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Leichtathletik
Rennsteiglauf in Seelow absolviert

Ein unvergesslicher Tag: Teilnehmer und Helfer am Supermarathon von Seelow
Ein unvergesslicher Tag: Teilnehmer und Helfer am Supermarathon von Seelow © Foto: privat
Gerd Teichert / 10.06.2020, 05:30 Uhr
Seelow (MOZ) Eine weitere traditionelle Sportveranstaltung ist der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Der 48. GutsMuths-Rennsteiglauf musste abgesagt werden. Neben zahlreichen anderen Einzelstrecken sollte auch die Königsdisziplin, ein Supermarathon über 73,9 Kilometer, gestartet werden. Für diese Distanz hatte sich auch Dagmar Rocktäschel von der TSG Seelow angemeldet. Im vergangenen Jahr absolvierte sie den Lauf von Eisenach nach Schmiedefeld mit 1874 Höhenmetern zum ersten Mal und beendetete ihn nach zehn Stunden und fünf Minuten. Diesmal wollte sie unter zehn Stunden bleiben.

Die Veranstalter haben allen Sportlern das Angebot unterbreitet, ihren Lauf virtuell zu absolvieren. Die Teilnahme wurde unter #rennsteigläuferathome im Internet angeboten. Die Eingabe der Daten (Laufzeit, Strecke, Bilder usw.) war über einen Link möglich, welcher den Teilnehmern nach der Anmeldung per Mail zugesendet wurde.

Doch wo sollte man fast 74 Kilometer in Seelow laufen? Gerd Teichert, erfahrener TSG-Ultramarathonläufer, kennt auch längere Strecken in der Umgebung der Kreisstadt. Vor einigen Wochen erst war er mit Freunden eine 54-km-Runde gelaufen. An diese Strecke brauchte man jetzt "nur noch" 20 Kilometer anknüpfen.

Teichert kümmerte sich um die Strecke und um die Verpflegungspunkte. Nach drei Wochen Vorbereitung wurde aus der Idee Realität. Für das Vorhaben konnten vier weitere Ultraläufer gewonnen und der "Rennsteiglauf" um Seelow gestartet werden. In aller Frühe ging es für Dagmar Rocktäschel, den Berliner Mark Becker, Thomas Paschy aus Fürstenwalde, Gerd Teichert  und Thorsten Ossowski los.

Auf Grund der geltenden Abstandsregelung wurde das Startfoto natürlich mit Maske gemacht. Mit gefülltem Trinkrucksack und einer Menge guter Laune absolvierten die Läufer die erste Etappe auf dem Radweg von Seelow nach Gusow. Es ging weiter durch den Wald nach Platkow. Dort war der erste Verpflegungspunkt eingerichtet. Freunde der Läufer hatten warmen Tee vorbereitet.

Schmalzstullen und Kuchen

Weiter führte die Strecke um den ehemaligen Schießplatz nach Alt-Rosenthal. Bei Kilometer 19 folgte der zweite Verpflegungspunkt. Es wurden Schmalzstullen, Kekse, Schokolade, Energieriegel und saure Gurken serviert. Selbst gebackener Kuchen von Kerstin Teichert  und geschnittene Wassermelone wurden von den Läufern gern angenommen. Der Weg führte bis kurz vor Worin nach Görlsdorf. Am dritten Verpflegungspunkt kamen erste Fans an die Strecke. Uwe Hädicke, Geschäftsführer des Airports Neuhardenberg, hatte kurzfristig von der Lauftruppe erfahren. Ganz nebenbei erzählte er von seiner  Idee, einen Airport-Run in Neuhardenberg zu veranstalten. Dieser Plan schlummert schon länger in ihm.

Trinken, trinken, trinken

Durch den Wald ging es bis nach Lietzen-Nord. Der dort eingerichtete vierte Verpflegungspunkt machte allen klar, dass schon mehr als die Hälfte der Strecke geschafft war. Der Beginn der zweiten Hälfte wurde mit dem Erklingen des Rennsteigliedes erleichtert. Im weiteren Tagesverlauf wurde es warm – zu warm. Bis kurz vor Heinersdorf liefen die Teilnehmer überwiegend über Waldwege und bogen nach Regenmantel (Gemeindeteil von Falkenhagen) ab. Am  Gemeindezentrum war der Verpflegungspunkt 5 eingerichtet. Durch die große Wärme hieß es für die Athleten jetzt: trinken, trinken, trinken. Salztabletten und Schmalzstullen waren die Hauptnahrungsmittel.

Hitze macht zu schaffen

Vorbei am Schwarzen See, am Burgsee und Mühlenteich ging es auf dem Radweg wieder in Richtung Lietzen-Nord. In der Schutzhütte am Radweg war der Verpflegungspunkt 6 erreicht. So langsam machte sich die Erschöpfung bei allen breit. Die brennende Sonne trug ihr Übriges dazu bei. Noch immer waren 15 Kilometer zu absolvieren. Nächste Station war Diedersdorf, wo es erneut Getränke und Melonenscheiben gab.

Nach dem Ortsausgang von Diedersdorf, Richtung Görlsdorf, ging es wieder durch den Wald bis zu den Windrädern bei Hufen. Nach dem letzten Verpflegungspunkt lief die Gruppe auf direktem Weg nach Seelow in die dortige Gartenstraße. Passend zum Finale ertönte die Rockhymne "We are the champions". Glücklich erreichten die fünf Läufer das Ziel. Dagmar Rocktäschel hatte ihr selbst gestecktes Ziel erreicht. Sie absolvierte die 73,9 Kilometer unter zehn Stunden.

Für die Teilnehmer bleiben zudem die Erinnerung und das Erlebnis, dass sie gemeinsam durch eine wunderschöne Landschaft gelaufen sind. Sicherlich ist es eine für die meisten Menschen unvorstellbare Leistung, eine solche Strecke zurückzulegen. Neben dem Respekt für diese Anstrengungen gebührt auch ein Dank den Helfern (insbesondere Kerstin und Daniela Teichert). Das Projekt war ein voller Erfolg.

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