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Lehrer Hendrik Stiemer dabei, als seine „Jungs“ Arne, Niclas und Gino den Sonderpreis Chemie bei Jugend forscht holen

Jugend forscht
Vor Schreck den Rotwein verschüttet

Gino Martin, Niclas Preisser und Arne Göthling kamen mit einem Sonderpreis vom Bundesausscheid zurück und durften Montag zu Hause bleiben – Lehrer Hendrik Stiemer (v. l.) nicht.
Gino Martin, Niclas Preisser und Arne Göthling kamen mit einem Sonderpreis vom Bundesausscheid zurück und durften Montag zu Hause bleiben – Lehrer Hendrik Stiemer (v. l.) nicht. © Foto: Margrit Meier
Margrit Meier / 29.05.2018, 06:45 Uhr
Hoppegarten/Darmstadt (MOZ) Wenn  ein sonst „cooler“ Lehrer vor Freude seinen Rotwein vergießt und drei Neuntklässlern von der Schulleitung persönlich frei gegeben wird, dann muss schon etwas Besonderes passiert sein. Und ist es auch: Denn die Einstein-Gymnasiasten Arne Göthling (15) aus Hönow, Niclas Preisser (15) aus Hoppegarten und Gino Martin (14) aus Neuenhagen haben beim Bundesausscheid von Jugend forscht einen Sonderpreis Chemie bekommen. Damit würdigte die Jury die Forschungs- und Tüftelarbeiten der drei rund um das Coolpack. Seit der siebenten Klasse besuchen sie bei Chemielehrer Hendrik Stiemer die Chemie AG.

Hinter dem Coolpack steckt die Idee, einen wiederverwendbaren Kühlakku zu bauen, der umweltschonend und kostengünstig ist. Sie experimentierten mit Kaliumiodid, das beim Lösen in Wasser viel Wärme aufnimmt und dadurch die Umgebungstemperatur absenkt. Die drei stellten fest, dass eine Verpackung aus UV-undurchlässigem Kunststoff verhindert, dass sich das Salz zersetzt. Darüber hinaus gelang es ihnen, das Kaliumiodid durch Verdampfen des Wassers zurückzugewinnen, wodurch sich das Coolpack immer wieder verwenden lässt. Für ihre Arbeit erhielten sie am Sonnabend den Sonderpreis – 1000 Euro – aus dem Fonds der Chemischen Industrie. Sie sind sich einig, dass sie ihr Forschungsprojekt bis zur Markt- und Patentreife entwickeln wollen. „Ich bin unglaublich stolz auf meine Schüler, die gegen Abiturienten und Schüler von Spezialschulen angetreten sind. Das war schon grandios“, freut sich Lehrer Hendrik Stiemer. Der 37-Jährige war am Wochenende nach Darmstadt gereist, um sich die Präsentationen anzuschauen und abends bei der festlichen Preisverleihung dabei zu sein. „Ja, ich gebe es zu, vor Schreck habe ich da meinen Rotwein verschüttet“, lacht der 37-Jährige.

Anerkennende Worte bekam er Montag früh von Schulleiterin Edelgard Pecher und den Kollegen. „Das ist ein Superbeispiel dafür, was Schüler alles können, wenn es einem Lehrer gelingt, sie für das Fach, in dem Fall Chemie, zu begeistern“, freute sie sich. Zum Sommerfest Ende Juni werden die vier noch einmal extra gelobt und bekommen, wie alle erfolgreichen anderen Jugend-forscht-Teilnehmer des Einstein-Gymnasiums, den Namensgeber als Plüschpuppe.

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