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Schützenclub Diana hat mit hohem Aufwand seinen Platz dekontaminiert

Pacht verrechnet bis September 2020

Margrit Meier / 12.01.2018, 06:43 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Die Gemeindevertreter wurden von Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke) über einen seit vielen Jahren andauernden Prozess informiert, der offenbar nun einen Abschluss gefunden hat.

Dabei geht es um den Schießplatz des Schützenclubs Diana in der Friedhofstraße 2. Bereits 1993 sei bei einer Altlastenuntersuchung festgestellt worden, dass durch die Nutzung des Geländes seit 1970 als Schießplatz erhebliche Ablagerungen von Schießabfällen vorhanden sind. Besonders bedenklich waren der Einsatz von asphalthaltigen Wurfscheiben und die Nutzung bleihaltiger Munition bis 1990. Eine tiefgehende Belastung des Bodens bzw. des Grundwassers durch Blei, Antimon und Arsen konnte nicht festgestellt werden. Sie beschränkte sich lediglich auf die oberen Erdschichten bis zehn Zentimeter.

Es wurde dem Schützenverein empfohlen, die Schießabfälle in regelmäßigen Abständen abzusammeln, die ordnungsgemäße Abfallerfassung und Entsorgung sicherzustellen, umweltneutrale Materialien zu berücksichtigen sowie die Bodenbelastung zu überwachen und zu dokumentieren.

Auch sieben Jahre später, bei einem Gespräch zwischen Schützenclub und Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz, ging es um die Bodenbelastungen und mögliche Boden- und Grundwasserkontaminierungen. Auf dieser Grundlage erarbeitete der Schützenclub Diana einen Maßnahmen- und Finanzierungsplan und stellte im November 2010 den Antrag an die Gemeinde Hoppegarten, sich als Eigentümer an den Sanierungskosten des vorrangig mit Altlasten belasteten Geländes zu beteiligen.

In einem Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Klaus Ahrens im April 2011, sagte der dem Schützenclub eine Verrechnung von Pachtzins und Dekontaminierungskosten zu.

Bereits im Sommer 2010 wurde unter Regie des Schützenclubs mit der Dekontaminierung des Schießplatzes begonnen. Die obersten Erdschichten wurden abgetragen und ordnungsgemäß entsorgt als Sondermüll. Begleitet wurden diese Aktivitäten von regelmäßigen Wasser- und Bodenuntersuchungen. Zum Schluss wurde das Gelände mit Kunstrasen belegt, der das Eindringen von Schadstoffen in den Boden verhindern und das Absammeln der Schießabfälle erleichtern soll. Beendet wurde die Dekontaminierung im Oktober 2015 mit einer Begehung des Schießplatzes mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Dem Schützenclub wurde bescheinigt, dass sich der Platz in einem nachhaltig sanierten Zustand befindet.

Seit dem 1. Januar 2009 war vom Club kein Nutzungsentgelt gezahlt worden. Bürgermeister Karsten Knobbe sprach im März 2017 mit dem Club. Der legte nach Aufforderung sämtliche Rechnungen und Belege vor, die im Zusammenhang mit der Dekontaminierung stehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 83 000 Euro, von denen knapp 40 000 Euro anerkannt wurden.

Bei der Verrechnung der aufgewendeten und anerkannten Kosten mit der seit dem 1. Januar 2009 fälligen jährlichen Pacht in Höhe von 3375,93 Euro ergibt sich eine entgeltfreie Nutzungszeit von 11,72 Jahren. Das bedeutet, dass der Schützenclub Diana erstmalig ab dem 21. September 2020 mit der Zahlung eines Nutzungsentgeltes beginnen muss.

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