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Auf die Neugestaltung der halbanonymen Urnenanlage hat sich am Montagabend der Bauausschuss von Neuhardenberg verständigt.

Totengedenken
Namenswand statt Stelen auf dem Neuhardenberger Friedhof

Vorbild Seelower Friedhof: Solch eine Wand mit Namen der Verstorbenen soll es auch in Neuhardenberg geben.
Vorbild Seelower Friedhof: Solch eine Wand mit Namen der Verstorbenen soll es auch in Neuhardenberg geben. © Foto: Cornelia Link-Adam
Cornelia Link-Adam / 09.10.2019, 06:30 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Es stand nicht einmal auf der Tagesordnung und war dennoch am Montagabend das beherrschende Thema: Wie soll die halbanonyme Urnenanlage in Neuhardenberger Friedhof künftig gestaltet werden? Darüber hat der Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft, Bau, Verkehr und Sicherheit der Gemeinde Neuhardenberg im Amtsgebäude rege diskutiert. Und kam zu einer Lösung.

Der Frankfurter Garten- und Landschaftsarchitekt Andreas Kittner hatte sich im Auftrag der Gemeinde –  die für die Gestaltung der Friedhofsmauer schon 10 000 Euro in den Haushalt eingestellt hatte – verschiedene Gedanken gemacht. Aktuell sei die Anlage wenig einladend. Noch sei das Areal anonym gehalten, nun soll es auf Wunsch der Gemeinde halbanonym gestaltet werden, durch Namensschilder der Verstorbenen. "Es gibt aber keine Pflicht, seinen Namen anbringen zu lassen."

Bedarf ist vorhanden

Allerdings gebe es immer mehr Bedarf, würden Nachfahren einen Platz zum Trauern neben dem Urnenfeld bevorzugen. Kittner empfahl eine Namens-Wand aus Klinker vor der wenig ansehnlichen, rötlichen Friedhofswand. Auf dem neuen Feld könnten 280 Namens-Schilder mit Geburts- und Sterbedaten angebracht werden.

Alternativ, so Kittner, könnte man Stelen aufstellen. "Da bekommt man aber nur begrenzt Namenstafeln rauf." Solche Säulen hätte bereits der Friedhof in Briesen, Namenswände dagegen gebe es schon in Seelow, Gusow, Frankfurt und Lebus. "Und wenn die eine Tafelwand, eingefasst in Kieseln, nicht reicht, könnte man noch gegenüber eine weitere Mauer aufstellen", erklärte Kittner. Diese sollte maximal 1,99 m hoch sein, "ab zwei Meter braucht man eine Baugenehmigung". Angedacht sind Pfeiler an den Seiten und obenauf eine Rollschicht mit "Tropfnase", damit der Regen nicht auf die Namensschilder fällt. Und die Blumenablage davor sei möglich.

Platz gibt es auf der benachbarten Wiese für 385 Urnen. Dass der Bedarf da sei, eine halbanonyme Anlage zu schaffen, war den Abgeordneten im Ausschuss klar. Allerdings müsste die Gemeinde mit 84 000 Euro in Vorkasse gehen. Refinanzieren würde sich das Ganze erst aus den Tafeln. Preis pro Stück: 300 Euro. Ob es preisgünstigere Alternativen für die Bürger gebe, fragte Gabriele Masche (Aktiv für Neuhardenberg) an. Auch sorgte sie sich um den Denkmalschutz, der aber nach Aussage der Neuhardenberger Amtsverwaltung eher für die mauerähnliche Variante war.

Kosten: 300 Euro pro Tafel

"Die Kosten sehe ich weniger als Problem. Das werden sicher einige zahlen wollen. Dennoch sollten wir aber auch die anderen Bestattungsformen wie Erdbeisetzungen weiter im Blick behalten, damit es ausgeglichen bleibt", sagte Bürgermeister Mario Eska (Die Linke). Man wolle mit dem neuen Konzept den Bürgern ein Angebot machen, fügte Ausschuss-Chef Jürgen Auge (Die Linke) an. Am Ende waren alle Abgeordneten für die Namenswand. Der Planer soll nun eine genauere Kostenschätzung beim Steinmetz einholen, damit der Gemeinderat darüber am 16. Oktober für die Haushaltsplanung 2020 entscheiden kann.

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