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Seit fünf Jahren sind Sicherheitspartner nachts in Grenzorten unterwegs, um das Hab und Gut der Einwohner zu schützen

Sicherheitspartner
Einbrecher meiden manche Grenzorte

Seltene Zusammenkunft: Die Frauen und Männer der drei Sicherheitspartnerschaften aus Sophienthal, Bleyen-Genschmar und Küstrin-Kietz trafen sich an der Kaiserallee-Brücke in Küstrin-Kietz zum Erfahrungsaustausch mit Beamten der Landespolizei.
Seltene Zusammenkunft: Die Frauen und Männer der drei Sicherheitspartnerschaften aus Sophienthal, Bleyen-Genschmar und Küstrin-Kietz trafen sich an der Kaiserallee-Brücke in Küstrin-Kietz zum Erfahrungsaustausch mit Beamten der Landespolizei. © Foto: Ulf Grieger/MOZ
Ulf Grieger / 30.06.2019, 09:00 Uhr
Küstrin-Kietz, Bleyen, Sophienthal (MOZ) Die Ferienreisewelle hat längst begonnen und auch viele Oderländer in der Grenzregion lassen Haus und Hof für einige Zeit unbeaufsichtigt zurück. Manche dokumentieren das sogar im Internet mit Urlaubsbildern auf Facebook. Das wissen natürlich auch jene, die es auf Wertsachen in den Gebäuden und  auf den Höfen abgesehen haben. "Wir wollen zeigen: Wir sind hier! Wir passen auf", erklärte David Rost von der Sicherheitspartnerschaft Bleyen-Genschmar beim Treffen mit den Kollegen aus Sophienthal und Küstrin-Kietz sowie mit Beatrice  Ortmann, amtierende Landespolizei-Wachenleiterin von Seelow, und Hauptkommissar Andreas Zummack. Auch Angelika Grund und Robert Trenkel vom Amt Golzow kamen zum Treffen.

Obdachloser in Firmenruine

Noch bevor sich alle 13 Küstrin-Kietzer, 14 Sophienthaler und neun Bleyen-Genschmarer an der Küstrin-Kietzer Kaiserallee-Brücke eingefunden hatten, meldete eine Küstrin-Kietzer Bürgerstreife einen Vorfall. Sie hatte entdeckt, dass ein Unbekannter illegal in das Areal der alten Fleischerei am einstigen Armaturenwerk eingedrungen war. Sie alarmierte die Bundespolizei, die erfahrungsgemäß immer am schnellsten zu Hilfe kommt.

Aber auch Wachenleiterin Beatrice Ortmann und ihr Kollege waren vor Ort. Der von den Sicherheitspartnern festgestellte ältere Mann stellte sich als polnischer Obdachloser heraus, der offenbar auf der Suche nach einem Nachtquartier dort eingedrungen war. Da er keine  Dokumente vorweisen konnte, wurde er unverzüglich auf die Heimreise Richtung Kostrzyn geschickt. Das Team von der Bundespolizei zeigte bei diesem Einsatz, dass die Beamten sehr kompetent agieren. Manfred Zorn sprach den Mann in seiner Muttersprache an. Peter Höfer und Gero Schulze stellten die Angaben zur Person fest. Den Sicherheitspartnern war der Mann kein Unbekannter. Er sei schon häufiger bei kleineren Einbrüchen ertappt worden, sagten sie. Sogar auf Videos sei sein markanter Rucksack verewigt.

Solveig Kroll ist bereits seit zwei Jahren bei den Küstrin-Kietzer Sicherheitspartnern. Drei bis vier Mal die Woche geht sie  nachts mit einer zweiten Person auf Streife. "Das ist zum einen auch recht anstrengend. Aber es ist zum anderen auch eine gute Gemeinschaft, die ich nicht mehr missen will", sagt sie. Die 30 Euro, die die Sicherheitspartner monatlich als Aufwandsentschädigung vom Land erhalten, sind für niemanden der Grund, dabei zu bleiben. Allein die Benzinkosten seien viel höher. Es sei vielmehr das Wissen, für die Dorfgemeinschaft etwas Wichtiges zu tun, so die 52-Jährige. Der Zuspruch aus der Bevölkerung sei groß.

Unterstützung klappt viel besser

"Jetzt bekommen wir auch die Unterstützung vom Amt, den Gemeinden und der Landespolizei, die wir uns anfangs immer gewünscht haben", sagte  David Rost. Die Sicherheitspartnerschaften der drei Grenzdörfer seien heute in einer ganz anderen Situation als zur Gründung vor fünf Jahren. Seinerzeit ging es den Bürgerstreifen vor allem darum, die akute Einbruchs-Kriminalität einzudämmen. "Heute können wir fast sagen, dass alles ruhig ist. Und trotzdem machen wir weiter", so Rost, der darin von den anderen bestätigt wurde.

Die drei Partnerschaften sind im Übrigen auch untereinander gut vernetzt, bekommen über ihr Handy Informationen, wenn andere einen Einsatz haben und könnten sich gegenseitig unkompliziert helfen. Beatrice Ortmann ist sehr dankbar, dass es diese engagierten Bürger gibt, die lediglich ihre Jedermannsrechte nutzen, um das Hab und Gut der Bürger zu schützten. "Die Hinweise von den Sicherheitspartnerschaften haben uns sehr geholfen, Straftaten aufzudecken", so die  Wachenleiterin, die auch Revierpolizistin von Golzow ist.

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Paul Müller 30.06.2019 - 13:42:59

„Sicherheitspartner“, auch ...

... als Bürgerwehr bekannt, scheinen in Europa der offenen Grenzen so eine Art “Boombranche” zu sein :) das beste Deutschland aller Zeiten ...

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