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Vorsitzender der BI zur Erhaltung des Straussees hinterfragt Aufteilung der Gutachterkosten und Rolle der Bürgermeisterin im WSE.

Naturschutz
Bürgerinitiative für Erhalt des Straussees macht Druck

Trügerische Idylle: Zwei Frauen sitzen am Nordufer des Straussees und genießen die Spätsommersonne. Doch dort, wo sie sitzen, ist eigentlich die geschützte Uferzone und war vor einigen Jahren noch Wasser.
Trügerische Idylle: Zwei Frauen sitzen am Nordufer des Straussees und genießen die Spätsommersonne. Doch dort, wo sie sitzen, ist eigentlich die geschützte Uferzone und war vor einigen Jahren noch Wasser. © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 11.09.2019, 07:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Der Strausseepegel betrug am 19. August 2019 0,40 Meter und liegt damit 0,95 Meter unterhalb des festgelegten Norm-Staus (Untere Wasserbehörde). Am 9. August 2019 wurde der erste Meilenstein (IST-Standanalyse) zum Gutachten vom Büro BGD-ECOSAX aus Dresden vorgestellt. Im März 2020 soll das Gutachten fertiggestellt sein und der Öffentlichkeit vorgestellt werden." So weit der Teil des Berichts der Bürgermeisterin Elke Stadeler an die zweite Sitzung der Strausberger Stadtverordnetenversammlung, der sich mit dem Strausseepegel beschäftigt.

Beraterleistungen unschädlich

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Straussees, Frank Weber, hat nachgezählt: 600 Zeilen hatte der Bericht insgesamt. 30 hätten sich mit dem Straussee-Wasserstand beschäftigt, allerdings zum größten Teil mit den Problemen der Badeanstalt und dem Zuschuss für die Strausberger Bäder GmbH. "Unsere Bürgerinitiative hat 220 Mitglieder, wir fordern Informationen ein", betonte Frank Weber in der Einwohnerfragestunde. So fragte er, wie sich die Bundes-, Landes- und Stadt-Fördermittel für das Gutachten zum Straussee aufteilen und wie viel für eine Beraterfirma aus Hoppegarten davon draufgingen. Und Weber setzte nach: "Haben auch die Stadtverordneten und Ausschüsse das Recht auf kostenpflichtige Beratungsleistungen?"

Bürgermeisterin Elke Stadeler verwies auf den politischen Stadtverordnetenbeschluss für den Antrag auf Fördermittel und fügte an: "Ich finde es nicht schädlich, wenn eine Verwaltung Beratungsleistungen in so begrenztem Umfang in Anspruch nimmt.. Wenn die Stadtverordnetenversammlung Beratung brauche, könne sie das beschließen und in Anspruch nehmen. Die Frage, wie sich die Fördermittel aufteilten, könne sie nicht gleich beantworten, sagte Elke Stadeler. Nach früheren Berichten zum Thema handelt es sich in der Hauptsache um Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER sowie Landesmittel.

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative hakte noch einmal nach: "Sie sind Mitglied der Verbandsversammlung des Wasserverbandes Strausberg–Erkner und Mitglied des Vorstandes: Wann ist dort die nächste Sitzung? Welche Themen wollen Sie dort im Interesse der Strausberger platzieren, welche Probleme lösen, und wie können die Stadtverordneten und wir Sie dabei unterstützen?"

Widerstreitende Interessen

Elke Stadeler ging mit ihrer Antwort auf Distanz zum Wasserverband: "Ich bin nicht umsonst nicht Vorsitzende geworden", erinnerte sie an die verlorene Kampfkandidatur gegen den Hoppegartener Bürgermeister Karsten Knobbe. "Wir haben 27 Stimmen in der Verbandsversammlung von 160 insgesamt. Wir können da nicht so viel erreichen gegen die anderen Gemeinden, ich bin dort in einer schwierigen Situation." Sie setze sich für die Interessen Strausbergs ein, sei aber gleichzeitig Teil des Gremiums, das die Interessen des Verbandes im Auge haben muss. Wie unterschiedlich die Interessenlagen im WSE seien, zeige auch die Tatsache, dass in einer anderen Gemeinde ein kleiner See mit Wasser aus dem Hydranten aufgefüllt worden sei. Aber sie freue sich auf den neuen Ausschuss für Klima und Umwelt, der sie sicher qualifiziert unterstützen werde, und sie freue sich auch über jeden interessierten Stadtverordneten, der an der Verbandsversammlung teilnehme.

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