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Julia von Berg bietet außergewöhnliche Möglichkeit, Kinder zu bewegen, etwas zu lernen

Außergewöhnlich
Ein tierisch gutes Team

Margrit Meier / 06.04.2018, 07:00 Uhr
Neuenhagen bei Berlin (MOZ) Fachkraft für tiergestützte Intervention – was sperrig klingt, ist eine wunderbare Art, Kinder zu Dingen zu bewegen, die sie von allein nicht wollen. Und unbemerkt dabei wiederum Sachen lernen oder trainieren, die die Erwachsenen für wichtig empfinden. Eine, die das kann, ist Julia von Berg.

Sie lebt und arbeitet nicht nur in ländlicher Idylle, sondern hat auch eine wunderbare Art, das, was sie kann, gut rüberzubringen: Julia von Berg (38) ist Kinderkrankenschwester. Eine, die Wert darauf legt, dass ihre kleinen Patienten die Aufmerksamkeit bekommen, die in großen Krankenhäusern oft aufgrund des enormen Zeitdrucks nicht möglich ist. Und, sie liebt das Landleben. Auf ihren vielen Reisen durch die Welt, u. a. war sie in Irland und Neuseeland, aber auch bei der Delphin-Therapie in Florida, habe sie für sich verstanden, dass die Kombination aus ihrem Beruf und der Arbeit mit Tieren die Art von Leben ist, das sie gern hat und bei der sie einiges erreichen kann. Und so ließ sie sich zur Fachkraft für tiergestützte Intervention ausbilden und studierte gleich noch an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde Ökolandbau, um ihr Team gut versorgen zu können.

Dieses Team besteht zurzeit aus Locke, dem streichelbedürftigen Curly Coated Retriever, aus Erna, einer wilden Hundemischung, die für ihr Leben gern Stöckchen werfen mag, aus 21 Hühnern, die bunte Eier von grasgrün bis schokofarben legen, drei Hähnen, die um die Damen buhlen, und drei Kühen. Lissi, Lotta und Amelie. Letztere sind zutraulich und lassen sich gern streicheln, füttern, aber auch mal reiten. Und dieses Team ist es, was die gebürtige Göttingerin auf dem Graditzer Hof zum Einsatz bringt.

Nämlich dann, wenn Eltern von Kindern zu ihr kommen, die in irgendeiner Weise ein Problem haben. Manchen fehlen Muskeln, um sich gerade zu halten. Die brauchen ein Training zur Rumpfkontrolle. Und das geht zum Beispiel gut zu trainieren, wenn die 38-Jährige die Kinder auf dem Heuballen in der Schubkarre fährt. Dann lernen die Patienten spielerisch sich irgendwann festzuhalten, die Schaukelbewegungen auszugleichen. Andere Kinder haben Probleme mit der Grob- oder Feinmotorik, manchen fehlt es an Selbstbewusstsein oder sozialer Kompetenz. Vom Eiersammeln bis zum Kuh striegeln reichen da die Möglichkeiten. „Mir geht es darum, spielerisch, mit Hilfe der Tiere, die Kinder dazuzubringen, Dinge zu tun, die ihnen Spaß machen. Gleichzeitig trainieren wir, ohne dass sie es merken, eben genau diese Dinge, die nicht so gut ausgebildet sind“, erzählt Julia von Berg.

Bevor sie mit den Kindern arbeitet, gibt es eine Schnupperstunde, in der sie herausfindet, ob die Kinder und Tiere zusammen passen und in der mit den Eltern besprochen wird, was das Ziel der tiergestützten Intervention sein soll. „Bei Kindern, die zu einer Therapie müssen, verebbt ganz oft schnell die Lust. Arbeiten wir hier mit den Tieren, ist das Motivation. Der spielerische Spaß ist ganz, ganz wichtig  beim Lernen, denn er ist einfach nachhaltiger“, sagt Julia von Berg, die bei den Kristallkindern als Krankenschwester arbeitet, also schwerstkranken kleinen Patienten, die teilweise beatmet werden müssen.

www.jvberg.de, E-Mail mail@jvberg.de, Tel. 0176 20566639

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