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Judo
Doppelbronze für Oderbrücher

Bronzemedaillen-Gewinner im Judo: Der für Hannover startende Lebuser Nick Köhler erkämpfte sich in der Klasse bis 66 Kilogramm das Edelmetall und dem für den JC 90 Frankfurt antretenden Bad Freienwalder Dennis Rietz gelang dieses Kunststückchen in der Klasse bis 90 Kilogramm (links).
Bronzemedaillen-Gewinner im Judo: Der für Hannover startende Lebuser Nick Köhler erkämpfte sich in der Klasse bis 66 Kilogramm das Edelmetall und dem für den JC 90 Frankfurt antretenden Bad Freienwalder Dennis Rietz gelang dieses Kunststückchen in der Klasse bis 90 Kilogramm (links). © Foto: Mike Köhler
Mike Köhler / 05.03.2020, 06:30 Uhr
Leipzig Die Messestadt Leipzig erlebte die Deutsche Einzelmeisterschaft im Judo der Altersklasse U 18. Unter den 432 männlichen und weiblichen Judoka der Jahrgänge 2003-2005 waren auch Joren Westphal aus Wulkow, Nick Köhler aus Lebus und Leni-Eileen Suter aus Frankfurt (Oder) dabei. Alle drei gehören dem PSV Frankfurt an.

Zunächst wurden die neuen Deutschen Meister des männlichen Bereichs ermittelt. Aus den jeweiligen Gruppenmeisterschaften waren die drei Erstplatzierten für dieses Turnier qualifiziert. Gekämpft wurde im Doppel-KO-System bei einer regulären Kampfzeit von vier Minuten. In der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm waren 27 Kämpfer, darunter Nick Köhler und Joren Westphal, am Start. Die Auslosung ergab, dass der Nordostdeutsche Vizemeister Joren Westphal und der gesetzte Nick Köhler im selben Pool antraten.

Den Anfang machte der für den Landesverband Niedersachsen startende Nick Köhler. Vom Trainerteam gut eingestellt, lief gegen Nouri Günther alles wie geplant, doch einen halbherzigen Angriff nutzte der Bonner zum Kontern aus und erzielte eine Ippon (ganzer Punkt). Damit war der Traum vom Meistertitel geplatzt und es blieb der lange Weg über die Hoffnungsrunde, um doch noch das Siegerpodest zu erreichen.

Der für den Landesverband Berlin kämpfende Joren Westphal musste nach einem Sieg gegen Alexey Guralsky (Saarland) ebenfalls gegen Nouri Günther eine Niederlage hinnehmen. Das bedeutete, dass die beiden ehemaligen Frankfurter Sportschüler im Gleichschritt die Hoffnungsrunde bestreiten mussten. Nach Siegen gegen Alexey Guralsky, Maxim Gusselnikov (Bayern), Kevin Busik (Thüringen) und Elija Ruben Märkt (Berlin) erreichte Nick Köhler die letzte Runde vor dem kleinen Finale. Die Entscheidung gegen wen, musste die Begegnung zwischen dem Sachsen Bernhardt Berg und seinem langjährigen Trainingspartner Joren Westphal bringen. Der Wulkower Bodenspezialist, der bis dahin zwei vorzeitige Siege gegen Alexander Geier (Hamburg) und Nils Hummel (Brandenburg) erzielt hatte, versuchte nach einem Wazaari Rückstand (halber Punkt) alles, um eine eigene Wertung zu erzielen, musste sich nach der regulären Kampfzeit aber geschlagen geben. Das bedeutete einen guten neunten Platz in dem hochkarätigen Starterfeld.

Mit Ippon zur Bronzemedaille

Mit einem Ippon-Sieg gegen Bernhardt Berg sicherte sich der 16-jährige Lebuser dann den Platz fürs kleine Finale und machte dort gegen Valeriu Capros (Nordrhein-Westfalen) nach 1:50 Minuten die Bronzemedaille perfekt, die ihm die Qualifikation zur DM der U 21-Klasse am Sonnabend in Frankfurt sicherte.

Mit Dennis Rietz vom JC 90 Frankfurt startete in der 90-Kilogrammklasse ein weiterer Oderstädter. Und dies durchaus erfolgreich: Den ersten Kontrahenten Justin Postnikov vom Judoclub Lüdinghausen bezwang der gebürtige Bad Freienwalder nach einer Minute Kampfzeit. Auch Ramazan Djabrailow vom Kodokan Erfurt konnte den Siegeszug nicht stoppen.

Nach einem weiteren Erfolg, diesmal gegen den Hamburger Niklas Lobgard, wartete im Halbfinale mit Kilian Kappelmeier vom TSV München-Großhadern nicht nur eine harte Nuss, sondern ein Gegner, den Rietz von den Ausbildungslehrgängen in Kienbaum bestens kennt. Dementsprechend spannend ging es auf der Matte zu, ehe Kappelmeier nach 6:23 Minuten mit einem O Uchi Gari (Innensichelwurf) das Duell gewann. Der spätere Deutsche Meister hieß übrigens auch Kappelmeier.

Im kleinen Finale gab es nach 1:06 Minuten dann doch noch Grund zum Jubeln. Rietz bezwang Tim Renner aus Hessen mit einem Ippon und sicherte sich  den dritten Rang.

Leni-Eileen zahlt Lehrgeld

Am zweiten Meisterschaftstag war dann Leni-Eileen Suter in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm auf der Tatami. Als Jahrgangsjüngste zum ersten Mal bei einer großen Meisterschaft dabei, hatte es die Frankfurterin gleich mit der späteren Deutschen Meisterin Sarah Geretzki (Bayern) zu tun und konnte den vorzeitigen Sieg ihrer Gegnerin nicht verhindern. So musste die Freizeitsportlerin von Trainer Ludwig Baumann auch in die Trostrunde. In Runde drei hieß die Gegnerin dort Janine Kratzin (Sachsen). Die junge Gymnasiastin nahm ihr Kämpferherz in die Hand, bot der zwei Jahre älteren Athletin einen ausgeglichen Kampf und schied aber am Ende vorzeitig durch Ippon für ihre sächsische Kontrahentin aus.

Trainer Ludwig Baumann, an beiden Tagen vor Ort, sagte noch am Mattenrand: " Ich bin keineswegs enttäuscht, bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft und als Jahrgangsjüngste hat sich unsere Freizeitsportlerin Leni-Eileen, ohne Angst und mit viel Selbstvertrauen, ihren Gegnerinnen gestellt. Sie hat gut gekämpft, am Ende zwar noch Lehrgeld zahlen müssen, aber das ist nicht schlimm. Wir werden fleißig weiter trainieren und im nächsten Jahr wieder angreifen. Meinen beiden Jungs kann ich nur gratulieren. Die Gewichtsklasse ist eine der stärksten in der Altersklasse. Nachdem Joren 2018 in Klasse bis 46 Kilogramm Dritter geworden ist, freue ich mich für Nick, dass es diesmal mit einer Medaille geklappt hat."

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