Kuppel bewirkt eine Abweichung der Seitenlängen, was die Sache komplizierter macht. So wurde die Kuppel am Nachmittag aus Leisten gebaut, deren Bohrlöcher für die Verschraubung genau 61,3 cm, 71,1 cm und 72,7 cm voneinander entfernt waren und die nach einem bestimmten Muster angeordnet werden müssen, damit es am Ende wirklich eine runde Sache wird.

Für die Berechnung stehen heute glücklicherweise Seiten und Modelle im Internet zur Verfügung. Dort finden Interessierte auch eine Menge Material zu Richard Buckminster Fuller (1895–1983), einem Pionier der geodätischen Kuppelbaus. Von seiner "Biosphère", dem amerikanischen Pavillon auf der Expo 1967 in Montreal, ließ sich die Hippie-Szene der 60er zu eigenen Bauten animieren. Nicht nur in den USA. Marco Hintze, der heute mit Benno Zindel Kuppeln gewerblich konstruiert, machte seine ersten Bauversuche in einer Kommune in Südspanien.

Probleme mit dem Baurecht

Ein Problem beim Kuppelbau in unseren Breiten ist das Material für die Abdeckung. Nach Experimenten mit Baumwollstoff, Teichfolie, Abdeckplanen, Strechfolie, LKW-Plane nutzen Zindel und Hintze heute für ihre Bauten verschweißte PVC-Folie, die vollständig recyclebar ist.

Stephan Troll vom Kinderring Berlin berichtete von seinen Erfahrungen beim Kuppelbau mit Kindern und Jugendlichen. Acht Stück habe er schon gebaut, bei vier habe es Probleme mit dem Baurecht gegeben, bemerkt er lakonisch. Abstand zum Nachbarn, Traufhöhe, Sicherheit – es gäbe einiges schon im Vorfeld zu beachten, und die Vorschriften seien von Bundesland zu Bundesland verschieden. Bis 50 m3 Raum gehe es in Brandenburg ohne Baugenehmigung wirft Inga Brandt ein.

Modell aus Lattenrosten

Mancher der Anwesenden hat schon seine Erfahrungen gemacht, wird deutlich. Es ist eine lockere Runde, eine angenehme Form der Wissensvermittlung und des Erfahrungsaustausches. Stephan Troll spricht so lebendig über seine Experimente mit verschiedenen Materialien, von kindgerechter Vermittlung über Fußbälle und Modelle und von Gefahren, die von Heißluftpistolen, Akkuschraubern und kindlichen Kletterbedürfnissen ausgehen können, dass man immer mehr Lust bekommt, nun endlich auch praktisch loszulegen.

Das geschieht dann unter Anleitung von André Holstein von der Macherburg des Vereins Grünstreifen in Magdeburg. Der Tüftler hat glücklicherweise die Lattenrost-Elemente, aus denen am Nachmittag zwei Kuppeln zusammengeschraubt werden, schon auf Maß gesägt und die Löcher für die Verbindungsschrauben gebohrt hat. Mit ein paar Hinweisen seinerseits und vielen zupackenden Händen ist die Arbeit schnell getan. Die Kuppeln bleiben stehn und werden beim Umwelttheaterfestival in der Kulturmühle am 15./16. Juni fantasievoll zum Einsatz kommen.

Info:www.socialart.eu

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