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Vor zehn Jahren wurde der Verein Bruchkultur gegründet. Gefeiert wurde auf der Picknickwiese in Neufeld.

Vereinsleben
Kunst mit Blick in Sonnenuntergang

Im "Reigen": Besucher mitten in der Installation auf der Picknickwiese in Neufeld.
Im "Reigen": Besucher mitten in der Installation auf der Picknickwiese in Neufeld. © Foto: Johann Müller
Ines Weber-Rath / 02.07.2019, 06:15 Uhr
Neufeld (MOZ) Ein Liegestuhl, eine Stehlampe und ein Bücherbord auf einer Insel im Gras. Ein Bild lehnt an einem Baum. Daneben ist die Fotogalerie aufgebaut, die an den politischen Beginn des Vereins Bruchkultur vor zehn Jahren erinnert: Seine Mitglieder haben die Protestaktionen gegen die CO2-Verpressung im Oderbruch mit organisiert. Zur Vereins-Geburtstagsfeier hatte Bruchkultur-Vorsitzender Rolf Ignaz auf die Picknickwiese des Vereins ins Quappendorfer Vorwerk Neufeld eingeladen.

Ignaz und andere Aktive unter den 20 Vereinsmitgliedern haben das  vom örtlichen Landwirtschaftsbetrieb zur Verfügung gestellte Ödland in eine Picknickwiese mit Kunst im Land-Art-Stil verwandelt. Alle Objekte haben eine Botschaft, sagt Rolf Ignaz.

Baum im Sarg ist Mahnung

So mahnt der Baum im Sarg, der nachts von einer Solarleuchte angestrahlt wird, das Baumsterben zu stoppen. Aus den Trieben eines Mirabellenbaumes ist die grüne Silhouette einer kleinen Kirche geschnitten. Viele Gotteshäuser im Oderbruch sind oder werden saniert und somit vor dem Verfall gerettet. Der "Reigen", eine Installation aus farbigen Astgabeln, stehe für eine multikulturelle Gesellschaft, erklärt der Bruchkultur-Vorsitzende. Einige Kunstwerke auf der Picknickwiese haben humoristische Aspekte. Wie der "Aktivist" und die "Brigade", Installationen aus verrosteten Schaufelblättern und Harken. Und der "Voyeur" – ein Gartenzwerg, der durch eine Astlücke schielt.

Das Herz der Anlage ist freilich das Stelzenhaus, eine überdachte, erhöhte Plattform, die Besucher unter anderem dazu einlädt, den Sonnenuntergang über den Oderbruchwiesen zu erleben. Eine Markierung am Haus zeigt den Wasserstand beim Hochwasser 1947.

Erinnerung wird wach gehalten

Manches Element sei auf Wunsch von Besuchern hinzu gekommen, berichtet Rolf Ignaz. Zum Beispiel die Schaukel am Ahornbaum, die Kinder erbeten hatten. Auf zwei Errungenschaften des Bruchkultur-Vereins verweist Ignaz noch: Das Denkmal im Quappendorfer Ortskern, das an die Gefallenen aus dem 1. Weltkrieg aus dem Dorf erinnert. Vereinsmitglieder haben die alten Steine aus dem Bauschutt von Häusern geborgen und das Denkmal wieder aufgebaut. Und auch die Erinnerung ans alte Zollhaus an der Brücke der Alten Oder verdanken die Quappendorfer dem Verein.

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