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Die Sanierung der Alten Post und der Neubau des Archivs wird teurer als geplant. Nach jetzigen Stand wäre der Eigenanteil für die Stadt zu hoch.

Investitionen
Alte Post Millionen Euro teurer

Großzügig: Moderne Räume der Stadt- und Kreisbibliothek in der Alten Post laden zum Verweilen ein.
Großzügig: Moderne Räume der Stadt- und Kreisbibliothek in der Alten Post laden zum Verweilen ein. © Foto: SHPS Architekten Berlin
Steffen Göttmann / 14.08.2019, 07:00 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Johan Sauer vom Büro SHSP-Architekten in Berlin, das im September 2017 den Wettbewerb gewann, stellte die fertige Entwurfsplanung in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung vor. Mit eindrucksvollen Animationen ließ er die Zuschauer einen Blick ins Innere des Hauses werfen. Sie sahen großzügige Bibliotheksräume mit Lesesaal, und vielen Sitzgelegenheiten.

Von den etwas mehr als 2200 Quadratmeter Nutzfläche nehmen die Stadt- und Kreisbibliothek 1095 Quadratmeter und die Stephanus-Stiftung 1135 Quadratmeter Fläche in Anspruch. Sie zieht mit Tagespflege, Verhinderungspflege, Treffpunkt und Familienentlastendem Dienst ein.

Keller nicht hochwassersicher

Zunächst sei es das Ziel gewesen, das Archiv im Keller des Postgebäudes einzurichten. Das Problem sei jedoch, dass der Keller nicht sicher vor Hochwasser sei. "Ein Archivbau hat technisch hohe Anforderungen", sagte Johan Sauer. Um den Keller zu ertüchtigen, wären umfangreiche bauliche Eingriffe erforderlich. Normalerweise gehe man von 2,5 Tonnen pro Quadratmeter Belastbarkeit des Bodens aus, ein Archiv erfordere zehn Tonnen pro Quadratmeter, erklärte Christian Nörtemann, Fachbereichsleiter Gebäudeverwaltung und Hochbau der Stadt. Um diese Anforderungen zu erreichen, müsste der Boden in der Alten Post herausgenommen und Stützen ins Erdreich gebohrt werden. Das komplizierte Verfahren käme die Stadt teuer zu stehen. "Daher haben wir uns für den Neubau entschieden", sagte der Architekt. Der moderne Kubus mit der vorgerosteten Cortenstahlfassade hat schon für  manche Diskussion gesorgt.

Wertvolle Dokumente

"Das Archiv nimmt vier Räume im Keller des Rathauses ein. warum brauchen wir dafür einen Neubau?", fragte AfD-Fraktionschef Lars Günther. "Wir wollen das Archiv öffnen und erlebbar machen", sagte der Architekt. Wertvolle Dokumente, die bisher im Tresor lagern, sollen gezeigt werden. Hinzu komme das Heimatkreisarchiv des ehemaligen Kreises Königsberg/Neumark. Das Gebäude sei nicht so groß, wie es wirkt. Dort sei auch die Bibliotheksverwaltung untergebracht. Die Pläne orientieren sich an deren Raumplanung, sagte Sauer. Im Erdgeschoss ist noch ein von der Stiftung betriebenes Bistro möglich.

Den Anstieg der Kosten vom 4,7 auf 6,9 Millionen Euro erklärt Sauer damit, dass zuerst der Neubau nicht enthalten war. Dies seien jedoch nur geschätzte Summen, sagte der Architekt. Genaue Beträge liegen erst fest, wenn der Bauantrag verfasst wird.

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