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Ihlow ist Filmdorf, für das Team um Horst Krause fast zweite Heimat / Jetzt wurde hier erneut gedreht – Szenen von „Krauses Hoffnung“

Filmarbeiten
Böhlich dreht mit Krause in Ihlow

Szene am Set, Filmdreh für "Krauses Hoffnung" mit Horst Krause (MItte gestikulierend), seinen Filmschwestern und Regisseur Bernd Böhlich (2. v. r.) wieder in Ihlow, 12.6.2018
Szene am Set, Filmdreh für "Krauses Hoffnung" mit Horst Krause (MItte gestikulierend), seinen Filmschwestern und Regisseur Bernd Böhlich (2. v. r.) wieder in Ihlow, 12.6.2018 © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 14.06.2018, 06:30 Uhr
Ihlow Das kleine Ihlow ist schon seit Jahren Film-Dorf. Aktuell wird dort für „Krauses Hoffnung“ gedreht. Das Team um Hauptdarsteller Horst Krause, seine Filmschwestern und Regisseur Bernd Böhlich ist dazu vorübergehend auf dem Grundstück von Monika Schütze eingezogen.

Das Set ist unter dem großen Kirschbaum im Garten eingerichtet. Auf einem kleinen Holzpodest stehen vier Stühle und ein Tisch, auf diesem ein halb aufgegessener Kirschkuchen, Teller und Tassen sowie Schnapsgläser. Ein großes Sonnensegel zum Regulieren der Ausleuchtung ist schon installiert. Ein Zweites bringen die technischen Kräfte gerade in Position. Auch andere vorletzte Vorbereitungen laufen, und die Darsteller nehmen ebenfalls Platz. Horst Krause an der einen Seite, rechter und linker Hand seine Schwestern Meta (Angelika Böttiger) und Elsa (Carmen-Maja Antoni). Und dann ist da auf der vierten Position noch Victor Choulman, der Lubo Kaczmarek spielt.

In dessen Haus in Polen sind die drei in der zu drehenden Szene zu Gast. Es ist gewissermaßen eine Reise in die familiäre Vergangenheit, in die noch aus Kindertagen mit vagen Erinnerungen verknüpfte alte Heimat der Krauses. Die Atmosphäre der kurzen Unterhaltung am Tisch hat einen sentimentalen Unterton. Gerade dann, als Lubo mit seinen Gästen auf die Liebe, das Glück des Lebens, ein nochmaliges Wiedersehen anstoßen will. Elsa und Meta sind sofort dabei. Nur der spröde „Hottie“ verweigert sich, so viel Rührseligkeit ist dem pensionierten Polizisten fremd. Und geradezu argwöhnisch verfolgt er, wie ausgesprochen gut sich Elsa und Lubo verstehen. „Für mich nicht“, wehrt er also das Einschenken ab. „Wir wollen morgen früh zeitig los!“

Es ist die erste Einstellung des Tages, die jetzt gedreht wird. Die Uhr zeigt etwa halb elf, alle am Set sind schon geraume Zeit auf den Beinen. Böhlich gibt das Signal zum Probedurchlauf. Zunächst das Gespräch am Tisch, später wird Lubo noch aufstehen und eine Harmonika holen. „Die gehört eigentlich euch. Euer Vater hat sie uns anvertraut, als ihr weg musstet“, lautet der Satz dazu. Victor Choulman hat aber gerade noch ein spezielles Problem. Seine Filmdreh-Schuhe sind am Vortag kaputt gegangen, die Jetzigen drücken, bereiten ihm richtige Schmerzen. Nun soll aus der Basis, also einem der Wagen, noch einmal Ersatz herbeigeschafft werden. Bis dahin sitzt er mit Socken, unterm Tisch sieht das die Kamera in der Einstellung schließlich nicht.

Die Probe war schon gut, letzte Hinweise, prüfender Blick in die Runde. Alles fertig? Dann kann es ja losgehen. Ton ab. Klappe, 48/2 die Erste. Dann der von Böhlich kommende Halbsatz, der den Konzentrationspegel auf die Spitze hebt: „Und bitte!“ Meta stochert noch einmal kurz in ihrem Kuchenstück, dann setzt Lubo nachdenklich ein: „Wer weiß, wann wir uns wiedersehen ...“ Worauf Meta einsetzt: „Du kannst uns ja mal besuchen.“ Natürlich ist Böhlich im ersten Anlauf noch nicht zufrieden. Bis eine Szene wirklich im Kasten ist, vergeht einige Zeit. Alles entwickelt sich, mit den lenkenden Hinweisen des Regisseurs („Horst, sag es bestimmter!“), aber auch den eigenen Ideen der Darsteller, die schließlich Profis sind. „Das Weitere ergibt dann das Spiel, da weiß ich, dass ich mich auf dich verlassen kann“, so Krause zu Carmen-Maja Antoni über den neben ausgesprochenen Worten parallel laufenden Blickkontakt, kleine Gesten zwischen Bruder und Schwester. Allmählich kommen alle richtig in Fahrt. Auch das „Prost, Hottie!“ von Meta kommt immer ironischer, provozierender. „Ja, ärgert ihn richtig!“, feuert Böhlich seine Darsteller an, die auf dem richtigen Weg sind.

Die Ihlower sind mittlerweile daran gewöhnt, dass ihr Heimatort zum Filmdorf wird. Sie wissen: Wenn wie in diesen Tagen die große Kolonne der Wagen mit Aufdrucken von „Catering“ bis „Aufenthalt Rolle Horst Krause“ entlang der Straße neben der gerade fertig sanierten Kirche parkt, finden wieder Aufnahmen statt. Helfer bringen notwendige Utensilien zum Set, sei es Nachschub an Wasserflaschen oder technische Ausrüstung. Die beiden Angler am Dorfteich lassen sich davon nicht stören.

Es sei schon ein besonderes Gefühl, bekennt Manfred Buchholz, der in der Alten Schmiede wohnt und auch besonders enge Bindungen hat. „Für zwei Folgen war ja seinerzeit mein Haus die Polizeistation“, erinnert er sich gern. Seine Frau und er haben sich bei Ludwigsfelde, wo das zweite Krause-Filmdorf liegt, sogar mal den alten Dorfgasthof angeschaut: „Der sieht tatsächlich aus wie im Fernsehen.“

Monika Schütze, die während der Drehtage an anderer Stelle im Dorf untergekommen war, ist am Mittwoch in ihr Haus zurückgekehrt. „Die Filmleute haben ihre Sachen wieder ausgeräumt, jetzt bin ich beim Einräumen“, sagt sie am Telefon. Hocherfreut, dass eine Vertreterin des Teams auch noch „einen so netten Eintrag“ in ihrem Gästeheft hinterlassen habe. Zudem ist der Kirschkuchen aus der Szene beim Drehen ja nicht aufgegessen worden, hat sie dessen Reste ebenso bekommen wie eine gute Portion vom Möhreneintopf, erzählt sie noch. Und ihr Sohn habe von Horst Krause und Carmen-Maja Antoni am Kirschbaum zur Erinnerung ein paar Bilder gemacht.

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