Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fußball-Oberligist FC Strausberg verabschiedet sich in die Sommerpause / Bei dem einen oder anderen Bierchen gab es Ein- und Ausblicke

Fußball
Das Positive überwiegt

Edgar Nemschok / 05.06.2018, 05:45 Uhr
Strausberg (MOZ) Strausberg. Das war sie nun, die Fußball-Oberliga-Saison 2017/18. Der FC Strausberg beendet sie mit einem Sieg. Gegen den Absteiger 1. FC Frankfurt gewannen die Strausberger mit 5:1, was unter dem Strich Platz sieben in der Abschlusstabelle bedeutet.

Nach dem Spiel traf sich die Mannschaft noch in der heimischen Energie-Arena, um sich bei einem verdienten Bierchen über die gesamte Saison zu unterhalten. Man war sich einig, das Positive überwiegt.

Trainer Christof Reimann sagte dann nach der zweiten Bierdusche: „Wir haben 51 Punkte und das ist für uns Rekord, so lange wir in der Oberliga spielen. Jetzt gehen wir alle erst einmal in Urlaub, werden feiern und dann geht es sicherlich mit neuen Zielen weiter.“

Auch Co-Trainer Daniel Dloniak bekam einen Stiefel Bier ab: „Für mich war es ebenfalls eine aufregende Saison. Ich denke, wir haben gut gearbeitet und die Mannschaft ist auch so richtig zusammengewachsen.“ Für beide gab es vom Verein jeweils Trainerstühle, die nun auch in Auswärtsspielen Verwendung finden werden.

Solche Termine sind häufig mit Abschieden verbunden. Ein wichtiger Baustein im gesamten FCS-Gefüge war Wael Karim, der in der Saison sogar zum Kapitän der Mannschaft gewählt wurde. „Ja, na klar, bin ich traurig. Ich verlasse eine funktionierende und sehr harmonische Mannschaft.“ Und bei ihm sollen sogar ganz heimlich Tränen geflossen sein. Doch der 22-Jährige will sportlich eine neue Herausforderung annehmen und in der nächsten Saison beim Regionalligisten BFC Dynamo spielen. „Ich habe mit BFC-Trainer René Rydlewicz schon Gespräche gehabt. Das Leben geht weiter und Abschiede  gehören nun mal dazu“, sagte Karim. In Erinnerung bleiben ihm vor allem zwei Spiele. Zum einen die böse 1:6-Schlappe zu Hause gegen Staaken und zum anderen das tolle Spiel bei Lichtenberg 47, als er den Ausgleich zum 1:1 schießen konnte.

Auch Torhüter Harun Isik verlässt den Verein. „Ganz steht es noch nicht fest, wie meine sportliche Zukunft aussieht. Auch ich kann sagen, ich habe mich in Strausberg sehr wohl gefühlt.“

Auf keinen Fall verzichten will man in Strausberg auf Martin Kemter, der im letzten Spiel in Frankfurt zwei Tore schoss. „Ich hatte in der Saison immer wieder gesundheitliche Probleme. Zur Winterpause gab es sogar den Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall. Das ist auch mental ein großes Problem. So kam ich irgendwie nie richtig in Schwung.“ Doch Kemter sagt auch, dass er viel Unterstützung bekam und dass  ihm das entgegengebrachte Vertrauen immer wieder Mut machte. „Natürlich wollte ich nicht aufgeben.“ Und wie war das, als in der Winterpause ein neuer Stürmer nach Strausberg kam? „Faton Ademi ist für den Verein ein Glücksgriff. Trotz Konkurrenz – ehrlich, ich habe mich gefreut. Ich kannte ihn schon und wusste genau, er passt in die Mannschaft.“ Martin Kemter konnte sich in den letzten Spielen deutlich steigern. „Der FC Strausberg ist eine gute Adresse und ich fühle mich sehr wohl. Trainer- und Funktionsteam und auch das ganze Umfeld sichern uns Spielern gute Bedingungen. Ich wohne in Pankow und auch von daher passt  es einfach.“ Martin Kemter freut sich auf die neue Saison, die „... verdammt schwer werden wird. Ich bin mit 26 der Älteste im Team und werde versuchen, meine Erfahrungen weiterzugeben.“

Neu nach dieser Saison ist diesmal, dass die Mannschaft auch zu großen Teilen zusammenbleibt. Vor allem nach den zwei vergangenen Spielzeiten wurde jeweils nahezu die komplette Mannschaft ausgetauscht.

Was ist eigentlich der große Unterschied zwischen dem MeisterFSV Optik Rathenow und dem FC Strausberg? Diese Frage kann nur Offensivspieler Caga Aslan beantworten, der nun seit einem Jahr in der Energie-Arena spielt. „Hier in Strausberg ist alles ein wenig familiärer. Auch die Trainer sind sehr unterschied-liche Typen, obwohl ich gern auch mit Ingo Kahlisch in Rathenow zusammengearbeitet habe. Christof Reimann ist jünger und hat in einigen Dingen wohl manchmal etwas mehr Verständnis“, erklärt Aslan. Er traf im letzten Saisonspiel in Frankfurt gleich dreifach.

Diese Zufriedenheit durchzieht sich durch das komplette Team. Faton Ademi kam in der Winterpause von Hertha 03 Zehlendorf. „Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden und habe mich auch schnell zurechtgefunden. Allerdings bin ich mit mir selbst noch nicht zufrieden. Meine fünf Tore in der Rückrunde entsprechen meinen eigenen Ansprüchen längst noch nicht.“

Zum Abschluss einer langen Saison wurde gemeinsam mit zahlreichen Fans vor dem Vereinsheim des FC Strausberg gefeiert. Heiko Koplin hat kaum ein Spiel in der Saison verpasst. Er kam in Begleitung seiner Gattin Ute, die zumindest bei den Heimspielen dabei ist. „Ich bin geborener Strausberger und der Verein ist mir natürlich ans Herz gewachsen. In Strausberg wird wieder richtig guter Fußball geboten. Schön wäre es, wenn in der neuen Saison dann die Fangemeinde weiter wachsen könnte.“

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG