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Für Landrat Gernot Schmidt ist die Schau im Schul- und Bethaus Altlangsow das Beste, was dem Förderverein passieren konnte.

Spitzenkunst
Ein Hauch Alte Meister in der Kunst-Kate

"Frühstück im Grünen": So hat Ernst Burmeister (r.) seine Skulptur genannt. Neben ihm Künstlerin McLovla.
"Frühstück im Grünen": So hat Ernst Burmeister (r.) seine Skulptur genannt. Neben ihm Künstlerin McLovla. © Foto: Johann Müller
Ines Weber-Rath / 15.05.2019, 07:30 Uhr
Altlangsow (MOZ) Der hölzerne Umhang, den Ernst Baumeisters Madonna Dia trägt, scheint gehäkelt. Und die Stillleben erinnern an die holländische Schule der Alten Meister. Vor allem, was das Spiel mit Licht und Schatten betrifft. Dass es sich bei den meisten Arbeiten von Künstlerin McLovla im Schul- und Bethaus Altlangsow um Fotografien handelt, mag man auf den ersten Blick kaum glauben.

Die Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel "Und weil das Beste selbst zerfällt" sei "das Beste, was uns in diesem Frühling passieren konnte", stellte Landrat Gernot Schmidt fest. Er hatte diesmal die Rolle des Laudators übernommen. Zur Ausstellungseröffnung begrüßte Petra Schramm vom gastgebenden Förderverein des Schul- und Bethauses ungewöhnlich viele kunstinteressierte Besucher aus Berlin und dem Oderland.

Hoher Anspruch in der Dorfkate

Die auf den ersten Blick erkennbare hohe Qualität der Arbeiten der beiden Berliner Künstler stehe für den Anspruch "unserer Dorfkate", wie Schmidt das Schinkelsche Schul- und Bethaus in seinem Heimatdorf nannte.

Die in verschiedenen Stadien ihres Verwelkens von McLovla auf die Linse gebannten Tulpen strömen einen unglaublichen Charme des Morbiden aus. Es braucht ein hohes Maß an fotografischem Können, Stillleben so in Szene zu setzen, dass sogar das trübe Wasser in der Glasvase auszumachen ist. Nachbearbeitet sei an ihren Fotos nichts, versichert die Künstlerin, die neben den Fotos auch Ölbilder ausstellt.

Die Schönheit und Poesie der Fotos und Bilder löse eine Freude aus, die fast weh tut, sagte der Laudator. Unter Ernst Baumeisters Händen nehme Holz eine neue Daseinsform an, stellte Gernot Schmidt weiter fest. Wie bei der Madonna hat der Holzbildhauer auch anderen seiner Skulpturen mit der Fräse eine neue, wie verwundete Haut gegeben.

Berühren wirkt therapeutisch

Die sinnlichen Formen des weichen Holzes zu berühren, habe therapeutische Wirkung, so der Landrat, der von einer "Orgie des Lichtes und der Oberfläche" schwärmte. Das vorsichtige Berühren der Skulpturen hat der Künstler erlaubt. In der Schau fehlt es nicht an humorigen Elementen. So hat Ernst Baumeister seinem auf dem Kopf stehenden, gespaltenen großen Schädel den Titel "Kopf hoch, Klaus" gegeben.

Viel Applaus gab es für das E-Gitarren-Spiel von Lothar Fiedler. Der Förderverein des Schul- und Bethaus lädt am 2. Juni, ab 11 Uhr, zu einer Matinee mit Lesung von Björn Kern aus seinem neuen Buch in die Ausstellung ein. Für die Absicherung der Öffnungszeiten an den Wochenenden werden dringend Helfer gesucht, so Petra Schramm.

Die Künstler und ihre Ausstellung

MC Lovla, in Dortmund geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat neben der darstellenden Kunst auch den klassischen und modernen Bühnentanz studiert und als Choreografin mit Tanzkompanien gearbeitet. Seit 1999 stellt sie international Bilder, Fotografien, Videos  und Installationen aus. Der Verfall ist ihr ein wichtiges Thema.Ernst Baumeister, gebürtiger Duisburger, lebt und arbeitet in Berlin. Der Holzbildhauer hatte einen Lehrauftrag an der Hochschule der Künste.Die Ausstellung "Und weil das Beste selbst zerfällt" im Schul- und Bethaus Altlangsow ist bis zum 9. Juni jeweils am Sonnabend und Sonntag, von 13 bis 16 Uhr zu sehen. Matinee am 2. Juni, ab 11 Uhr.⇥ir

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