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Hilfe
Zoos aus Eberswalde und Altreetz wollen Krefeld helfen

Wie im Affenhaus: Dieses Weißbüscheläffchen lebt im Eberswalder Zoo und wird auch dort bleiben. Der Zoo in Krefeld muss sich nach dem Brand neu für die Zukunft aufstellen, weltweite Zuchtprogramme für bedrohte Tierarten können dabei helfen.
Wie im Affenhaus: Dieses Weißbüscheläffchen lebt im Eberswalder Zoo und wird auch dort bleiben. Der Zoo in Krefeld muss sich nach dem Brand neu für die Zukunft aufstellen, weltweite Zuchtprogramme für bedrohte Tierarten können dabei helfen. © Foto: Thomas Burckhardt
Jörn Kerckhoff / 07.01.2020, 07:30 Uhr - Aktualisiert 07.01.2020, 10:14
Eberswalde (MOZ) Die Verantwortlichen der Zoos in Eberswalde und Altreetz sind geschockt vom Brand in Krefeld und bieten Hilfe an.

Die Anteilnahme nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo in der Silvesternacht, bei der das Affenhaus komplett niederbrannte und etwa 30 Affen umkamen – dazu auch noch zahlreiche Reptilien, Vögel und Nagetiere – ist riesengroß. Die Betroffenheit der Menschen ist indes deutlich spürbar, Mails aus der ganzen Welt gingen in den vergangenen Tagen beim Zoo ein und auch die Spendenbereitschaft sei sehr groß, wie eine Mitarbeiterin des Zoos auf Nachfrage der MOZ berichtet. Selbst am Kassenhäuschen bekomme man mit, dass die Bevölkerung trauere. "Die Mitarbeiter funktionieren im Moment einfach nur, der Schock sitzt sehr tief", so die Mitarbeiterin.

Guter Kontakt zu Parks

Aber nicht nur in Krefeld, auch in anderen zoologischen Gärten ist die Anteilnahme groß und die Bereitschaft zur Hilfe auch. "Der Krefelder Zoo hat uns in den Jahren nach der Wende sehr unterstützt", erzählt etwa Bernd Hensch, Direktor des Zoos in Eberswalde. Mit Wolfgang Dreßen, dem Leiter des Krefelder Zoos, sei er gut befreundet, und natürlich habe er Hilfe angeboten. "Wir werden sicher einen Weg finden, dem Zoo in Krefeld zu helfen", so Hensch. Wie diese Hilfe aussehen wird, könne er jetzt aber noch nicht sagen.

Schließlich sei das Unglück gerade erst eine Woche her, da müsse man vor allem in Krefeld erstmal zur Ruhe kommen und dann einen Plan für die Zukunft aufstellen. Es gebe im deutschsprachigen Raum – Schweiz, Österreich, Deutschland – den Verband der Zoodirektoren, der sehr gut vernetzt sei und der mit Sicherheit auch helfen werde, damit es wieder Affen im Krefelder Zoo zu sehen geben wird. Dabei macht Hensch deutlich, dass die Aufgabe von Zoos inzwischen eine ganz andere sei, als noch vor 20 oder 30 Jahren. "Unsere Aufgabe ist heute, einen Beitrag zum Erhalt vom Aussterben bedrohter Arten zu leisten", macht der Leiter des Eberswalder Parks deutlich, dass es nicht darum gehe, Wildtiere in Käfige zu sperren, um sie der Bevölkerung vorzuführen.

Hilfe für den Krefelder Zoo bietet auch der Oderbruchzoo in Altreetz an. Allerdings müsse man auch dort erst einmal sehen, wie eine Hilfe aussehen kann, so Roman Bourwieg, Werkstattleiter der St. Stephanus-Stiftung in Bad Freienwalde, unter deren Leitung der Zoo inzwischen steht. Abgesehen von den katastrophalen Folgen sei auch der Zeitpunkt des Brands sehr unglücklich gewesen. Denn natürlich dauere es zum Beginn eines Jahres immer ein wenig, bis alles wieder wie gewohnt funktioniere. Und die Kollegen in Krefeld müssten erst einmal aus der Schockstarre erwachen, um Pläne für die Zukunft zu machen

Affen für neues Rudel?

Das Aufstellen einer Spendenkasse für die Besucher des Oderbruchzoos sei eine mögliche Maßnahme, so Bourwieg. Tatsächlich könne man sogar überlegen, ob die Affen aus Altreetz – im Zoo leben Makaken und Berberaffen – für den Aufbau einer neuen Affengruppe in Krefeld herangezogen werden könnten. "Bei uns arbeiten viele Menschen mit Behinderung, die Betreuung der Affen durch diese Mitarbeiter ist aber schwierig", erläutert Bourwieg, warum der Oderbruchzoo sogar bereit wäre, sein Affenrudel abzugeben. Allerdings wisse er auch, dass so ein Schritt nicht von heute auf morgen vollzogen werden könne und es überhaupt nicht sicher sei, ob dies überhaupt gehe. Es ist auch nicht so, dass es im Krefelder Zoo gar keine Affen mehr gibt.

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