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Verbindlichkeit des Motivs und natürliches Licht

© Foto: Johann Mueller
Ines Rath / 25.07.2010, 18:52 Uhr
Altlangsow (In House) Die Eröffnung der Ausstellung Walek Neumann: Kleiner Rückblick – Freilichtmalerei von 1962 bis 2007 im Schul- und Bethaus war am Sonnabend überschattet vom Tod Prof. Werner Stötzers. Der Initiative des Bildhauers ist die Rettung des Schinkelbaus wesentlich zu verdanken.

In Werner Stötzer habe der Förderverein Schul- und Bethaus Altlangsow nicht nur ein Gründungsmitglied und einen Freund verloren, dessen tiefe Menschlichkeit und großes Verständnis für andere unvergessen bleiben werden. Sondern auch den Initiator, dem die Rettung des architektonischen Kleinods zu danken ist, in dem heute die Kunst zu Hause ist. Mit diesen Worten gedachte der Vorsitzende des Fördervereins. Dr. Martin Fritzsch, am Sonnabendnachmittag des zwei Tage zuvor verstorbenen Freundes Werner Stötzer.

Um den Anwesenden einen Eindruck zu vermitteln, zitierte Fritzsch eine Passage aus dem Geleitwort des Bildhauers für die erste Vereinsbroschüre: „Neben der Gewohnheit des Einlebens in der Gemeinde kam in uns der Wunsch auf, jenes Gebäude neben dem Pfarrhaus (das Stötzer und seine Frau gekauft hatten - d.R.), das alte Schul- und Bethaus, doch in irgendeiner Form zu erhalten. ... Die Fenster waren eingeschlagen, die Decke, ein Tonnengewölbe, zerstört. Das Dach war undicht und der Fußboden nicht mehr vorhanden. Es war schwierig zu erklären, wie wichtig und eigentlich nicht schwer die Rettung eines so einmaligen Gebäudes sei“, beschrieb Stötzer, was er in den 80er Jahren in Altlangsow erlebt hatte.

Neben seinen Werken hinterlasse der Bildhauer mit dem Schul- und Bethaus einen Ort, in dem er den Menschen im Oderbruch und darüber hinaus die Kunst nahe bringen wollte, würdigte Landrat Gernot Schmidt das Leben und Wirken von Werner Stötzer. Auch Schmidt war als langjähriger Nachwende-Bürgermeister von Werbig-Langsow ein Weggefährte Stötzers beim Wiederaufbau des Schinkelhauses.

„Dieser Raum ist ein idealer Ort für die Bilder von Walek Neumann“, erklärte Andrea Richter-Mahlow vor mehr als 50 Besuchern der Ausstellungseröffnung. Die Kunsthistorikerin aus Leipzig führte in die Ausstellung des in der Messestadt lebenden Malers ein – der zunächst als Grafiker bekannt geworden sei, wie die Rednerin erinnerte.

Holzschnitte Walek Neumanns illustrieren Werke von Goethe, Lessing, Becher und anderen Autoren, die in den 70er und 80er Jahren erschienen sind. Einige Holzschnitte sind im Schul- und Bethaus zu sehen. Der Schwerpunkt allerdings liegt auf der Freilichtmalerei. Die werde heute nur noch von wenigen Malern ausgeübt, resümierte die Rednerin, die die „Verbindlichkeit des Motivs“ als einen Grund für die Hinwendung Neumanns zu der Malrichtung bezeichnete.

Nach den anfänglichen Porträts – auch davon sind zwei, sehr schöne, zu sehen – wurden Landschaften die Hauptmotive des Malers. Etwa 30 solcher Ölbilder aus 45 Maljahren zeigt Walek Neumann in Altlangsow.

Viel Beifall gab es auch für das Spiel von Flötistin Ute Metzkes.

Ausstellung bis 22. August; Schul- und Bethaus geöffnet Mittwoch bis Sonntag, 13 bis 16 Uhr

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