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Beschluss zur Entbehrlichkeit des Gebäudes in der Wriezener Straße müsste dazu aufgehoben werden

Denkmal
Linke wollen ehemalige Festhalle erhalten

Geschichsträchtiges Haus: Die Turn- und Festhalle an der Wriezener Straße war einst NVA-Kulturhaus. Die Linken wollen es für die öffentliche Nutzung erhalten.
Geschichsträchtiges Haus: Die Turn- und Festhalle an der Wriezener Straße war einst NVA-Kulturhaus. Die Linken wollen es für die öffentliche Nutzung erhalten. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Jens Sell / 11.01.2018, 19:50 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Turnhalle an der Wriezener Straße, nördlich an das Strausbad anschließend, sollte nach dem Willen der Linken in der Stadtverordnetenversammlung doch nicht verkauft werden. Vorsitzender Ronny Kühn hat jetzt einen Beschlussentwurf angekündigt, in dem die Entbehrlichkeit des Objektes widerrufen werden soll.

Kühn erinnert daran: "Seit einigen Jahren versucht die Stadtverwaltung erfolglos, die denkmalgeschützte Halle in der Wriezener Straße zu veräußern. Der an sich recht schöne Bau verfällt zusehends." Mit dem Abriss des Klub am See sei im Norden eine Lücke im Bereich der öffentlichen Versammlungsgebäude entstanden. Angesichts der gegenwärtigen und zu erwartenden Neubebauung des Areals westlich der Wriezener Straße und in der Fritz-Reuter-Straße entstehe absehbar ein neuer Bedarf an öffentlich nutzbaren Räumen.

Es handelt sich um ein historisches und denkmalgeschütztes Gebäude, das einst als Turn- und Festhalle errichtet worden war. Vor dem Bau des Klub am See war sie das NVA-Kulturhaus von Strausberg. Zu trauriger Berühmtheit brachte die Halle es in der Strausberger Stadtgeschichte, als 1961 ein Schauprozess gegen eine Jugendbande um Michael Gartenschläger dort stattfand. Die hatte seinerzeit, unter anderem mit der Brandstiftung an einer LPG-Scheune, gegen den Bau der Mauer in Berlin protestiert.

Zu DDR-Zeiten gehörte das Gebäude zum Kultur- und Sportzentrum des Verteidigungsministeriums. Nicht nur Sportveranstaltungen fanden dort statt. Es besitzt, über den nördlichen Eingang zugänglich, auch eine Studiobühne, in der einst das älteste Amateurkabarett der DDR "Der Stachel" sowie der Große und der Kleine Klubchor probten und auftraten.

Auch nach der Wende wurde das Gebäude noch für sportliche und kulturelle Zwecke genutzt. So absolvierten Schüler des Fontane-Gymnasiums dort ihren Sportunterricht. Auch gab es im Sommer 2006 eine Ausstellung über Michael Gartenschläger und seine Kameraden sowie den Schauprozess an dieser Stelle.

Um das Gebäude verkaufen zu können, haben die Stadtverordneten seine Entbehrlichkeit beschlossen, also als Stadt darauf verzichtet, es selbst zu entwickeln. Diesen Beschluss wollen die Linken jetzt revidieren.

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