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Erstmals Rundflüge mit Airbus am Flughafen Neuhardenberg

Auf gehts in den Flieger....
Auf gehts in den Flieger.... © Foto: Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 01.08.2019, 15:24 Uhr - Aktualisiert 01.08.2019, 18:00
Neuhardenberg (MOZ) Zum ersten Mal in der 85-jährigen Geschichte des Flugplatzes Neuhardenberg gab es am Donnerstag dort zivile Passierluftfahrt. Dreimal hob ein jeweils mit 150 Fluggästen voll besetzter Airbus 320 der in Stralsund beheimateten Fluglinie Sundair zu einem 45-minütigem Rundflug über Berlin ab.

„Es geht heute nicht darum, mal zum Spaß ein paar Tonnen Kerosin zu verbrauchen“, betonte Flugplatzmanager Uwe Hädicke bei einer Pressekonferenz. „Wir wollen mit unserem Projekttag Fliegen der Politik die Potentiale des Areals und damit des Oderlandes deutlich machen.“ Seit 2007 kämpft der Flugplatz mit seinem dänischen Eigner Peter Solbek um die Genehmigung eines satellitengestützten An- und Abflugverfahrens. Das ist Voraussetzung, um den Platz dauerhaft für mehr als nur Sportfliegerei nutzen zu können. „Es ist unfassbar, dass Entwicklungen so lange verzögert werden“, resümiert Solbek. Für ihn und viele andere Experten stehe fest, dass der BER nur in Kooperation mit Landeplätzen im Umland ein Erfolgsmodell werden kann. Er sei enttäuscht, dass nicht ein einziger Vertreter der Landesregierung der Einladung gefolgt ist.

„Landeplätze sind Anker für wirtschaftliche Entwicklungen, die Arbeitsplätze bringen“, betonte Robert Radzimanowski, Leiter des Fachbereichs Regionalpolitik bei der IHK Ostbrandenburg. Es gehe nicht darum, Neuhardenberg zum Ferienfliegerstandort zu entwickeln, sondern um ergänzende Angebote, für die viele Arbeitskräfte benötigt würden. Potsdam müsse den immer größer werdenden Pendlerströmen eine Alternative bieten. Eine wäre die Entwicklung von Landeplätzen wie Neuhardenberg, Eberswalde Finow, Pohlitz oder Strausberg. Potsdam müsse dafür lediglich die Möglichkeiten des Landesentwicklungplanes Berlin-Brandenburg nutzen. Der lasse ergänzende Angebote zum BER zu. Die brauche es auch, zum Beispiel für medizinische Transporte, für Güter, Wartung und Instandsetzung oder auch als Ausweichlandeplatz in Havariefällen. Es bedürfe nur der Genehmigungen. Selbst vom Bundesverteidigungsministerium hat der Flugplatzbetreiber die schriftliche Bestätigung, dass es keinerlei Einwände für eine Entwicklung des Flugplatzes gibt. „Die Bremser sitzen nicht in Berlin oder Bonn, sie sitzen in Potsdam“, schoss Landrat Gernot Schmidt (SPD) gegen seine Parteifreunde im Land. Der Kreis unterstütze alle Bemühungen des Airports.

Der Projekttag lockte mit seinen Rahmenangeboten auch Hunderte Besucher. Die Arbeitsagentur, Sicherheitsunternehmen, die Airline selbst, eine Flugschule und andere Firmen präsentierten Berufsbilder aus dem Bereich Flugwesen.

Infos www.projekttag-fliegen.de

Airport Neuhardenberg und Sundair haben zum ersten Mal in der 85-jährigen Geschichte des Flugplatzes zivile Passagierluftfahrt möglich gemacht. Viele Partner unterstützten Vorhaben, mit dem die Potentiale des Airports dokumentiert werden sollten.
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Projekttag Fliegen in Neuhardenberg 1.August 2019

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