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Kirchenmusik
Kraft der Stimmen und Töne

Ulf Grieger / 26.05.2019, 20:04 Uhr - Aktualisiert 27.05.2019, 14:07
Seelow (MOZ) Das Wochenende stand in Seelow ganz im Zeichen der Stimmen. Am Sonnabend beim großen Fest der Kirchenmusik der Gesangsstimmen und am Sonntag dann der Wählerstimmen. Superintendent Frank Schürer-Behrmann, Leiter der Verwaltung des Kirchenkreises Oderland-Spree, wies in seinen beiden Festpredigten auf dem Schweizerhaus-Areal und in der Stadtpfarrkirche mehrfach auf diesen Zusammenhang hin. In beiden Fällen gehe es schließlich um das menschliche Zusammenwirken.

Als Schürer-Behrmann am Nachmittag all jene Gäste der Open-Air-Andacht bat, sich zu melden, wenn sie zuvor noch nicht auf dem Seelower Schweizerhaus-Areal waren, gingen viele Arme hoch. Er selbst gestand, zwar schon vom eifrigen Heimatverein gehört zu haben. Deren Vorsitzende Marion Krüger hatte alle Gäste herzlich begrüßt und eingeladen den Zauber zu spüren, den der Ort noch immer habe. Sichtlich beeindruckt zeigte sich der Superintendent aber vor allem von der Persönlichkeit Hugo Simons. Der kunstsinnige Banker hatte vor 100 Jahren das Areal erworben und zum Mustergut und Treff von Politik und Kunst entwickelt. Als Pazifist, Demokrat und Jude habe er vor 85 Jahren Deutschland verlassen müssen. In Hinblick auf die Wahlen erinnerte Schürer-Behrmann an den Kriegsbeginn vor 80 Jahren, der gemahne, die Friedensgemeinschaft in Europa zu stärken. 

Chöre und Orchester des Kirchenkreises Oderland Spree und aus der Region musizierten am Schweizerhaus und in der Stadtpfarrkirche.
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Großes Fest der Kirchenmusik in Seelow

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Landrat Gernot Schmidt erinnerte an die lange Tradition evangelischer Kirchenmusik in der Mark, an das gemeinschaftsstiftende Singen und Musizieren, das in Brandenburg tief verwurzelt sei.

Im sanierten Saal des Schweizerhauses gaben die Chöre aus Briesen, Letschin, Lietzen und Seelow Kostproben ihres Könnens. Die wunderbare Akustik begeisterte das Publikum. Die Erweckung des Areals aus dem Dornröschenschlaf würdigte Seelows Bürgermeister Jörg Schröder in seiner Festansprache .

Im Anschluss führte der Kinderchor der Seelower Kirche gemeinsam mit den Jungbläsern des Kirchenkreises ein Harry-Potter-Stück auf. Die Festscheune als Aufführungsort stellte das junge Ensemble  ebenso wie die Zuschauer vor einige Herausforderungen. Zu spüren waren jedoch bei den jungen, originiell kostümierten Mitwirkenden der Spaß an der Aufführung, für die es auch reichlich Beifall gab.

In der Stadtpfarrkirche konnte man zum Festgottesdienst die volle Kraft eines großen Posaunenchores erfahren. Kreiskantorin Anja Liske-Moritz dirigierte den Oratorienchor und bezog wie schon am Schweizerhaus die Festgemeinde mit ein. Superintendent Frank Schürer-Behrmann hatte seine Predigt zum Bibelvers "Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen", aus dem Matthäus-Evangelium gehalten, in dem es darum geht, dass es wenig Sinn hat, Reichtümer anzuhäufen statt der Gemeinschaft zu dienen. In einer Zeit, da die Nachhaltigkeit, die Sorge um die Perspektive für die nachkommenden Generationen im Vordergrund steht, erweckt der Spruch natürlich Widerspruch. Schürer-Brehrmann machte jedoch deutlich, dass niemand vor Angst und Sorge blind und regungslos gemacht werden sollte. Und vor allem nicht jenen Gehör geschenkt werden darf, die wieder Andersdenkende, Menschen anderer Nationalität oder Hautfarbe verantwortlich machen wollen für alles Schlechte auf der Welt.

Im Anschluss an diesen Gottesdienst gab es auf dem Seelower Markt Gelegenheit zum Austausch, bevor die Nacht der offenen Kirche mit Musik und Filmvorführung begann.

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