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Der Frankfurter Fotograf, der viele Jahrzehnte in Seelow arbeitete, zeigt im Friedersdorfer Kunstspeicher Tier- und Landschaftsaufnahmen.

Fotokunst
Leidenschaft für Augenblicke

Doris Steinkraus / 15.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 15.05.2019, 09:44
Friedersdorf (MOZ) Zu jedem Bild hat Winfried Mausolf auch eine Geschichte. Zehn Fotografien von Landschaften und zehn von Tieren der Region können Gäste des Friedersdorfer Kunstspeichers derzeit bestaunen.

Der Frankfurter zeigt auf den beeindruckenden Schnappschuss des Turmfalken, der seine Jungen füttert. "Dafür habe ich einige Stunden ausgeharrt, bin zweimal nach Falkenhagen gefahren", erzählt der Profi. Eine Falkenhagenerin hatte ihm von dem Nest im Mauerwerk des alten Speichers mitten im Dorf erzählt. Auch wenn der Fotografenmeister gewaltige Objektive im Gepäck hat – ohne Geduld gelingen ihm solche Aufnahmen nicht. "Aber das ist es, was die Sache so spannend macht, den einen Augenblick zu erwischen", sagt der Mann, der von seiner Leidenschaft nicht lassen kann.

Enge Bindung zu Seelow

In der Seelower Region ist er der älteren Generation noch gut bekannt. Jeder, der zu DDR-Zeiten ein Passbild, ein Freundschaftsbild oder andere besondere Fotos wollte, saß irgendwann mal bei ihm in der Baracke in Seelow, wo sich heute der Busbahnhof befindet. Von 1964 bis 1989 leitete er das HO-Fotostudio. Doch schon immer wollte er in die Selbstständigkeit. Erst im April 1989 wurde die ihm endlich genehmigt. Er richtete sich in Frankfurt sein Studio ein. Gebrochen hat er jedoch mit der Seelower Region nie. Immer wieder ist erhier unterwegs. "Weil es immer wieder Neues gibt", sagt er bestimmt.

Angler erzählten ihm, wie verzaubernd Morgenstunden mit Nebel auf Gewässern seien. Das wollte er selbst testen. Einige seiner neblig-mystischen Bilder sind im Gasthaus des Speichers zu sehen. Fast alle Bilder sind im Oderland entstanden, auch das mit den zwei Bachen und ihren 17 Frischlingen, die in aller Seelenruhe an Mutters Milchtankstelle zapfen. "Das war nur möglich, weil mich Dr. Lothar Pohl aus Falkenhagen mit auf seinen Hochstand genommen hat", weiß er noch ganz genau. Nie könnte man sich sonst Bachen mit Frischlingen so nähern.

Winfried Mausolf ist ein kommunikativer Mensch. Viele kennen  ihn, geben auch mal Motiv-Tipps. Wie sein Nachbar in Klingethal. "Der erzählte  mir, dass in unserer kleinen Klinge ein Fischotter unterwegs sei. Ich wollte das gar nicht glauben, haben mich auf die Lauer gelegt." Der Nachbar hatte Recht und der Fischotter sei nicht mal scheu gewesen, habe sich in allen Posen ablichten lassen. Es sei nur ein kurzer Auftritt gewesen, denn der Otter war vor Ort, weil ein Biber so viel Wasser angestaut hatte, ein kleiner See entstanden war. Für Mausolf sind die Ausflüge in die Natur immer auch ein Ausgleich. Denn der umtriebige Rentner ist noch immer auf vielen Sport-Events präsent. Er fotografiert Boxkämpfe ebenso wie Fußballbundesligaspiele oder Radmeisterschaften.

Lobeshymne für den Speicher

Immer geht es bei solchen Sport-Events hoch her, weil alle Fotografen nach dem ganz besonderen Schnappschuss gieren und auch mal mit Ellenbogen gearbeitet wird. In der Natur streift Mausolf all das ab. Seine Bilder sind immer auch eine Liebeserklärung an seine Heimatregion, zu der für ihn auch das Oderland gehört. Wilfried Mausolfs Jahresfotokalender sind mittlerweile ein Muss in Frankfurt. Er unterstützt damit als Mitglied des Lions-Clubs auch gemeinnützige Projekte. Unzählige Bildbände hat er mit bleibenden Aufnahmen geprägt. Seit 1995 gestaltet er Ausstellungen, nicht nur immer wieder in Frankfurt, sondern auch in Potsdam, Slubice, Stuttgart, Bonn oder Witebsk. Nun also im Kunstspeicher Friedersdorf. Einen Ort, den er auch ganz privat sehr mag. Nirgendwo in Frankfurt würde man jederzeit so herzliche und freundliche Mitarbeiter treffen, schwärmt er. So oft es geht, kehrt er mit seiner Familie im Speicher ein, freut sich, nun mit seinen Bildern das Ambiente zu bereichern.

www.mausolf-fotodesign.de

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