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Evelyn Faust hat mit einer Kindergruppe der Kita "Zwergenland" das große Beet auf dem Bralitzer Dorfplatz bepflanzt.

Blühpflanzen
Aktion gegen Insektensterben

Einsatz für mehr Insekten: Evelyn Faust mit Nils, Rinze und Luca (v.l) von der Kita Zwergenland pflegen Pflanzen auf dem Dorfplatz in Bralitz. Die Kita-Kinder arbeiten freiwillig mit.
Einsatz für mehr Insekten: Evelyn Faust mit Nils, Rinze und Luca (v.l) von der Kita Zwergenland pflegen Pflanzen auf dem Dorfplatz in Bralitz. Die Kita-Kinder arbeiten freiwillig mit. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 15.05.2019, 07:30 Uhr
Bralitz (MOZ) "Wir wollen hier mehr Blühpflanzen setzen, um Insekten anzulocken", sagte Evelyn Faust. Sie wehrt sich gegen den Trend, in den Dörfern alles kurz zu mähen. Die Bralitzerin wohnt direkt am Dorfplatz. Angesichts der Schreckensmeldungen über das Insektensterben, regte sie an, das große Beet auf dem Dorfplatz anders zu gestalten. Sie wolle Bienenweiden anpflanzen, das sind wechselnd blühende Stauden, so dass Bienen von Frühling bis zum Herbst ein Nahrungsangebot haben.

Evelyn Faust engagiert sich ehrenamtlich beim Nabu-Regionalverband Oberbarnim in Bad Freienwalde und arbeitet im Nabu-Regionalzentrum Blumberger Mühle in Angermünde. Dort ist sie unter anderem für Umweltbildung verantwortlich und damit vom Fach. Weil sie es alleine nicht schafft, den Dorfplatz zu bearbeiten und die Pflanzen zu pflegen, fragte sie bei der HSI-Kita "Zwergenland" im Ort nach, ob die Kinder ihr helfen wollen. Acht Mädchen und Jungen im Alter von vier bis sechs Jahren kamen, jäteten Unkraut, lockerten die Erde auf und setzten Pflanzen. "Das ist keine Pflichtveranstaltung bei uns", klärte Kita-Leiter Stefan Zimmer auf. "Wir haben sie gefragt, wer Lust hat, und wer sich gemeldet hat, ist heute hier", ergänzte er. Begleitet wurden die kleinen Gärtner vom Kita-Leiter und Erzieherin Nancy Birth, die beide mit anpackten.

Der Dorfplatz befinde sich bei schönem Wetter den ganzen Tag in der Sonne, so Evelyn Faust. Deshalb setzte sie für den Standort Königskerze, Oregano und Thymian aus ihrem eigenen Garten. Die Stadt Bad Freienwalde als Eigentümerin der Fläche habe verschiedene Sorten von Zier-Schafgarbe zur Verfügung gestellt und spendete Stauden. "Teilweise sind es auch Ableger aus meinem Garten", so die Bralitzerin. Sie hätte gerne noch die Rasenfläche um das Beet herum zu einer Wildblumenwiese verwandelt. Doch diese Idee stieß bei den Bralitzern auf wenig Gegenliebe, weil sie es als "unordentlich" empfanden, den Rasen wachsen zu lassen. Evelyn Faust will ihre Nachbarn keineswegs verärgern und wählt, lieber den goldenen Mittelweg. Die "Leute mögen es ordentlich", so die Bralitzerin, weshalb auf dem Dorfplatz nur Blattpflanzen standen.

Ihr Vorgarten ist auch etwas "wilder". "Es gefällt nicht allen im Dorf, aber ich werde häufig von Radfahrern angesprochen, die sich für den Garten interessieren.", so Evelyn Faust. Die Kinder pflegen jeden Montag von 10 bis 11 Uhr das Beet auf dem Dorfplatz.

Insektensterben

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat einen dramatischen Rückgang von Bienen, Fliegen und Schmetterlingen ausgemacht. Während Wissenschaftler in weißen Fangzelten 1995 noch durchschnittlich 1,6 Kilogramm Insekten fingen, seien es heute noch höchstens 300 Gramm. Der Nabu macht dafür das warme Klima und die Monokulturen der industriellen Landwirtschaft verantwortlich.

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