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Das traditionelle Hoffest des Seelower Stadtverbandes der Linken in der Berliner Straße erlebte am Freitagabend eine große Besucherresonanz.

Hoffest
Rote Suppe und Polit-Talk

Doris Steinkraus / 26.08.2019, 06:15 Uhr
Seelow (MOZ) Wettertechnisch hätte dieser Freitagabend nicht besser sein können. Bei sommerlichen Temperaturen lockte es viele zum traditionellen Hoffest des Stadtverbandes der Linken in die Breite Straße. Es stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Landtagswahl. Die Spitzenkandidatin im Wahlkreis  34, Bettina Fortunato, erhielt gleich von mehreren Parteigenossen Rückenstärkung. Der Bundestagsabgeordnete Thomas Nord erinnerte daran, dass die Linken im Landtag einige wichtige Dinge als Teil der Regierung mit angeschoben haben, wie die Einstellung Hunderter neuer Lehrer, die Rückwärtsrolle beim Personalabbau der Polizei oder die Anstellung weiterer Mitarbeiter im Bereich der Justiz. Das bekräftigte Sebastian Walter, Spitzenkandidat der Linken auf Landesebene. Er machte allerdings deutlich, dass auch bei den Linken ein Umdenken nötig sei. "Wir müssen mehr auf die Menschen an der Basis hören", sagte er. Zu lange und zu oft sei man kritischen Hinweisen wie zu Lehrer- und Ärztemangel sofort mit Gegenargumenten begegnet. "Wir haben es nicht geschafft, überall immer richtig zuzuhören", schrieb er seinen Parteigenossen ins Stammbuch. Er wolle sich dafür einsetzen, dass sich das ändert. Mit 29 Jahren ist er der jüngste Kandidat, steht für einen Generationswechsel der Partei. So wie auch Franziska Schneider (33), die in Oder-Spree antritt oder die Landesvorsitzene Anja Meyer (39), die beide beim Hoffest dafür warben,  ihrer Partei eine weitere Chance zum Mitregieren zu geben. Bettina Fortunato nannte Beispiele von Problemen ihrer Heimatregion, für deren Lösung sie sich einsetzen will. "Das mit der Änderung des Jagdgesetzes war so im Landwirtschaftsausschuss nicht besprochen", betonte sie. Durch die Änderung seien Bisam und Nutria ins Jagdgesetz aufgenommen worden, würden derzeit keine Bisam mehr gefangen, womit die Population rasant steige. Der Bisamjäger beim Gewässer- und Deichverband, der derzeit nur dokumentieren darf, habe sich bewährt . "Wenn der Deich nicht sicher ist, dann brauchen wir über alle anderen drängenden Probleme wie Ärzte- oder Lehrermangel nicht reden. Dann ist unsere Region in Gefahr", sagte sei. Sie habe bereits Abgeordnetenkollegen aktiviert, um sofort nach der Wahl eine Änderung zu erwirken. Bezüglich des Ärztemangels setze sie auf an Krankenhäuser angegliederte Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Im Landkreis gibt es bereits am Seelower Lutherstift-Krankenhaus sowie am Krankenhaus Märkisch-Oderland in Strausberg und Wriezen solche Zentren.

Eine klare Abfuhr gab es beim Hoffest gegenüber der AfD. Sebastian Walter warnte: "Die Partei ist keine Randerscheinung, sondern steht mitten in der Gesellschaft." Niemand dürfe sich von der AfD  die Geschichte verbiegen lassen. Sie mache Wahlkampf mit Losungen der DDR-Bürgerbewegung von 1989. Man möge sich die Parteispitzen ansehen. "Die meisten kommen aus den alten Bundesländern und kennen weder die hiesige Geschichte noch haben sie Anteil an der friedlichen Revolution."

Geldsegen für Plenair

Dagmar Enkelmann, Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, appellierte, die Probleme in der Welt nicht aus den Augen zu verlieren. Die Stiftung unterhalte weltweit 25 Regionalbüro, unterstütze dort die Zivilgesellschaft.

Für die Seelower Kindervereinigung hatte Thomas Nord noch ein besonderes Geschenk mitgebracht. Derzeit findet in der Naturerlebnisstätte des Vereins in Lebus ein Künstlerplenair statt. Der Verein der Bundestagsfraktion spendierte dafür 800 Euro. Am 30. August, 18 Uhr, werden im Kunstspeicher Friedersdorf die Ergebnisse präsentiert.

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