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Anglerglück
Zwei Lebuser Jungen fangen Monster-Fisch

Ines Weber-Rath / 19.05.2020, 17:09 Uhr - Aktualisiert 19.05.2020, 20:57
Lebus (MOZ) Lenny habe noch Stunden später vor Aufregung gezittert, sagt seine Mutter. Kein Wunder, hat der 14-jährige Lebuser Freitagnacht doch den sprichwörtlichen Kampf von David gegen Goliath gewonnen. – Zusammen mit seinem Freund Louis (15). "Ohne ihn hätte ich den Fisch nicht an Land gekriegt", sagt Lenny Walter. Etwa 40 Minuten hat es gedauert, den 2,27 Meter langen und geschätzte 70 Kilo schweren Wels aus der Oder zu holen.

Ohne die Wels-Angel, die sich Lenny nach der bestandenen Jugend-Fischereischeinprüfung zu Weihnachten gewünscht hatte, und ohne die Ausbildung im Lebuser Anglerverein "Morgenrot" wäre der Fang kaum möglich gewesen. Bei dem handelt es sich um den bereits dritten Riesen-Wels, den Lenny Walter binnen weniger Wochen gefangen hat.

"Ich angele, seit ich fünf bin, anfangs mit meinem Vater", erzählt der Lebuser, der die Frankfurter Sportschule besucht und dort Gewichtheben trainiert. Die Kraft brauchte er im Kampf mit dem "König der Oder", wie der Wels auch genannt wird.

Seit Lenny und sein Freund Louis, der an der Frankfurter Hutten-Oberschule lernt, im Homeschooling sind, frönen sie ihrem Hobby, dem Angelsport, besonders oft. Auch Louis ist seit vier Jahren Mitglied im Anglerverein.

Schon im Februar habe Lenny begonnen, sich auf das Wels-Angeln vorzubereiten. Mit älteren, erfahreneren Anglern aus dem Verein habe sein Sohn im Schuppen das Binden der speziellen Welsknoten geübt, die verhindern sollen, dass sich der Fisch losreißt, berichtet Vater Andreas.

Am 8. April kam Lennys Wels-Angel erstmals in der Oder zum Einsatz. Zum Glück waren Freunde aus dem Verein beim Biss gegen 22 Uhr dabei. Sie halfen, den 2,01 Meter langen "King" aus dem Wasser zu holen.

Drei Tage später radelten Lenny und Louis wieder an die Oder – "mit ganz normalen Grund-angeln", wie sie betonen. Nach anderthalb Stunden sei eine Angel geradezu "weg geschossen", erzählt Louis. Und dass Lenny ins Wasser gesprungen sei, um sie zurück zu holen. "Zum Glück hat Louis mich samt Angel raus gezogen", ergänzt Lenny Walter. Am Haken hing ein 1,05 Meter langer Wels.

Mehr als vier Wochen waren vergangen, als der Sportschüler am vorigen Donnerstag, nach einem Regenguss, in den Lebuser Amtsgarten fuhr, um Tauwürmer zu fangen. "Das waren richtige Apparate, bis zu 40 Zentimeter lang", erinnert sich Lenny.

Am späten Freitagnachmittag ließen sich die Freunde von Lennys Vater an die Oder bringen. Auf einer Buhne bei Lebus richteten sie sich ein. Diesmal war die Welsangel wieder im Einsatz.

Stunden vergingen. Wegen der Kälte hatten sich die Jungen in Schlafsäcke gewickelt, als gegen 21.30 Uhr die Glocke an der Welsangel bimmelte: Lenny sprang in Socken aus dem Schlafsack und konnte die Angel gerade noch halten, bevor der Wels sie davon zog. "Ich wusste sofort, dass da ein Monster dran ist", sagt der junge Lebuser.

Er gab Schnur und lief bis zur Buhnenspitze nach vorn, während Louis Schuhe, Handschuhe und Taschenlampen holte. Schließlich war es stockfinster.

"Der Fisch war außer sich, er hat nicht nachgelassen zu ziehen. Ich hab’ gedacht, dass meine Kraft nicht reicht", erzählt Lenny Walter. Die dicke, geflochtene Spezialschnur hielt und irgendwann gab der Wels auf. Mit Louis Hilfe und Lennys beherztem sogenannten Waller-Griff ins Riesenmaul des Fisches gelang es, ihn an Land zu ziehen, wo eben Lennys Vater eingetroffen war, um die Jungen abzuholen.

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