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B1 Sport & Freizeit, Neuenhagen Open

Tennis
Mit Davis-Cup-Erfahrung zum Sieg

Edgar Nemschok / 04.07.2018, 13:36 Uhr
Neuenhagen (MOZ) 25 Jahre Vereinsjubiläum feiert der Neuenhagener Tennis Club in diesem Jahr. Mit seinem Turnier „B1 Sport & Freizeit, Neuenhagen Open“ hat sich der Verein selbst ein Geschenk gemacht. Die großen Sieger heißen Nadja Meier bei den Damen und Ivo Klec bei den Herren.

Wenn vermeintliche Stars in einer kleinen Gemeinde wie Neuenhagen zu Gast sind, da lässt sich schnell vermuten, dass Lobeshymnen auf den Gastgeber eines solchen Turniers mehr eine Sache des Anstands sind. Doch Ivo Klec, gebürtiger Slowake und heute in München lebend, nahm man seine Worte nach dem Gewinn des Herreneinzels durchaus ab. Der 37-Jährige hat schon die ganze Welt gesehen, war in Wimbledon dabei und hat mit der slowakischen Nationalmannschaft Davis-Cup-Erfahrung gesammelt. „Ich bin begeistert, was dieser kleine Verein hier auf die Beine gestellt hat, und wenn es irgendwie passt, komme ich gern im nächsten Jahr wieder“, sagte er und freute sich auch über den sehr attraktiven Pokal, den er aus den Händen des Vereinsvorsitzenden Martin Eichhorst und Bürgermeister gleichzeitigem Schirmherr Ansgar Scharnke in Empfang nehmen durfte.

Klec, mit einer sogenannten Wild Card ins Turnier gestartet, hatte den gesetzten Niklas Guttau, der am Timmendorfer Strand zu Hause ist, in einem sehr guten Match mit 4:6, 6:3 und 10:5 bezwungen. Der Nordddeutsche, erst 18 Jahre alt und und gerade dabei, seine Schulzeit abzuschließen, startete im ersten Satz furios. „Ich war viel zu defensiv“, gab Klec später zu.

Der zweite Satz begann spektakulär. Beim Stand von 30:0 für Klec konnte Guttau gleich drei aussichtsreiche Schmetterbälle am Netz nicht verwandeln. Der Routinier machte schließlich das Spiel, und der 18-Jährige fand den Faden nicht mehr wieder. „Ich habe wahrscheinlich zu viel über diesen verlorenen Spielzug nachgedacht“, sagte er nach dem Duell. Klec gewann den Satz, und machte dann im abschließenden Match-Tiebreak kurzen Prozess. Er schlug fünf Asse und ging bis auf 7:1 in Führung. Guttau kämpfte noch, aber mehr als ein 5:10 wurde es nicht mehr.

Zuvor hatten schon die Damen das Finale bei sengender Hitze ausgespielt. Es war hoch spannend und verlief sehr knapp. Beide, Nadja Meier erst 16 Jahre alt aus Berlin und die an Eins gesetzte Angelina Wirgis aus Hannover, lieferten sich ein echtes Duell auf Augenhöhe. Beide Spielerinnen konnten ihr jeweiliges Aufschlagsspiel bis zum Stand von 2:2 sogar zu Null durchbringen und begeisterten mit sehr präzisen Schlägen. Es blieb alles sehr eng und der erste Satz ging mit 6:4 an die Berlinerin.

Auch der zweite Satz blieb bis zum Stand von 3:3 sehr ausgeglichen. Die Tennisspieler fürchten in der Regel das siebte Spiel. Angelina Wirgis gewann es und nach starker Schlussphase auch den Satz mit 6:3. Eine Steigerung der Spannung brachte dann das Match-Tiebreak. Die Berlinerin siegte denkbar knapp mit 10:8 und freute sich riesig über den Triumph vor großer Kulisse. Ganz anders ihre Gegnerin, die direkt nach dem letzten Ballwechsel fassungslos ihr Handtuch über den Kopf legte. „Ich habe einfach nicht durchgezogen“ sagte sie enttäuscht. Auch ihre Mutter Catherine war völlig niedergeschlagen. „Es gab von unserer Seite einen festen Plan für dieses Endspiel. Die Niederlage war nicht nötig. Jetzt fahren wir zurück nach Hannover und im Auto haben wir genug Zeit, das Spiel noch mal zu analysieren“, sagte sie.

Und was geht noch in die Geschichte des Turniers ein? Mit 160 Anmeldungen aus ganz Deutschland – 77 bei den Herren – kann der veranstaltende Neuenhagener TC sehr zufrieden sein. Und bei den Damen waren sogar gleich fünf Spielerinnen aus den Top 100 der Deutschen Rangliste dabei.

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