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Nach Kita, Schule und Klinik geht Kneipp-Zertifikat an das Evangelische Seniorenzentrum "Am Wald"

Ein vierblättriges Kleeblatt

Gabriele Rataj / 31.05.2017, 07:30 Uhr
Buckow (MOZ) Nun beherbergt der Kneipp-Kurort Buckow vier zertifizierte Kneipp-Einrichtungen. Nach der Kita "Helene Weigel", der Grundschule "Bertolt Brecht" und der Mutter-Kind-Rehaklinik "Waldfrieden" ist jetzt das evangelische Seniorenzentrum "Am Wald" zertifiziert worden.

"Jetzt sind Sie ein Kleeblatt", sagt Gudrun Beckmann. "Ein glückliches Kleeblatt", setzt die Vorsitzende des Landesverbandes Berlin-Brandenburg im Kneipp-Bund mit Blick auf Bürgermeister Thiemo Seelig hinzu. Schließlich verfüge der Kneipp-Kurort seit dieser Woche über vier vom Kneipp-Bund zertifizierte und damit anerkannte Einrichtungen.

Sie nennt die Kita, die Grundschule, die Mutter-Kind-Klinik und nun das evangelische Seniorenzentrum "Am Wald". Für einen Ort, der sich auf den Weg zum Kneipp-Heilbad begeben hat, ein ziemlich aufmunterndes Resultat. Im Garten des Seniorenzentrums haben sich an diesem Tag Akteure aus dem Team des Seniorenheims, Gäste vom Landesausschuss der Inneren Mission, Vertreter der anderen Kneipp-zertifizierten städtischen Einrichtungen, von Kneipp-und Heimatverein, Amtsdirektor Marco Böttche und nicht zuletzt einige mobile Heimbewohner zur feierlichen Zeremonie eingefunden.

Fast drei Jahre sind von der ersten Inspiration bis zur Anerkennung als Kneipp-Einrichtung vergangen - Zeit, in der man sich intensiver mit den Ideen Sebastian Kneipps und seiner auf fünf Säulen beruhenden Naturheilkunde befasste, sich Rat vom Kneipp- und Heimatverein holte; Wochen, in denen ein Konzept mit den Mitarbeitern besprochen wurde und reifte; Monate, in denen es an die Ausgestaltung und Umsetzung ging, Weiterbildung angesagt war, schrittweise Veränderungen im Heimalltag einzogen, Hochbeete für Kräuter oder ein Tastpfad angelegt und ein Kneipp-Bad im Haus eingerichtet wurden.

Davon berichtet Hausleiter Gert Krage ausführlich, obgleich er nur eine Kurzfassung des Kneipp-Konzeptes ankündigt. Gespräche und Abstimmungen mit dem die Einrichtung begleitenden Arzt, mit den Bewohnern und Angehörigen flankierten den gesamten Prozess. Und bei allem betont Krage Sicherheit als oberstes Gebot, Freiwilligkeit der Teilnahme, aber auch Ermutigung dazu und unterstreicht immer wieder "Anwendung ist Zuwendung".

Das sieht die Landesverbands-Vorsitzende des Kneipp-Bundes ganz genau so und vor ihr natürlich schon "Gesundheitspastor" Sebastian Kneipp, der neben Bismarck und Lincoln die drittbekannteste Persönlichkeit seiner Zeit war. Meist gelte aber wenig, was nicht wissenschaftlich belegt sei. Über fünf Jahre sei daher in zwei großen Studien an mehreren Senioreneinrichtungen die Wirkung Kneippscher Lehren untersucht worden, berichtet Gudrun Beckmann. Tatsächlich sinke der Medikamentenverbrauch, die Personen wurden aktiver, fröhlicher, zufriedener, womit sich auch die Arbeit des Personals verringerte, fasst sie deren Resultat zusammen. Nicht umsonst sei also Kneippen 2016 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Der Rosenstock, den Bürgermeister Thiemo Seelig nach dem Akt der Zertifizierung überreicht und der von einer Sorte stammt, die anlässlich 70 Jahre Frieden in Deutschland gezüchtet worden war, konnte symbolträchtiger nicht sein. Er würdigt "das Engagement und Herzblut der Mitarbeiter" für das Kneipp-Konzept, so Seelig mit herzlichem Dank. Denn es reiche nicht, dass die Stadt Kneipp-Heilbad werden wolle, "es muss von den Menschen gewollt sein".

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