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Gedenken
Reitwein saniert deutsche Kriegsgräber

Sanierungsfall: Die deutsche Kriegsgräberstätte auf dem Reitweiner Friedhof soll komplett rekonstruiert werden.
Sanierungsfall: Die deutsche Kriegsgräberstätte auf dem Reitweiner Friedhof soll komplett rekonstruiert werden. © Foto: Detlef Schieberle
Ines Weber-Rath / 07.11.2019, 06:00 Uhr
Reitwein (MOZ) Für mediales Interesse, auch über Deutschland hinaus, haben in der Vergangenheit die Arbeiten zur Rekonstruktion der russischen Kriegsgräberstätte in Reitwein gesorgt. Hunderttausende Euro sind, auch aus Russland, in die Neugestaltung geflossen. Doch in dem zum Kriegsende heftig umkämpften Oderbruchdorf gibt es auch eine Kriegsgräberstätte für die hier gefallenen deutschen Soldaten. Sie befindet sich auf dem kirchlichen Gemeindefriedhof und soll jetzt saniert werden.

Baustart nach Volkstrauertag

"Die Anlage wird mit Mitteln für die Kriegsgräberfürsorge im Landkreis komplett rekonstruiert", sagt Heidemarie Rust aus dem Bau- und Ordnungsamt der Lebuser Amtsverwaltung. Nach dem Volkstrauertag sollen die Arbeiten beginnen, für die die Podelziger Firma Gala-Bau Bernd Scheffler den Zuschlag bekommen hat.

Für die Kriegsgräberstätte, die sich im hinteren Teil des Gemeindefriedhofs an der Reitweiner Fischerstraße befindet, ist die Kommune zuständig. Sie hat einen Pflegevertrag mit der Kirchengemeinde geschlossen. "Die Arbeiten zur Rekonstruktion der Anlage sind mit Pfarrer Martin Müller und seiner Gemeinde abgestimmt", betont Reitweins Bürgermeister Detlef Schieberle. Schließlich soll sich das Areal gut ins Gesamtensemble des Friedhofs einfügen.

Die von Landschaftsarchitekt Andreas Kittner erarbeitete Planung sieht vor, dass zunächst der Wildwuchs beseitigt und die umliegenden Bäume beschnitten und verkehrssicher gemacht werden sollen. Die neue Bepflanzung, vor allem mit Bodendeckern, und die neu anzulegende Rasenfläche werden nicht nur einen besseren Anblick bieten. Sie sollen auch den Pflegeaufwand für die Reitweiner Gemeindearbeiter reduzieren, zu deren Zuständigkeit die Anlage gehört.

Vorgesehen ist im Zuge der Rekonstruktion der Kriegsgräberstätte für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Wehrmachtssoldaten auch die Aufarbeitung des verwitterten Holzkreuzes. Die am Rande stehenden Namenstafeln für die 46 Gefallenen, die hier beerdigt sind, sollen gründlich gereinigt und neu verlegt werden, informiert Heidemarie Rust weiter. Die Zuwegung wird instand gesetzt. Die reinen Baukosten für die Arbeiten, die bis zum Jahresende erledigt sein sollen, beziffert die Amtsmitarbeiterin auf rund 31 000 Euro.

Soldatenfriedhöfe

Kriegsgräberstätten stehen weltweit unter  besonderem Schutz. Die Genfer Konvention liefern dazu international verbindliche Grundlagen. Ursprünglich wurden in erster Linie Soldatenfriedhöfe angelegt. Im Laufe der Zeit wurden solche Ehrenfriedhöfe zu Gedenkstätten umgewandelt, in denen nicht nur gefallene Soldaten beigesetzt sind. Dem trägt ein 1977 verabschiedetes Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen Rechnung, das auch Personen einbezieht, die im Zusammenhang mit einer Besetzung, während Kampfhandlungen oder als Gefangene gestorben sind.

Die Pflege der Kriegsgräberstätten liegt in Deutschland in der Obhut der Kommunen; im Ausland widmet sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Auftrag der Bundesregierung um Erfassung, Erhalt und Pflege. In diesem Moment läuft gerade die jährliche Haus- und Straßensammlungen des Volksbundes. Er hat rund 90 000 Mitglieder und verwaltet einen Jahresetat von fast 50 Millionen Euro.⇥awe

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