Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mit einem restaurierten Dreschkasten am Dorfeingang werben die Zechiner Oldtimer- und Traktorenfreunde für das zwölfte Bulldog-Treffen.

Dorfleben
Sie haben ihr Dorf berühmt gemacht: Bulldog-Verein wird 20

Arnold Ille / 08.11.2019, 06:00 Uhr
Friedrichsaue Wir Dorfmenschen müssen uns ja irgendwie die Zeit vertreiben." So hallt es scherzhaft und selbstironisch seitens der Vereinsmitglieder der Oldtimer- und Traktorenfreunde Zechin. Gemeint ist damit ihre Begeisterung für Landmaschinentechnik. Vor 20 Jahren, am 6. November 1999, machten es sich Maik Rösner und Hartmut Fuchs zur Aufgabe, ein besonderes Motto für das damalige Dorffest zu entwickeln. Schnell wurden sie sich einig, Traktoren und Oldtimer in den Mittelpunkt zu stellen und erhielten große Unterstützung seitens der Dorfbewohner.

Seitdem findet im Zweijahrestakt das Bulldogtreffen statt, auf der die Arbeitsweise von intakten Fahrzeugen demonstriert wird, beispielsweise im Rahmen einer Ernteshow.  Am vergangenen Mittwoch trafen sich die Vereinsmitglieder, um den Dreschkasten im Herzen von Friedrichsaue einzuweihen. Dieser wurde im 820 Einwohner-großem Ort als Blickfang aufgestellt. Das zwölfte Bulldogtreffen findet vom 14. bis 15. August 2020 statt.

Vorbild war Bremen

Beim allerersten "Ostbrandenburger Bulldogtreffen" hatten sich im Juli 1999 in Friedrichsaue 19 Besitzer landwirtschaftlicher Oldtimer der Marke "Lanz-Bulldog" ein Stelldichein gegeben und ließen die Motoren dröhnen. Brandenburgs Landwirtschaftsminister Gunther Fritsch und Frankfurts Polizeipräsident Hartmut Lietsch gaben den Startschuss für einen Korso durchs Dorf (Bild) und zeichneten die Besitzer der besten drei alten Zugmaschinen aus.

Ja, so etwas wie in Bremen, hatte sich Friedrichsaues Bürgermeister Uwe Karg 1999 gedacht, müsste man doch auch im Oderbruch auf die Beine oder besser auf die Räder stellen können. Das war zu Pfingsten. Karg war in der Hansestadt beim Bulldog-Treffen. 500 Maschinen. Tausende Besucher. Drei Tage Volksfeststimmung. So etwas sollte es sein. Nur, dass im Oderbruch nicht unbedingt Bremer Verhältnisse angestrebt wurden. Eher ein, zwei Nummern kleiner. Mit dem Treffen sorgte  das Oderbruch-Dorf von da ab für eine Sommer-Attraktion in der Region. Die erste Maschinen-Schau war noch gar nicht über die Bühne gegangen, da war dem Bürgermeister schon frohen Mutes, dass sie ein Markenzeichen für Friedrichsaue wird. "Es kommt heute einfach darauf an, Akzente zu setzen", meinte er.

An Selbstbewusstsein mangelte es den Initiatoren des Bulldog-Treffens keineswegs. Zu gut hat die Vorbereitung geklappt. Aus der Gemeindekasse kamen 3000 Mark. Viele Sponsoren hatten dazugelegt oder übernahmen den Transport der meist nicht für den Straßenverkehr zugelassenen Landmaschinen. Nicht selten, dass jemand einfach fragte, ob er irgendwie helfen kann. Das zwölfköpfige Vorbereitungsteam, in dem neben Chef Uwe Karg u.a. die Zechiner Maik Rösner und Marko Paulus und die Friedrichsauer Hartmut Fuchs und Helmut Hulitschke mitarbeiteten, waren sich sicher, alles Notwendige für eine gute Show getan zu haben. Karg freute sich, dass wie Rösner und Paulus viele junge Leute bei der Organisation des Bulldog-Treffens geholfen haben. "Wichtig ist, dass wir einen Lichtblick schaffen, ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen."

Kleines Dorf ganz groß

Als kleine Gemeinde etwas Großes auf die Beine zu stellen, war für den Bürgermeister der größte Ansporn. Weil man, wie er sagt, damit etwas fürs Gemeinschafts- und Selbstwertgefühl im Dorf tut. Dass es was werden könnte mit einem richtigen Bulldog-Treffen, hatten die Veranstalter schon kurz nach der ersten Ankündigung gemerkt, als es ein Dutzend Zusagen gab. Bulldogfahrer aus Lebus, Alt Zeschdorf, Lietzen, Letschin, Marxdorf und Genschmar sagten prompt ihr Kommen zu. Sogar aus Torgau, Pasewalk, Cottbus und Leipzig kamen Anfragen. Ein Anrufer aus Kiel fragte erst einmal, wo Friedrichsaue denn liegt.

19 Vereinsgründungsmitglieder gab es im November 1999. Erster Vorsitzender wurde André Wemme. Der Buschdorfer hatte selbst einen Bulldog "Ursus".

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG