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Weltbienentag
Blühende Notdeichfläche in Reitwein

Bienenweide (Phacelis), Ringelblume und Mohn machen den Blühstreifen am Fährweg in Reitwein so bunt. Niklas Krumsiek vom Landwirtschaftsbetrieb Odega Golzow freut sich, dass dort die vor zwei Jahren eingegebene Saat doch noch so schön aufgegangen ist. Jetzt sucht seine Firma Paten für die Blühflächen.
Bienenweide (Phacelis), Ringelblume und Mohn machen den Blühstreifen am Fährweg in Reitwein so bunt. Niklas Krumsiek vom Landwirtschaftsbetrieb Odega Golzow freut sich, dass dort die vor zwei Jahren eingegebene Saat doch noch so schön aufgegangen ist. Jetzt sucht seine Firma Paten für die Blühflächen. © Foto: Ulf Grieger/MOZ
Ulf Grieger / 20.05.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 21.05.2020, 17:56
Reitwein, Manschnow, Golzow (MOZ) Ein buntes Band aus Wiesenblumen säumt die Straße, die von  Reitwein über den Bullergraben bis zur einstigen Fähranlegestelle an der Oder führt.

Dort, wo der damalige Verkehrs- und Bauminister Hartmut Meyer (SPD) beim Sommerhochwasser 1997 einen Notdeich aufschütten ließ, summt und brummt es auf Phacelia-, Mohn- und Ringelblumenblüten.

"Wegen der Dürreausfälle mussten wir einige Flächen, die als Blühstreifen vorgesehen sind, umbrechen und neu bestellen. Diese Saat in Reitwein ist aber schön aufgegangen", freut sich Niklas Krumsiek von der Geschäftsführung des in Golzow ansässigen Unternehmens Odega sichtlich an dem Erfolg. Immerhin 67 Hektar hat Odega, die zu den größten Landwirtschaftsbetrieben im Land zählt, mit der speziellen Blühblumenmischung bestellt. Und das schon, bevor dieser Beitrag zum Bienenschutz als ökologische "Kulturlandschaftspflege" mit Fördermitteln bezuschusst wurde. "Um Fördergeld beantragen zu können, hätte wir alles noch mal neu ansäen müssen", erklärt Krumsiek. Odega setzt weiterhin auf "Blühpaten". Das heißt, dass man sich an den Kosten für die Blühstreifen beteiligt und dafür ein Patenschaftszertifikat bekommt.

Schild auf der Patenfläche

"Man kann seine Fläche regelmäßig besuchen und ab 100 Quadratmeter wird vor Orte ein Schild aufgestellt, mit dem auf den Paten hingewiesen wird. Die Patenschaft ist auf drei Jahre angelegt und kostet je nach Größe der Blühstreifen zwischen 19 Euro für zehn Quadratmeter bis 240 Euro für 200 Quadratmeter. Nötig ist die Zufinanzierung, weil Odega die Fläche aus der herkömmlichen Bewirtschaftung herausnimmt.

Der blaue Ziersalbei ist vom Gartenbauverband Berlin-Brandenburg zur „Bienenfreundlichen Pflanze des Jahres 2020“ geklärt worden. Landwirtschaftsminister Axel Vogel (B90/Grüpne9 , Landesbauernverbandspräsident Henrik Wendorff und Gartenbauverbandspräsident Klaus Henschel tauften am Mittwoch bei Fontana in Manschnow die Pflanze auf den Namen „Majas Mahlzeit.
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Umweltminister Axel Vogle besucht Fontana Manschnow

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Niklas Krumsiek will auf die Schulen und Kitas zugehen, um für das Projekt zu werben. Die Ortwiger Kita "Bienenschwarm" ist schon ganz aktiv dabei, hat Blühflächen besucht  und landwirtschaftliche Produktionsstätten wie die Fairmastanlage in Sachsendorf. Krumisek kann viel zu den Pflanzen erläutern, die da das ganze Jahr über den Bienen Blüten bieten. Neben dem Bienenfreund (Phacelia), der 25 Prozent der Saatmenge ausmacht, gibt es Sonnenblumen (7 Prozent, Klee (37 Prozent), Malve, Borretsch, Ringelblume, Dill und Serradella. Vor alle der Klee sei für die Stickstoffbildung im Boden wichtig, betont er.

Pünktlich zum Weltbienentag  kürt Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (B90/Grüne) heute in Manschnow den Blauen Ziersalbei "Majas Mahlzeit" offiziell zur "Bienenfreundlichen Pflanze des Jahres 2020". Der Gartenbauverband hatte die Pflanze als Bienenliebling dieses Jahres auserwählt.

Pollenreiche Nahrung

"Majas Mahlzeit" ist nektar- und pollenreich, gedeiht sowohl im Beet und im Garten als auch in Pflanzkästen auf dem Balkon und bietet den Bienen damit in der Stadt und auf dem Land Nahrung. Sie bevorzugt einen sonnigen oder halbschattigen Ort. Mit dem Gartenbauverband wirbt der Umweltminister für das Pflanzen von bie-nenfreundlichen Sträuchern und Blumen wie dem Blauen Ziersalbei, der ab Mitte Mai in den Brandenburger Gärtnereien angeboten wird.

Blühpaten-Kontakt: E-Mail: info@odega.de, Tel. 033472 5730 oder auf www.gemeinsam-Bienen-retten.de

Hintergrund zum Weltbienentag

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den20. Mai als World Bee Day ausgerufen. Damit unterstreicht sie auch die Erkenntnis über den Rückgang der weltweiten Population und den dringenden Schutz der Bienen. 75 Prozent der globalen Nahrungsmittelpflanzen sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig. Allein für medizinische Zwecke werden über 50 000 bienenbestäubte Pflanzen benötigt. ⇥red

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