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Greenspeedcup
Sparfüchse der Lüfte im Kettenstart

Green Speedcup auf dem Flugplatz in Strausberg, 12 Flieger am Start
Green Speedcup auf dem Flugplatz in Strausberg, 12 Flieger am Start © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 08.06.2018, 19:52 Uhr - Aktualisiert 08.06.2018, 20:06
Strausberg (MOZ) Das Ganze dauerte sechs Minuten: Ein Dutzend Flugzeuge sind am Freitagmittag im Halbminutentakt wie Biathleten zum Greenspeedcup gestartet.

Green Speed Cup auf dem Flugplatz in Strausberg gestartet
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Vor sich eine Strecke von 330 Kilometern zwischen Strausberg, Lutherstadt Wittenberg, Groß Leuthen und Groß Muckrow. Gewonnen hat, wer nicht nur schnell, sondern mit besonders wenig Energieverbrauch die Strecke meistert. Eine Maschine hat von vornherein gewonnen, die Lange-Antares 20, ein Motorsegler mit Elektro- bzw. sogar Hybridantrieb. Sie war die Einzige in der Klasse der elektrisch betriebenen Flugzeuge. Bei den anderen, denen mit Verbrennungsmotor, gibt es sehr unterschiedliche Typen. Der modernste dürfte die Stemme S-12 sein, gesteuert vom Testpiloten der am Flugplatz ansässigen Stemme AG, Julien Baumann. Als Copilot ist Hans-Peter Ortwein an Bord, der Entwicklungsleiter der Stemme AG und Abteilungsleiter Sportflugzeuge. Die beiden relativ jungen Männer sind die Herausforderer des Strausberger Flugplatzfossils Klaus „Theo“ Körner, der mit Copilot Jan Kowalzik mit seiner S-10 an den Start geht. Ganz anders als die in Strausberg montierten Hightech-Motorsegler sehen andere Teilnehmer-Maschinen aus. Zum Beispiel die drei historischen Motorsegler vom Typ Falke aus den 1960er- und 70er-Jahren. Der von Jörg Urban und Stefan Malik ragt da heraus, denn an seinen Flügelenden stehen Winglets noch oben. Die kleinen Hilfsflügel zur Verbesserung der Gleitfähigkeit haben die beiden Mitglieder des Motorseglerclubs Berlin, der seinen Sitz in Strausberg hat, tatsächlich mit einem 3-D-Drucker hergestellt. Auch sonst haben sie 700 bis 800 Arbeitsstunden eingesetzt, um die Aerodynamik ihres Fliegers vom Baujahr 1975 zu optimieren: Alle Sicken und Fugen sind abgeklebt, das Spornrad des Fahrwerks verkleidet: „Wir müssen unsere relativ geringe Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h mit einem möglichst geringem Energieverbrauch ausgleichen“, begründet Stefan Malik den Aufwand.

Die Sonne steht senkrecht über dem Flugplatz, als Flugplatz-Chef Michael Pestel mit dem „Follow-me“-Bully über die Rollwege Richtung Startbahn fährt, ihm folgt das Dutzend Flugzeuge. Als Elftes rollt die S-10 an den Start. „Ich werde zuerst mit Motorkraft zu den Wolken Richtung Buckow/Müncheberg fliegen und dann gucken, wo die Wolkenstraßen sind“, hatte Klaus „Theo“ Körner vor dem Start gesagt. Denn unter dem strahlend blauen Himmel ist keine Thermik. Natürlich fühlt sich der 78-jährige Flugnestor von den jungen Ingenieuren herausgefordert. „Aber bei unserem Cup“, so erläutert Gastgeber Phillip Scheffel, entscheidet nicht Hightech, sondern die Technik des Fliegens.(js)

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