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Motorsport
Auftakt der Kartserie in Templin

Edgar Nemschok / 16.06.2020, 05:30 Uhr
Templin (MOZ) Das erste Rennen der Saison verlief für Jasmin Stein nicht ganz so wie es sich alle im Team erhofft hatten. Die 15-jährige Schülerin aus Marxdorf musste sich zum verspäteten Auftakt der Rennserie der Sächsischen Kartlangstrecken-Meisterschaft mit zwei zweiten Plätzen in der RK1-Junioren zufriedengeben. In beiden Wertungsläufen war sie trotz starker Leistung vom Pech verfolgt. Jasmin Stein ist Titelverteidigerin. Sieger wurde in beiden Umläufen Moritz Gerlitzki. Es war der erste von fünf Renntagen dieser Serie. Weitere Rennen wird es in Lohsa, Belleben, Cheb (Tschechien) und Wallrav (Polen) geben.

Wie immer ging es schon am Freitagabend in Marxdorf los. Das heißt, alles musste verpackt werden und das gesamte Team machte sich in Richtung Templin auf den Weg. "Der Templiner Ring ist aus meiner Sicht eine sehr schöne Rennstrecke, auf der ich auch sehr gern fahre", sagte Jasmin Stein schon vorher. Sie war guter Dinge, denn seit Wochen hatte sie dort umfangreich getestet. Auch am Sonnabend, dem Trainingstag des Rennwochenendes, lief alles nach Plan. Das Kart machte keine Probleme und Vater Swen, der für die Technik verantwortlich ist, war sehr zufrieden. "Wir mussten kaum etwas nachjustieren."

Skeptisch wurde er nur, als seine Tochter am Sonnabend entschieden hatte, auch beim starken Regen noch einmal rauszufahren. "Es schüttete wie aus Gießkannen und war an sich viel zu riskant. Ein Unfall zu diesem Zeitpunkt hätte das gesamte Rennwochenende infrage gestellt", sagte er. Aber Jasmin wollte unbedingt testen und sehen, wie sich ihr Kart unter widrigen Bedingungen verhält. Trotz Einsatz von Slicks, also den profillosen Reifen, blieb der Renner immer in der Spur. Sie zeigte, dass sie zu den absoluten Regenspezialisten im Feld zählt.

Sonnenschein über Templin

Am Sonntag strahlte über Templin jedoch wieder die Sonne und Jasmins besondere Fähigkeiten im Regen waren dann nicht mehr notwendig. Im ersten Wertungslauf ging sie auf Startposition zwei ins Rennen und schnell zeichnete sich ein Zweikampf mit Moritz Gerlitzki ab. In der zweiten Runde war es dann so weit, Jasmin konnte den Führenden ausbremsen. Beide fuhren ein fantastisches Rennen, in dem es um jeden Zentimeter ging. Sie waren so schnell unterwegs, dass sie auf einen weiteren Teilnehmer auffuhren, der außer Konkurrenz und sogar mit einem leistungsstärkeren Kart unterwegs war. Der Zweikampf an der Spitze wurde gestört und kurz vor Schluss konnte sich Gerlitzki tatsächlich an der Marxdorferin vorbeischieben. Natürlich gab es zunächst einen Dämpfer im Team des MC Seelow. "Die Chance auf den Gesamtsieg ist durchaus noch vorhanden. Der zweite Tageslauf zählt mehr. Gewinnt Jasmin, ist sie auch Tages-Gesamtsiegerin", sorgte Mutter Heike Stein in der Mittagspause für den nötigen Optimismus. Da musste dann aber doch geschraubt werden. Eine Lenkstange galt es am Kart zu wechseln.

Enger Kampf im zweiten Rennen

Nach der Pause, die bei den Renn-Veranstaltungen am Sonntag Pflicht ist, ging es dann in die jeweils zweiten Rennen in den unterschiedlichen Klassen. Und wieder ließen Jasmin Stein und Moritz Gerlitzki das Feld schnell hinter sich und lieferten sich erneut enge und spektakuläre Zweikämpfe. Die Marxdorferin hatte vor allem in den engen Kurven Vorteile. Beide waren erneut so schnell unterwegs, dass sie sich vom Feld deutlich absetzen konnten und kurz vor Ende des Rennens langsamere Karts überrunden mussten. In jedem Rennen sind das heikle Situationen, da bei vielen Piloten Kraft und Konzentration langsam nachlassen. Hierbei hatte Jasmin Stein Pech, als sie ein Fahrer deutlich aufhielt. Gerlitzki nutzte diese Phase, raste ihr davon und gewann auch den zweiten Lauf. Trotzdem gab es Jubel im Team Stein, denn die zweite Fahrerin, Lilly Buder, fuhr auf Platz 3.

Achtbar im ersten Rennen

Mit vier Fahrzeugen war das kleine Team Stein am "Templiner Ring" am Start. Während Jasmin und Lilly schon routiniert mit dabei waren, war es für Lukas Hanff schon ein besonderer Tag. Es war sein erstes Rennen. Für ihn zählt jeder Rennkilometer, um sich mit dem Fahrzeug und den Rennstrecken vertraut zumachen. Im ersten Rennen konnte er auch ganz gut mithalten. Im zweiten Lauf übernahm er sich in der sechsten Runde, drehte sich und kollidierte mit einem anderen Fahrer. Passiert ist ihm nichts, was auch insgesamt für diesen Sport spricht, denn die Fahrzeuge sind sehr sicher. Thorben Tscheche, vom Team Stein, wurde im ersten Lauf Zweiter und gewann im Anschluss. Somit nahm er den Tagessieg in der Klasse Bambini VT 160 ccm mit nach Seelow.

Zufrieden war auch der Rennleiter Björn Apenburg. "Es ist nichts passiert und ich denke, die meisten der Motorsportler hatten heute ihren Spaß. Irgendwann werden wir auch wieder richtig viele Zuschauer bei unseren Rennen haben. Der Sport hat es verdient."

Templiner Ring

Die Kartbahn im Süden der uckermärkischen Stadt gilt als eine der schönsten Outdoor-Bahnen in Deutschland und ist bei den Fahrern sehr beliebt. Charakteristisch ist ihr Kurvenreichtum, fast schon berüchtigt sind die Kombinationen"Schweineohr" und "Badewanne".Einheimischer Verein ist die Motorsportgemeinschaft (MSG) Eberswalde im ADAC. ⇥en

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