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Hunderte Gäste besuchten am Sonntag die in Märkisch-Oderland geöffneten Kirchen, historischen Gebäude, Gedenkstätten und Museen.

Tag des offenen Denkmals
Geschichte lebendig vermittelt

Ingo Mikat / 10.09.2019, 06:45 Uhr
Seelow/Friedrichsaue/Letschin Der europaweite "Tag des offenen Denkmals" stand am Sonntag unter dem Motto: "Umbrüche in Kunst und Architektur" anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums. Wer sich an einer von zwei Führungen auf dem Areal Schweizerhaus Seelow anschloss, erhielt von Uwe Trzewik einen umfassenden Einblick in die Geschichte des einst von Hugo Simon errichteten Mustergutes. Zudem führte Jens Ripp durch das erst kürzlich komplett sanierte historische Schweizerhaus. Bereits zuvor hatten Bürgermeister Jörg Schröder, die Vorsitzende des Heimatvereins "Schweizerhaus Seelow", Marion Krüger, und der Geschäftsführer der SEWOBA, Hans Peter Thierfeld, auf dem Areal den Frühschoppen eröffnet. Musiker des Evangelischen Posaunenchors Müncheberg erfreuten das Publikum mit bekannten und beliebten Melodien. Die Bäcker Michael Klemt und Stefan Strehlow boten Kartoffelbrot und Flammkuchen an.

In Friedrichsaue öffnete zur gleichen Zeit Helmut Hulitschke die Türen seines Dorfmuseums. Der 87-Jährige führte zahlreiche Gäste durch das Haus. Den Aufbau und die Unterhaltung des Dorfmuseums machte er schon vor vielen Jahren zu seiner Lebensaufgabe. Bereits 1947 beginnend, sammelte er mit großer Akribie bis heute zahlreiche historische Gegenstände der bäuerlichen Land- und Hauswirtschaft sowie Werkzeuge und viele weitere Zeugnisse der Geschichte.

In der DDR entstandene Gebäude rückten auch die Organisatoren in Letschin in den Mittelpunkt einer Veranstaltung der Letschiner Heimatstuben. Nach Eröffnung durch Ortsvorsteher Manfred Neubauer hielt Klaus-Dieter Lehmann aus Golzow einen gut besuchten Vortrag über "Baukultur im Oderbruch". Dabei legte der ehemalige Nachwende-Amtsdirektor und Bürgermeister Golzows, der zu DDR-Zeiten beruflich im Kreis Seelow im Bereich Wohnungs- und Einfamilienhausbau tätig war, den Schwerpunkt auf die Baukultur in der Zeit von 1945 bis 1989. Er beschrieb jedoch nicht nur verschiedene Gebäudetypen wie Schulen, Kaufhallen sowie Kultur- und Wohnhäuser, sondern schilderte auch Bauorganisation, Finanzierung und Probleme bei der Materialbeschaffung in der DDR.

Ausstellung in Letschin

Danach gab Ulrich Seifert-Stühr aus Neubarnim eine Einführung in die von ihm mit den Heimatstuben erarbeitete Ausstellung zur Baukultur im Oderbruch. In der Präsentation, die Heimatstuben-Leiter Edgar Petrick eröffnete, stellt er mit Fotos und Texten in der DDR-Zeit in Letschin entstanden Gebäude wie die Grundschule in Ortwig (1955/56), die Theodor Fontane Schule in Letschin (1974/75), das Kulturhaus in Kienitz-Nord (1949/50), das Haus Lichtblick in Letschin (1948/50), Wohnbauten in Neubarnim von 1986 sowie mehrere Reihenhäuser in Wollup (1986) sowie viele weitere Gebäude vor. Musikalisch begleiteten die Vernissage die Musik-Schüler Lennard Gründler und Mourice Überfeld mit ihrem Lehrer Uwe Ballhorn. Der "Tag des offenen Denkmals" endete in Letschin bei Kaffee und Kuchen, mit Gesprächen und Erinnerungen an persönliche Erfahrungen mit dem wohl ewig und zu jeder Zeit großen "Abenteuer Bauen".

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