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Hochwasserschutz
Neun Meter lange Biberröhre im Deich bei Kienitz

Ulf Grieger / 26.06.2020, 17:03 Uhr - Aktualisiert 26.06.2020, 17:06
Kienitz (MOZ) Eine etwa neun Meter lange, vom Deichfuß bis hinauf in den Deichkronenbereich reichende Biberröhre hatten am Donnerstag Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt (LfU) und des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch südlich des Kienitzer Hafens festgestellt. "Wir kontrollieren den Deichabschnitt regelmäßig", erklärte dazu Martin Rudolf vom Bad Freienwalder Deichhaus des LfU. In diesem Abschnitt ist die Böschung sehr steil. Deshalb untersucht der Deichverband dort den Zustand, bevor die Mitarbeiter mit den Mähfahrzeugen dort in größere Gefahren geraten, intensiver. Unweit der langen Biberröhre wurde eine weitere Schadstelle festgestellt, die sich jedoch als harmloser erwies.

Bekannt sind Bibermanager Michael Saß mindestens sechs weitere Biberschäden in dem Bereich, die noch nicht untersucht wurden. Es sei jedes Mal eine Überraschung, wie tief die Röhre geht.

Angesichts der gerade den Oderbruchabschnitt passierenden Hochwasserwelle haben zahlreiche Verantwortungsträger und Anwohner den Umstand kritisiert, dass es offenbar keine genaue Kenntnis gibt, wo und in welchen Umfang der Damm geschädigt ist. Golzows Bürgermeister Frank Schütz, er ist Fraktionschef der CDU im Kreistag, betonte, dass Biber komplett von Damm ferngehalten werden müssen. Ähnlich äußerte sich auch Botmer Mischke, Ortsvorsteher von Sophienthal.

Um verlässliche Angaben zum Zustand des rund 80 Kilometer langen Deiches zu bekommen, testet das Landesamt für Umwelt gerade technische Möglichkeiten zur Sondierung. Denn selbst da, wo ganze Deichabschnitte vergittert wurden, könnten die Nager eindringen und dann im Schutz der Gitter Schäden anrichten. Im Bereich der Genschmarer Flutrinne wird mit Drohnen getestet, ob man eventuell mit Sondierungen aus der Luft Schäden erspüren kann. Beim Sommerhochwasser vor zehn Jahren hatten die Deichläufer erstmals mit massiven Biberschäden im bereits erneuerten Deich zu kämpfen. Wobei damals auch Mitarbeiter des Landesumweltamtes eingesetzt worden waren, die sich mehr für den Schutz der Biber interessiert hatten .

Der nördlich des Kienitzer Hafens befindliche Pegel Kienitz ist der für die Gefahrenabschätzung im Oderbruch entscheidende Pegel, weil er unterhalb der Warthemündung liegt. Dieser Pegel ist in den vergangenen Tagen um mehr als einen Meter auf 3,10 Meter gestiegen. Martin Rudolf vom Deichhaus rechnete am freitag noch nicht damit, dass der Wert für die Alarmstufe 1, das wären 4,80 Meter, erreicht wird.

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