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Der größte Neutrebbiner Landwirtschaftsbetrieb schließt mit der künftigen Geflügelhaltung seine Produktionskreisläufe.

Landwirtschaft
Tibo wird wieder Tiere halten

Ulf Grieger / 01.06.2019, 10:30 Uhr
Neutrebbin (MOZ) Tier und Boden – unter diesem Namen hatte sich vor knapp 30 Jahren  die Tibo-Landwirtschaftsgesellschaft  gegründet. Die Nachfolgerin der LPG hatte zunächst noch Rinder, Schweine und Enten gehalten. Doch seit April 2018, seit der Aufgabe der Putenmast in Gottesgabe, hält das Unternehmen kein Tier mehr, informieren Geschäftsführer Matthias Saß und Gesellschafter Jörg Uebel.

Seit zehn Jahren im Wandel

Das Unternehmen befindet sich in einer Umstrukturierung, die eigentlich schon mit dem Umbau der Milchviehanlage in der Wriezener Straße begann. Vor zehn Jahren hatte es in der Tibo Überlegungen gegeben, wie die nicht mehr rentablen Kuhställe weiter genutzt werden könnten. Dabei kam man auf die Idee, dort Enten zu mästen und den Mist sowie Maissilage in einer Biogasanlage zu verwerten, die ihrerseits Wärme für die Ställe produziert. Aus dieser Zeit stammt die enge Zusammenarbeit mit dem Biogas-Anlagenbauer EnviTec. Im Zuge der Schließung des Neutrebbiner Wiesenhof-Schlachthofes erwies es sich, dass die Entenmast keine betriebswirtschaftliche Zukunft mehr haben würde. 2015 gründete die Tibo die Tochter Biohof Friedländer Strom, die in Gottesgabe Bioputenaufzucht und Bioputenmast begann. 4000 Tiere wurde gemästet. 10 000 aufgezogen. Im Vorjahr erwies sich auch diese Produktion als nicht mehr wirtschaftlich, so dass der Landwirtschaftsbetrieb Tibo nun ebenso wie seine Tochter Biohof rein bodenbewirtschaftende Betriebe sind. Biohof bewirtschaftet rund 340 Hektar, davon sind 50 Hektar Grünland und 290 Hektar  Acker. Die Tibo bewirtschaftet konventionell 1900 Hektar mit zehn Mitarbeitern. Vier Mitarbeiter hat die Tibo-Tochter Biogasanlage. Die erwies sich als Glücksfall für das Dorf. Denn ein Teil der Einrichtungen und Wohnhäuser bezieht von dort seine  Wärme.

Für die Ställe in der Wriezener  Straße, die sich direkt an die Biogasanlage anschließen, ist der Umbau zu Hühnerställen nach dem Fairmast-Verfahren geplant. Diese tierfreundlichere Variante der Hähnchenmast kann man sich bereits in den Ställer der Odega in Sachsendorf (auf Anmeldung) anschauen. Den Betrieb der Fairmastanlage will die Tibo an einen Familienbetrieb überragen. Die Verarbeitung des Mistes erfolgt wie zuvor bei den Enten in der Biogasanlage, die inzwischen ebenso eine Tochter der Tibo ist wie der Biohof Friedländer Strom.

Nach dem Ausscheiden von Karsten Stahl 2017 als Geschäftsführer und Gesellschafter der Tibo haben die EnviTec-Manager Jörg Uebel, Andreas Freese (zugleich Geschäftsführer), Lars und Marcus von Lehmden den Betrieb gekauft, womit die Beziehungen zwischen EnviTec und der Tibo noch enger wurden.

Hennen-Anlage bei Gottesgabe

In puncto Tierproduktion wird das größte Projekt auf einer rund 32 Hektar großen Fläche nördlich von Gottesgabe realisiert. Dort, zwischen der B167 und der Kläranlage, entsteht eine Freilandanlage für Legehennen. Die Tibo wird Betreiberin. Im vorigen Jahr wurde das Projekt im Neuhardenberger Gemeinderat vorgestellt. Drei bis vier Arbeitskräfte werden dafür eingestellt

Die Tibo ist zudem ein wichtiger Energiewirt in der Region. Neben der Wärme- und Biogas-Produktion stehen mehrere Solarparks vor der Genehmigung, so der in Gottesgabe. Der Stall-Komplex in der Bahnhofstraße wird umgebaut. Dort bietet die Tibo Gewerbeflächen an. Der Verwaltungssitz der Tibo in der Bahnhofstraße hingegen bleibt erhalten und wurde bereits renoviert. Jörg Uebel betont die seit Jahren sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Neutrebbin und der Amtsverwaltung von Barnim-Oderbruch.

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