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Berufeschau
Sechstklässler schnuppern ins Handwerk

Ines Weber-Rath / 16.08.2019, 19:22 Uhr
Lebus (MOZ) Lucie schwingt den Zimmermannshammer – und trifft den Nagel. "Na das klappt doch schon prima", lobt Azubi Jeremias Bohmeyer die Sechstklässlerin aus der Frankfurter Erich-Kästner-Grundschule. Lucie war eine von 107 Sechstklässlern aus sechs Grundschulen der Region, die am Freitag der Einladung der Maler- und Lackiererinnung Oderland zum 2. Handwerkercamp in den Lebuser Mückenbusch gefolgt sind.

Dort gaben Vertreter zahlreicher Innungen Einblick in die Vielfalt möglicher Ausbildungsberufe. Im Frankfurter Handwerkskammerbezirk werden 90 der 136 handwerklichen Berufe angeboten. Um den potenziellen Nachwuchs so früh wie möglich anzusprechen, hatte der Obermeister der Maler- und Lackiererinnung, der Lebuser Sven van Dyk, das Handwerkercamp im vorigen Jahr initiiert. Da waren 37 Sechstklässler dabei.

Nachwuchs dringend nötig

"Brandenburg braucht dringend Nachwuchs fürs Handwerk", betonte Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher, der die Schirmherrschaft über die lokale  Lehrberufeschau übernommen hatte. Er lobte die Akteure aus dem Handwerk: Das Camp biete den Grundschülern tolle Möglichkeiten, frühzeitig ihre Interessen und Neigungen zu erkunden, persönliche Stärken zu erkennen und erste Anregungen zur Berufswahl zu bekommen, so Drescher.

Wie der Lebuser Bürgermeister Peter Heinl, selbst Bauhandwerker, empfahl auch Frankfurts Bürgermeister Claus Junghanns den Schülern eine handwerkliche Ausbildung wärmstens: "Ich hatte mein erstes Auto nach dem Studium mit 32, meine Handwerkerfreunde mit Mitte 20", so der Bürgermeister lachend.

In Gruppen zu je fünf bis sechs Schülern absolvierten die Sechstklässler aus der Lebuser Burgschule, der Josef VervoortGrundschule Dolgelin sowie aus der Frankfurter Lindgreen-, Kästner-, Hansa- und Lessingschule den Stationsbetrieb. An 21 Ständen gaben neben Malern und Lackierern auch Raumausstatter, wie Uwe Ahlert aus Lebus und Guido Perlwitz aus Niederjesar, Parkettleger Max Weber und Kosmetikerin Anika Breetsch aus Frankfurt,  der Lebuser Schornsteinfegermeister Frank Rozanowske und die Optiker Christian Nerling und Doreen Meisner Einblick in ihre Arbeit.

Beim Lebuser "Oderblick"-Gastwirt Stefan Metzkow stellten die Schüler Möhrensalat her und am Stand der Firma Fritz Haustechnik hatten auch Mädchen den Ahaeffekt, als nach der "Reparatur" unter Anleitung die Toilettenspülung wieder funktionierte.

"Wenn euch Erwachsene sagen, das ist zu schwer, das kannst du nicht – glaubt ihnen nicht. Die einzigen, die das beurteilen können, seid ihr selbst", erklärte ein besonderer Gast des Handwerkercamps – Raul Krauthausen.

Bezahlung wird immer besser

Der Berliner Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit, der im Rollstuhl sitzt, unterstützte die Aktion, die diesmal unter dem Motto "Menschen mit Handicap und ihre Zukunft" stand. "Handwerker braucht jeder", warb Raul Krauthausen für eine Perspektive im Handwerk. Die Bezahlung werde immer besser. Die meisten Betriebe zahlten mehr als die Mindest-Ausbildungsvergütung, betonte Michael Thieme von der Handwerkskammer Ostbrandenburg.

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