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Neuer Eigentümer erwirbt das geschichtsträchtige Groß Neuendorfer Gebäude vor allem aus Liebe zur Landschaft.

Oderbruchbahn
Düsseldorfer ersteigert alten Bahnhof von Groß Neuendorf

Ingmar Höfgen und Ulf Grieger / 21.06.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 21.06.2019, 09:21
Berlin/Groß Neuendorf (MOZ) Geht da noch etwas? Bei 29.000 Euro steht das Gebot für das Groß Neuendorfer Bahnhofsgebäude, in einem großen hellen Saal an der Berliner Friedrichstraße wartet Auktionator René Silva kurz ab.

Bietet jemand noch 30 000 Euro? Dann hebt der Mann in der letzten Reihe, der schon mehrfach den Preis erhöht hatte, noch einmal die Hand mit seiner Bieternummer 68. 30 000 Euro. Zum Ersten, zum Zweiten. "Zum Dritten. Herzlichen Glückwunsch", sagt Silva, während er den Hammer aufs Pult knallt.

Noch etwa 50 Interessierte sind da, als am Freitagabend das Bahnhofsgebäude sowie fast 2200 Quadratmeter Fläche einen neuen Eigentümer findet. Verkauft hat es die Deutsche Bahn, die über private Auktionshäuser in Berlin regelmäßig Immobilien veräußert. Neuer Eigentümer wird Walter Otterbach, ein gebürtiger Düsseldorfer. Viel wollte der Mann nicht sagen kurz nach der Zuschlagserteilung und vor dem obligatorischen Notartermin. Es sei eine spontane Entscheidung gewesen, sagt er. Beeindruckt habe ihn die Nähe zur Oder und die Architektur.

Der Bahnhof in Groß Neuendorf ist keiner der öfter errichteten Backsteinbauten. Stattdessen ist die obere Etage als Fachwerk ausgeführt. Züge fahren dort schon lange nicht mehr, die Strecke der Oderbruchbahn zwischen Fürstenwalde über Müncheberg nach Wriezen wurde zwischen 1966 und 1969 stillgelegt. Bemerkenswert: Auch rund 50 Jahre danach unterliegt der Bahnhof noch dem besonderen Recht für Bahnanlagen. Das Haus, das teilweise vermietet ist, hatte großes Interesse auf sich gezogen. Vier Bieter im Saal und zwei an den Telefonen überboten sich immer wieder und trieben den Preis vom Mindestgebot 12 500 Euro zügig nach oben.

Geboten wurde auch am Telefon

Am Ende blieb noch ein Telefonbieter am Ball. Mehr als 30 000 Euro wollte der dann offenbar nicht mehr zahlen. Bei dieser Zahl bleibt es indes nicht. Zusätzlich zu den 30 000 Euro muss der Käufer noch 9,52 Prozent Courtage für das Auktionshaus, 6,5 Prozent Grunderwerbssteuer und die Notarkosten übernehmen. Einige Tage nach der Ersteigerung hat Walter Otterbach seinen Bahnhof noch nicht betreten. Bis zum 1. August muss er aus formellen Gründen des Bahnrechts damit warten. Deshalb kann der Mann, der auch das alte Letschiner Gemeindehaus in der Küstriner Straße erworben hat, auch noch nicht viel über eine Pläne sagen. "Angesehen habe ich mir den Bahnhof schon", sagt er. "Die Lage gefällt mir wirklich gut." So sehr, dass er sich dort noch mehr engagieren möchte.

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