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Bad Freienwalde braucht Hotels und attraktive Wellnessangebote / Die Umsetzung hat auch 2018 Priorität

Stadtentwicklung
Stadt wirbt um zweite Klinik

Steht im Mittelpunkt der Diskussion: das Kurmittelhaus. Mit einem Wettbewerb sollen Ideen zur Attraktivitätssteigerung gefunden werden.
Steht im Mittelpunkt der Diskussion: das Kurmittelhaus. Mit einem Wettbewerb sollen Ideen zur Attraktivitätssteigerung gefunden werden. © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 12.01.2018, 21:40 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Die Suche nach einem Hotelinvestor und die Erweiterung der Kurortangebote sind für 2018 die wichtigsten Aufgaben für die Stadt. Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) sieht sich und die Stadtverordneten in der Pflicht, setzt aber auch auf die Mitwirkung der Bürger.

Bad Freienwalde als ältester Kurort in Brandenburg steht vor einem Aufgabenberg. Vor allem die Erfüllung der Auflagen des Gesundheitsministeriums zur endgültigen Anerkennung als Moorheilbad stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Bürgermeister Ralf Lehmann ist sich dessen bewusst. Doch das könne nie allein Aufgabe des Bürgermeisters sein, sagte er im MOZ-Gespräch. "Wenn da nicht alle mitwirken, und da meine ich auch die vielen Fragesteller in den Einwohnerfragestunden oder Leserbrief-Schreiber, und auch mal dazu übergehen würden, selbst Hand anzulegen oder aktiv zu werden, dann wären wir schon einen Schritt weiter, als nur mit dem Finger auf schwierige oder ungelöste Probleme zu zeigen, ohne selber Lösungen anzubieten oder sich einzubringen", so der Bürgermeister. Für die Verwaltung sei der Haushaltsplan die große Bibel des Handelns. Diese enthält alle Prioritäten.

Dazu gehört die schwierige Aufgabe Kurortentwicklung. Die Stadt hat die Auflage, Maßnahmen einzuleiten beziehungsweise mit Maßnahmen private Bauherren zu unterstützen. "Und es ist unser erklärtes Ziel, nach wie vor Pensionen/Hotels im Kurgebiet zu realisieren", so Lehmann. Dafür stehen aus dem Fördertopf städtebaulicher Denkmalschutz, mit Ausnahmegenehmigung außerhalb des Sanierungsgebiet, bis zu einer Million Euro zur Verfügung. Jetzt liege es an dem privaten Bauherren, alle Auflagen zu erfüllen. Die Mittel seien aber nicht an ein Objekt gebunden. Das könne die Pension Luisenhof sein, die Villa Helene, die Villa Waldschloss oder das ehemalige Hotel Bellevue. "Wir werden dem Projekt, das am weitesten vorangeschritten ist und was die größte Aussicht auf Realisierung hat, unsere Zustimmung geben." Und mit dem Erwerb des Kreishauses, der am Dienstag beurkundet wird, will die Stadt aktiv in die Vermarktung gehen. Als Hotelstandort mit Sport- und Wellnessbereich, entsprechend der Machbarkeitsstudie. "Wir sind dafür aber auch offen für andere Investitionen, etwa für Seniorenwohnungen oder ein -hotel", so Lehmann. Und dann gebe es viele kleine Maßnahmen. "Das Ortsbild muss hergerichtet werden, die gesundheitstouristischen Angebote müssen verbessert werden. Dazu zähle die Fertigstellung des Bergwanderparks mit der Kneipp-Anlage und deren bessere Vermarktung, der Ausbau der Angebote in den Segmenten "Kur und Gesundheit" sowie "Aktiv und Natur".

Ob das Kurmittelhaus für mehr Wellness erweitert werden oder ob dies an einem anderen Standort gelingen kann, das soll der städtebauliche Realisierungswettbewerb zeigen. "Sobald wir die Ausnahmegenehmigung für den Wettbewerb haben, werden wir ihn in diesem Jahr durchführen", kündigt Ralf Lehmann an. Ob und wie bis dahin die Öffnungszeiten des Kurmittelhauses geändert und die Räume umgestaltet werden können, das sollen Gespräche mit der Geschäftsführung der Kurmittelhaus GmbH bringen. Spontane Aufenthalte von Gästen an Wochenenden im Kurmittelhaus sind zurzeit nicht möglich. Ralf Lehmann allerdings sieht das Kurmittelhaus als ein Angebot von vielen. Es sei am Ende egal, welche Physiotherapie Gäste aufsuchen. "Wichtig ist doch, dass überhaupt Gäste kommen. Und die wollen wir durch aktive Werbung herholen. Darum bemüht sich die Bad Freienwalde Tourismus GmbH." Dass der Geschäftsführer, Andreas Hensel, gekündigt hat, das wollte Ralf Lehmann nicht kommentieren. Auf die mit dem Marketing verbundene Frage, wie die Stadt dem Geschäftesterben in der Königstraße entgegenwirken will, darauf hat die Verwaltung zurzeit keine Idee. "Da, wo strukturelle Probleme sind, wo es an Arbeitsplätzen fehlt, wird sich auf lange Sicht nichts ändern", sagte Lehmann. Ob der Leerstand auf zu hohe Mieten der Eigentümer zurückzuführen sei, darüber könne er sich kein Urteil erlauben. Ideen seitens der Stadt, leer stehende Geschäfte zu beleben, seien nicht auf die erwartete Resonanz gestoßen.

Ähnliches lässt sich von den Bemühungen um eine zweite Klinik berichten. Seit Sommer 2017 vermarktet die Stadt mit Zustimmung des Eigentümers den Standort Waldstadt online. Auch als Klinik-Standort. Dabei sei es egal, welche Art von Klinik zum Tragen kommen würde, so Lehmann. An das Heilmittel Moor sei eine Entscheidung nicht gebunden.

Zur immer wieder genannten Therme sagte Ralf Lehmann, dass diese zurzeit kein Thema sei, weil es keine Aussicht auf Förderung gibt.

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Bernd Müller 17.01.2018 - 13:31:54

Vermarktung online?

Trotz intensiver Suche konnte ich online keine Vermarktung der Waldstadt finden. Wie soll da dann ein Investor gerade in Bad Freienwalde fündig werden?

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