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Zu den Pfingstgottesdiensten in Wilhelmsaue und Lietzen kamen viele Menschen, um ihre Kirche zu feiern.

Konfirmation
Blick auf das Ganze gerichtet

Ulf Grieger / 11.06.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 11.06.2019, 14:27
Lietzen, Wilhelmsaue (MOZ Ingo Mikat) Die Pfingstsonntagsmesse in der Wilhemsauer Kirche ist ein Fest für alle Sinne. Während ringsum der Kuckuck ruft, Bienengebrumm das Blütenmeer und Hühnergekakel die Luft erfüllen, freuen sich in der rot geschmückten Kirche die Mitglieder der Letschiner Gemeinde über ihre Konfirmanden. In diesem Jahr sind es zwei: Anton Hofmann und Johanna Wiese, wobei Johanna ihre Konfirmation in Berlin feierte.

Mut zu unbequemen Fragen

So blieb Anton allein. Eine schöne Konfirmandenzeit liege hinter ihm, versicherte der Achtklässler des Wriezener Gymnasiums. Höhepunkte waren eine Fahrt nach Boltenhagen und gleich drei selbst gestaltete Gottesdienste. An die erinnerte auch Pfarrer Frank Schneider. Er lobte den Wissensdurst des Konfirmanden und seine Art der kritischen Auseinandersetzung. Schon die Vorjahres-Konfirmanden hatten sich Anton zu ihrem Berater gewählt, erinnerte Schneider. Er ermunterte den Kienitzer, weiterhin unbequeme Fragen zu stellen und dankbar zu sein, in einer Zeit zu leben, in der die Jugend wieder Mut hat, für ihre Sache einzustehen, wie die Friday-for-Future-Bewegung zeige. "Das sind keine Schulschwänzer!", so Schneider.

Der Pfarrer nahm die Pfingstgeschichte zum Anlass, deutlich zu machen, dass der Heilige Geist, der da über alle ausgegossen wird, keine Spezialität katholischen, evangelischen oder sonstigen Glaubens sei, sondern allen Menschen, egal welcher Hautfarbe und Herkunft auch immer, eigen sei. Schneider ermunterte die Kirchgemeinde dazu, den Blick zu heben und nach der vollen Wahrheit zu suchen, die es immer nur in Teilen gibt. Mit dem Gleichnis von der Teufelsgabe, des "Stückchens Wahrheit", das für das Ganze gehalten wird, machte er es sehr anschaulich.

In Lietzen besuchten so viele die Kirche, dass die Sitzplätze in dem historischen Gebäude kaum ausreichten. Grund für den Ansturm: Die Gemeinde hatte zum traditionellen Gottesdienst zum christlichen Pfingstfest sowie zur Taufe und zur Konfirmation von zehn Jugendlichen eingeladen. Pfingsten steht zugleich für die Gründung der Kirche und geht auf das jüdische Fest Schawuot zurück. In der Apostelgeschichte wird geschildert, wie der Heilige Geist die Jünger Jesu in Jerusalem erfüllte. Den Gottesdienst in Lietzen gestalteten Pfarrerin Rahel Charlotte Mielke und Jugendpfarrer Robert Parr unter Einbeziehung der Gemeinde mit Bibeltexten, Gebeten und Kirchenliedern. Nach Glockenläuten, dem Einmarsch der Konfirmanden und Begrüßung der Gemeinde erklang das Lied "Schmückt das Fest mit Maien". Thematisch richteten sich zahlreiche im Gottesdienst dargebotene Texte auf die Bewahrung der Schöpfung, die Lobpreisung des Herrn und das Vertrauen in die Kraft Gottes. Besonders beim Vortrag von Heilsbotschaften (Evangelien), konnten die Zuhörer feststellen, dass sich an einigen Grundproblemen menschlicher Gesellschaften in den letzten 2000 Jahren offenbar nur wenig geändert hat. So hieß es unter anderem inhaltlich: Glücklich sind die, die auf Gewalt verzichten, sich nach Gottes Gerechtigkeit sehnen, barmherzig sind und Frieden stiften."

Glaube als Fundament

Mit einem Gleichnis vom Hausbau erinnerte Pfarrerin Rahel Charlotte Mielke die jungen Konfirmanden daran, dass der christliche Glaube für sie eine starke, verlässliche Basis für ihr weiteres Leben im Kreise der christlichen Gemeinde bilde. Bevor die zehn Konfirmanden ihr öffentliches Glaubensbekenntnis abgaben, erhielt Maike Seelig die Taufe. Die Pfarrerin dankte allen Eltern und weiteren Gemeindemitgliedern, die die Jugendlichen in den vergangenen Jahren auf ihrem Weg zum Glauben unterstützten. Anschließend verlas sie von den jungen Christen selbst ausgewählte Konfirmandensprüche. Auch der Chor gestaltete den Gottesdienst mit.

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