Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

75 Jahre nach Hinrichtung der Geschwister Scholl lassen Waldsieversdorfer deren mutigen Widerstand aufleben

Geschwister Scholl
Weiße Rosen an Straßenschild und Gedenkstein

Gabriele Rataj / 23.02.2018, 06:10 Uhr
Waldsieversdorf (MOZ) Inzwischen ist es wieder leerer geworden an der Einmündung der Geschwister-Scholl- in die Dahmsdorfer Straße. Die etwa 20, 25 meist älteren Waldsieversdorfer, die sich am Donnerstag hier trafen, haben sich nach der kleinen Gedenkfeier getrennt. Das Erinnern an eine mutige Tat vor mehr als 75 Jahren eint sie dennoch.

"Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique regieren zu lassen", war auf dem ersten Flugblatt vom Juli 1942 zu lesen, das die Münchner Studenten-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" gegen den Nationalsozialismus verfasste. Hans und Sophie Scholl, die Anfang 1943 beim Verteilen gefasst und am 22. Februar dafür hingerichtet wurden, sind zu Symbolfiguren des Widerstands gegen Hitler geworden. Ihre Namen und das Todesdatum stehen auf der kleinen Plakette, die unterhalb des Straßenschilds angebracht ist. Dazu eine weiße Rose.

Dahinter liegt die Grünanlage mit dem Gedenkstein "Den Opfern der Kriege" - ein Stück Erinnerungskultur, wie sie Waldsieversdorf versteht und zu bewahren sucht. "Ohne ideologische Vorbehalte", betont der stellvertretende Bürgermeister Günter Schachler am Donnerstag in einer kurzen Rede.

Respektieren, erinnern, das Anliegen bewahren. So wie 500 Meter weiter am Volkstrauertag auf dem Friedhof oder 20 Kilometer entfernt an den Seelower Höhen. Schachler flicht eine persönliche Episode ein, da er genau in den Apriltagen 1943 geboren wurde. Weshalb sie ihren Sohn nicht Adolf genannt habe, sei seine Mutter noch im Wochenbett gefragt worden ...

Junge Leute aus den Gästehäusern des CVJM laufen ohne einen Blick vorbei. Hermann Zwerschke setzt die Trompete an die Lippen. Einige Bürger und Heimatvereinsmitglieder haben weiße Rosen mitgebracht. Von der Gemeinde wird eine Pflanzschale mit weißen Rosen auf die Stufen des Gedenksteins "Den Opfern der Kriege" gestellt. Man müsste "... und von Gewaltherrschaft" hinzusetzen, sinniert Otfried Schröck, "dann wären wir aktuell".

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG