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Hilfspegel zeigte zehn Zentimeter zu viel an / Landesumweltamt hat eigenen Fehler korrigiert

Wasserstand
Pegel-Posse am Straussee

Vermessen: Der Hilfspegel (rechts) war fehlerhaft. Auch der feste Pegel am Mauerwerk soll nun neu eingemessen werden.
Vermessen: Der Hilfspegel (rechts) war fehlerhaft. Auch der feste Pegel am Mauerwerk soll nun neu eingemessen werden. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Detlef Klementz / 11.10.2017, 07:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Man kann schon von einer Pegel-Posse sprechen. Seit Längerem erregt der Wasserstand im Straussee die Gemüter. Intensiv wird nach den Ursachen für den halben Meter gesucht, der inzwischen im Vergleich zu "normalen Zeiten" fehlt. Liegt es wirklich allein an den fehlenden Niederschlägen, wie viele mutmaßen, oder gibt es andere Gründe? Ein Gutachten soll demnächst Aufklärung bringen.

Normalerweise kann man den Wasserstand am Pegel ablesen. Weil der Originalpegel an der Fähre nur bis einen Meter reicht, hatte das Landesamt für Umwelt ganz in der Nähe im November vergangenen Jahres einen Hilfspegel gesetzt. Aber offenbar nicht sehr erfolgreich. Auf jeden Fall hat das Amt den Hilfspegel am 14. September eingemessen und korrigiert, wie Bürgermeisterin Elke Stadeler auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung berichtete. Die Stadt habe um die Überprüfung gebeten.

Im Ergebnis sei nun festgestellt worden, dass der Hilfspegel rund zehn Zentimeter zu viel angezeigt habe. Laut Bürgermeisterin werde das Landesumweltamt demnächst auch den festen Pegel am Mauerwerk neu einmessen. Nachdenklich geworden war man im Mai im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Schwimmstege für die Fähre und den damit einhergehenden Vermessungsarbeiten.

Fred Thaleiser überrascht die Korrektur nicht wirklich. Der Chef der Strausberger Bäder GmbH hatte schon seit längerer Zeit den jetzt allgemein als richtig erklärten Wert von einem festen Punkt aus gemessen - also nach Zweifeln an der offiziellen Zahl seinen eigenen Pegel eingerichtet. Die Stadtverwaltung hatte ihm eine Veröffentlichung vor Wochen mehr oder weniger deutlich verboten und betont, nur sie sei berechtigt, offiziell Pegelstände für den Straussee zu benennen.

Thaleiser fühlt sich nunmehr bestätigt. Eine kleine Entschuldigung hätte ihm vermutlich gut getan. Er winkt ab und sagt versöhnlich: "Schön, dass wir jetzt den gleichen Stand haben."

Kommentar

Wohl kaum ein Problem erregt die Strausberger so wie der Straussee-Pegel. Es hat Veranstaltungen zu dem Thema gegeben, Forderungen von Parteien und Einrichtungen. Und jede Menge Spekulationen. Das Wort Pegel war und ist in Strausberg in aller Munde. Gewiss, die meisten Menschen brauchen keinen Pegel. Sie schauen ans Ufer des Sees und sehen, ob der Wasserstand gestiegen oder gefallen ist.Wenn aber schon mit Zahlen jongliert wird, dann sollten sie auch stimmen. Ein Unterschied von zehn Zentimetern ist eine Menge. Welch Schlamperei!Fred Thaleiser hat aus seiner Skepsis nie ein Hehl gemacht. Wenigstens ein kurzes Schulterklopfen sollte jetzt drin sein. Detlef Klementz

Welch Schlamperei!

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