Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Jobcenter
Dank neuem Gesetz Chancen auf feste Arbeitsstelle

Im MOZ-Gespräch: Sandra Lorey (Teamleiterin), Marco Schulz (stellvertretender Geschäftsführer Jobcenter MOL) und  Andrea Schild (Bereichsleiterin, v.l.) in der Seelower Redaktion.
Im MOZ-Gespräch: Sandra Lorey (Teamleiterin), Marco Schulz (stellvertretender Geschäftsführer Jobcenter MOL) und  Andrea Schild (Bereichsleiterin, v.l.) in der Seelower Redaktion. © Foto: Doris Steinkraus/MOZ
Doris Steinkraus / 10.10.2019, 07:00 Uhr
Seelow (MOZ) Mit seinen 40 Jahren hatte der Mann noch keinen einzigen Tag in seinem Leben einen Job. Die Mitarbeiter des Jobcenters wussten indes von einem Arbeitgeber, der händeringend eine Hilfskraft suchte.

Über das seit Januar geltende neue Teilhabechancengesetz fanden schließlich beide Seiten zueinander. "Seit April geht der Mann einer versicherungspflichtigen Beschäftigung in der besagten Firma nach", berichtet Sandra Lorey, Teamleiterin des Arbeitgeberservice im Jobcenter MOL, in einem MOZ-Gespräch. Das Gesetz ermögliche eine bis zu fünf Jahre gestaffelte Förderung von Langzeitarbeitlosen. Die Arbeit mit dieser Personengruppe bildet einen Schwerpunkt des Jobcenters.

Mit dem 100-prozentigen Lohnkostenzuschuss in Höhe des jeweils geltenden Mindestlohnes können die Unternehmen selbst testen, ob der oder die Betreffende zum Betrieb passt. Sie können Ungelernte qualifizieren (bis zu 3000 Euro Weiterbildungskosten erhalten die Arbeitgeber) und sich so über diesen Weg eigene Fachkräfte heranziehen. 124 Eintritte für eine auf fünf Jahre befristete Förderung über den Paragrafen 16i gab es bisher im Landkreis im Rahmen des neuen Gesetzes, erläutert Marco Schulz, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters.

16i richtet sich an Personen, die mindestens sechs Jahre Hartz IV bezogen haben. Hinzu kommen 46 Eintritte über Paragraf  16e, mit dem über zwei Jahre ein Lohnkostenzuschuss in Höhe von 75 Prozent gewährt wird. Das Programm greift, wenn der oder die Betreffende mindestens zwei Jahre arbeitslos war. In beiden Programmen entstehen den Unternehmen keine Verpflichtungen zu späteren Übernahmen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben es letztlich selbst in der Hand, ob es eine dauerhafte Verbindung wird. Übers Jobcenter gibt es lediglich ein begleitendes Coaching.

Budget ist ausgeschöpft

Genutzt wird dieser Fördermaßnahmen auch von freien Trägern, zum Beispiel in der Pflege. "Es gibt weiteren Bedarf. Die Arbeitgeber haben auf dieses neue Instrument gut reagiert, nutzen es. Leider ist das Budget für Märkisch-Oderland derzeit ausgeschöpft", erklärt Sandra Lorey. Im kommenden Jahr müsste ein neues Budget aufgelegt werden, um weiteren Arbeitslosen über diesen Weg wieder eine Berufschance zu geben. Das Programm greift im übrigen unabhängig des Alters des Betreffenden, nicht nur für junge, sondern auch für ältere Arbeitslose.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG