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Corona
Amt Neuhardenberg im Krisenmodus

Cornelia Link-Adam / 16.04.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 16.04.2020, 16:08
Neuhardenberg (MOZ) Das Haus scheint verwaist. Die Türen der Amtsverwaltung sind verschlossen, vielerlei Hinweiszettel hängen an den Scheiben und im Schaukasten.

Doch von Beamtenschlaf ist man in Neuhardenberg weit entfernt: Gearbeitet wird im Verwaltungssitz auch in Zeiten der Corona-Pandemie – wenn auch in veränderter Form.

"Um auch im Falle einer Ansteckung weiter handlungsfähig zu sein, haben wir unsere Mitarbeiter aus jedem Fachbereich in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Teams haben sich seit Wochen nicht mehr gesehen", erklärt Amtsdirektorin Grit Brinkmann.

Täglich wechseln die Teams im Haus. Wer im Amt arbeitet, macht weiter, wie bisher. Wer im Homeoffice sitzt, hat sich die Akten mit nach Hause genommen. Täglich gebe es Lage-Besprechungen. "Darüber hinaus haben wir Wochenend-Dienste eingeteilt", fügt die Verwaltungschefin an. Amtshilfe für den Landkreis wird geleistet, auch viel kontrolliert. Hinweise zu Verstößen gab es auch von Bürgern. "Bis auf wenige Verstöße verhalten sich die Leute sehr diszipliniert", lobt die Amtsdirektorin.

Vieles regele man derzeit über Telefon und E-Mail. Seit zwei Wochen ist die Behörde für den Besucherverkehr geschlossen. Kurz davor hatte Mitarbeiter Robert Lehmpfuhl noch für den Gäste im Wartebereich eine Desinfektions-Säule gebaut. Die nutzen nun die Mitarbeiter. Außerdem hat jeder Hand-Desinfektionsmittel auf dem Schreibtisch stehen und säubern die drei Reinigungskräfte das Haus täglich zweimal. Sie desinfizieren alle Klinken, Fenstergriffe, Oberflächen. "Schutzmasken fehlen uns leider", sagt Grit Brinkmann. 200 seien bestellt, kämen hoffentlich bald.

"Es gibt weiterhin viel zu tun", sagt die Amtsdirektorin. Doch es sei ein entschleunigtes Arbeiten, der Krankenstand nicht höher als sonst. Durch fehlende Besucher und den Ausfall der abendlichen Sitzungen der Gemeindevertretungen schaffe man es, Liegengebliebenes abzuarbeiten.

60 Mitarbeiter insgesamt

22 Mitarbeiter gebe es in der Kernverwaltung, mit Erziehern der in Amtsträgerschaft befindlichen Kitas Neuhardenberg und Gusow – auch hier wurden Teams für die Notbetreuung gebildet – und Mitarbeitern vom Bauhof seien es 60. "Allerdings ist es traurig, dass die Notbetreuung nicht für die Kinder der Kita-Erzieher gilt, obwohl das Land dies vorgegeben hat", kritisiert Brinkmann die Anweisung des Landrats.

Gut angenommen würden die Bürger-Telefone. Infos gebe es darüber auch zu Regelungen für Hochzeiten und Bestattungen. Nach Absprache dürfen Bürger zum Verwaltungssitz kommen, um Unterschriften zu leisten. Wurden anfangs die Dokumente durchs Fenster gereicht, erledigt man dies nun durch die Schleuse am Briefkasten. "Das funktioniert gut", sagt Tino Krebs. Der Fachbereichsleiter Bürgerdienst möblierte am Dienstag nach Homeoffice noch die Gusower Turnhalle. Hier fanden am Mittwoch die Bietergespräche für die europaweit ausgeschriebenen Planungsleistungen zum Umbau zur Mehrzweckhalle statt (Gesamtkosten: 1,4 Millionen Euro, davon 900 000 Euro Förderung). Bieter kamen genug. Über das Ergebnis entscheidet der Gemeinderat im Mai, Baustart soll noch 2020 sein.

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