Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ökolandbau
Drei junge Biogärtner wollen sich in Libbenichen beweisen

Cornelia Link-Adam / 22.05.2020, 03:00 Uhr
Libbenichen (MOZ) Es ist wahrlich idyllisch. An der Gärtnerei am Bauerngut in Libbenichen, rechterseits hinter dem Bahnübergang in Richtung Frankfurt auf dem Gelände der  Gärtnerei am Bauerngut Heimen und Frucht GbR, stehen die Salatpflanzen in Reih und Glied auf den Feldern, nebenan wachsen Radieschen und Porree. Drei Biogärtner wollen hier die Produkte des Ökolandbaus nun durch solidarischen Gemüsebau an die Kunden bringen. Mit Vorteilen für beide Seiten.

Solidarisch organisierter Gemüsebau sichert den Abnehmern saisonales und regionales Gemüse und den Gärtner eine Ganzjahresbeschäftigung zu fairen Bedingungen. Darauf setzen Claudia Gräßer, Claudia Willner und Felix Heschel. Die drei Biögärtner wollen in die seit 1991 bestehende Gärtnerei einsteigen und dort das Konzept der solidarischen Landwirtschaft umsetzen. Bislang vermarktet der Betrieb vornehmlich über den Biogroßhändler Terra seine Erzeugnisse nach Berlin.

Nun soll es auch regional angeboten werden. Schon seit drei Monaten sucht das Trio – alle sind um die 30 Jahre alt – nach Abnehmern ihrer Produkte. "Das gestaltet sich jetzt aus Corona-Gründen etwas schwierig, weil unsere Flyer in geschlossenen Läden lagen und eine Info-Veranstaltung im Prinzip noch immer nicht planbar ist", erzählt Claudia Gräßer. Das Trio hat vorab schon in anderen Berufen gearbeitet. Alle haben eine Freie Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau hinter sich, sind staatlich geprüfte Gärtner. Claudia Willner kommt aus Strausberg, traf nun auf die beiden gebürtigen Sachsen in Libbenichen.

Sie leben längst alle mit im Dorf, sind angekommen in ihrem Traumjob. Felix Heschel hat in der Gärtnerei seine Ausbildung gemacht. "Ich kann mir vorstellen, nicht nur den Betrieb weiterzuführen, sondern auch, dass die solidarische Landwirtschaft hier funktioniert." Der Bedarf sei da. Dies hätten auch schon sechs potentielle Kunden verlauten lassen, die sich auf die Flyer hin gemeldet hatten.

Doch damit sich das Arbeiten rechnet, brauche es gut 50 davon im ersten Jahr. Rechnen müssten Kunden mit Kosten von 70 bis 80 Euro im Monat. Angedacht ist, nach einem festen Plan über das Jahr verschiedene Gemüeseorten anzubauen. Diese kommen wöchentlich in Boxen mit Anteils-Hinweis zu den Kunden – an Verteilstationen, die es noch einzurichten gilt. "Zwei Gemüseesser sollten davon gut eine Woche leben können", sagt Claudia Willner.

Gut 4000 Quadratmeter Fläche wolle man für den solidarischen Gemüsebau nutzen. Platz gebe es noch viel mehr, um bei Bedarf zu erhöhen. Zur Sicherheit könne man aber auch noch weiter nach Berlin verkaufen. Ganzjährig werde es Gemüse geben. Im sandigen Boden wolle man auf verschiedenste Pflanzen setzen. Radies und Salat seien jetzt schon erntereif. In Gewächshäusern wachsen auch Möhren, Rote Beete, Bohnen und verschiedenste Tomaten heran.

Wegen der Trockenheit müsse man viel bewässern, aber das sei durch Brunnen kein Problem. Dennoch wolle man Wasser sparen, samenfeste Sorten anbauen, organisch düngen, auch die Pferde Max und Brana mit einsetzen. Mitgärtnern müssen Kunden nicht. Dafür werde man ihnen die Gärtnerei bei mehreren Festen im Jahr näher bringen.

Infos: per E-Mail: SoGeLi@posteo.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG