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Stromerzeugung
Auf einstigem Schießplatz soll Solarpark entstehen

Symbolfoto
Symbolfoto © Foto: dpa/Ingo Wagner
Doris Steinkraus / 10.10.2019, 06:00 Uhr
Gusow-Platkow (MOZ) Im Wald von Platkow soll ein Solarpark entstehen. Und zwar dort, wo bis vor einigen Jahren noch Soldaten der Bundeswehr (zuvor auch der NVA) ihr Schießtraining absolviert haben.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung von Gusow-Platkow stellte Thomas Ebinghaus, Projektentwickler für die WES Green GmbH, die geplante Investition vor. Unter dem Namen "Solarpark Blanke Heide" soll auf einer zehn Hektar großen Brachfläche künftig Strom erzeugt werden. Von den zehn Hektar sollen etwa acht bebaut werden.  Da es sich um eine Konversionsfläche handelt, besteht eine Vergütungsfähigkeit entsprechend des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Acht Megawatt Peak-Leistung

Mit dem Haupteigentümer, Gebhard Graf Hardenberg, habe es bereits Gespräche zum Erwerb der Fläche gegeben, erklärte der Projektentwickler. Der stehe dem Vorhaben sehr positiv gegenüber. Der zweite Teil der Fläche gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Auch dort gebe es die Bereitschaft, das Flurstück für die Energienutzung bereit zu stellen.

Die Photovoltaik-Anlage soll einen Gesamtleistung von 8 MWp haben. MWp steht für Megawatt Peak (Spitzenleistung) und ist eine Einheit der maximalen Leistung eines Photovoltaik-Kraftwerks. Ein MWp entsprechende 1000 Kilowatt peak (kWp). Mit dem Projekt würde auch eine regionale Wertschöpfung erfolgen, warb Thomas Ebinghaus. Das Unternehmen WES Green habe zwar seinen Sitz in Trier, agiere aber bundesweit. "Und wenn wir Anlagen errichten, gehen die Aufträge natürlich vorrangig in die Region", sagte er. Das gelte auch für die spätere Pflege und Wartung.

Für die Nutzung der Wege und Straßen werde das Unternehmen ein Nutzungsentgelt zahlen, versicherte er. Die Kommune könnte entscheiden, ob sie die etwa 16 000 Euro als einmalige Summe oder über zehn Jahre verteilt haben möchte. "Das alles würde in einem Vertrag mit der Kommune noch geregelt", erklärte Ebinghaus. Vor Inbetriebnahme werde es einen Tag der offenen Tür geben, um den Bürgern Einblick in das Projekt zu geben und Fragen zu beantworten. Bezüglich Gewerbesteuereinnahmen dämpfte Ebinghaus zu zeitige Erwartungen. Erst nach einigen Jahren würden die fließen – zu 70 Prozent vor Ort und zu 30 Prozent in die Kommune des Firmensitzes.

Die Werbung für das Vorhaben erfolgte nicht ohne Grund. Denn es braucht die Mitwirkung der Gemeinde. Die muss einen Aufstellungsbeschluss fassen. Das Planungsprozedere obliegt dem Unternehmen, das auch alle Kosten trägt. Die Verwaltung muss die Dokumente im Gemeinderat zur Stellungnahme vorlegen. Auch sämtliche Verhandlungen mit Eigentümern von Flächen, auf denen das Verbindungskabel auf einer Länge von 1,5 km zum Netzanschlusspunkt nahe der Biogasanlage Richtung Neuhardenberg entlang verlegt werden soll, führt der Investor.

Vertrag regelt alle Details

"Was ist mit einem späteren Rückbau?", wollte Tino Treske wissen. Ebinghaus verwies auch die vertraglich gesicherte Rückbaugarantie. Dafür würde ein sogenanntes "verpfändetes Sparbuch" angelegt. Es ist eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren konzipiert. Danny Schlabe wollte den Zustand der Waldstraße gesichert sehen. Wenn dort für den Bau schwere Fahrzeuge entlang fahren, werde sie in Mitleidenschaft gezogen. "Wir richten sie so her, wie sie vor dem Bau war", betonte Ebinghaus. Alle Details würden ohnehin in einem städtebaulichen Vertrag geregelt, ergänzte Amtsdirektorin Grit Brinkmann. Letztlich gab es Zustimmung für das Projekt. Die Verwaltung kann jetzt entsprechende Beschlüsse vorbereiten.

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