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Landleben
Hilfe beim Ankommen für neue Oderbruch-Kolonisten

Lebhafte Gespräche: Mehr als ein Dutzend Interessierte kam am Freitagabend zum Neusiedlerabend ins Coworking Oderbruch in der Alten Schule in Letschin. Einige der "Neuen" leben schon länger in der Region, suchen aber auch neue Kontakte.
Lebhafte Gespräche: Mehr als ein Dutzend Interessierte kam am Freitagabend zum Neusiedlerabend ins Coworking Oderbruch in der Alten Schule in Letschin. Einige der "Neuen" leben schon länger in der Region, suchen aber auch neue Kontakte. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 29.06.2020, 20:21 Uhr
Letschin (MOZ) So viele Anmeldungen hatten wir noch nie", freut sich Torsten Kohn, Gastgeber des Neusiedlerabends im Coworking in Letschin. Seit zwei Jahren bereits sind Zugezogene und Rückkehrer am letzten Freitag im Monat zum Erfahrungsaustausch willkommen. Wobei coronabedingt auch hier seit März pausiert werden musste.

Der Raum im Erdgeschoss der Alten Schule füllt sich zusehends. Doch angesichts des herrlichen Sommerwetters soll es natürlich raus auf den einstigen Schulhof gehen. Schnell sind unter der großen Kastanie auf der Wiese Tische und Bänke aufgestellt, Wein, Bier, Brot, Käse und mehr aus der Küche geholt. Gespräche drehen sich um den Regenguss kurz zuvor, die Erdbeeren im Garten oder darum, was den Golzower Bürgermeister Frank Schütz zum Neusiedlerabend treibt.

Start mit Vorstellungsrunde

Neugier, wie wohl die meisten. Diesmal habe es endlich geklappt, sagt Schütz, der seit 1970 Oderbrücher ist. Das Filmmuseum "Kinder von Golzow" ist einigen der Anwesenden längst ebenso bekannt wie das Projekt Dorfladen+. Der nächste Markt, so antwortet Schütz auch gleich auf Fragen, findet am 3. Juli von 11 bis 15 Uhr statt. Katja Rehfeld, wie viele der Neusiedler aus Berlin gekommen, berichtet über ihre Porzellanarbeiten und lädt auf ihren Hof in der Zwanziger Reihe in Neutrebbin ein. "Ich bin auch im neuen Katalog vertreten", sagt sie und meint das Buch "Kunst im Oderbruch" mit mehr als 80 Adressen in der Region. Für je 7,50 Euro liegen Exemplare im Coworking zum Mitnehmen bereit. Neben kostenfreien Informationen aus der Flyerzentrale.

Sandra Zank aus Solikante, Berufsschullehrerin in Berlin, wird nicht nur über ihre Erfahrungen beim Homeschooling befragt, sondern auch zu ihren 70 Hühnern und den erst im November angeschafften Bienen. "Ich brauche meine Freiheit", sagt sie und fügt hinzu: "Ich habe bisher keinen Tag im Oderbruch bereut." Dass es das Wort Wessi hier nicht mehr gibt, bekommt der unter anderem über Nürnberg, Hamburg und Köln auf dem Luisenhof in Letschin gelandete Michael Pickert zu hören, der für verschiedene Zeitungen gearbeitet hat. Ihm zur Linken sitzt Maika, die vor 15 Jahren zwei Pferde bei ihm unterstellte und inzwischen die "Klosterschänke" in Altfriedland betreibt. "Wenn man nicht gerade Lehrer, Polizist oder Arzt ist, wird es in der Region schwierig, einen Job zu finden", sagt die studierte Marktforscherin.

Nachbarn lernen sich kennen

Volker Wagner, Bildhauer aus Berlin, berichtet, dass er 2001 das erste Mal per Boot ins Oderbruch gekommen und sich kurz darauf in Voßberg niederließ, später aber noch ins Rheinland ging. "Doch jetzt habe ich meinen Platz neben der Hafenmühle in Kienitz gefunden." Webdesigner "Nickel" mit Familie baut noch im Ort, sucht vor allem auch Kontakte für die beiden Töchter. Mit Frank Städler und Odette Bollfras sitzen zwei weitere Fast-Nachbarn in der Runde. Sie betreiben den Dorfladen in Kienitz. Da haben es Michael, der sich als Dauerurlauber im Oderbruch bezeichnet, und Francoise, die Übersetzerin, von ihrem Loose-Gehöft bis zum nächsten Nachbarn schon etwas weiter. "Drei Kilometer", sagt er.

Neusiedlerabend normalerweise jeden letzten Freitag im Monat ab 18 Uhr im Coworking Oderbruch – Alte Schule Letschin, Karl-Marx-Straße 5, 15324 Letschin, Telefon 033475 579433,  info@coworking-oderbruch.de. Um Anmeldungen bis zum Vortag wird gebeten.

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