Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wanderer beklagt morsche Holzgeländer im Wald / Verwaltung verspricht Abhilfe

Wanderrouten
Stadt schafft neues Wege-Regime

Stabiler: Durch Pfosten aus Kunststoff und Seile ist der Märkische Bergwanderpark weniger reparaturanfällig.
Stabiler: Durch Pfosten aus Kunststoff und Seile ist der Märkische Bergwanderpark weniger reparaturanfällig. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 12.07.2018, 07:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Hier ein umgestürzter Baum, dort ein morsches Holzgeländer. Wer behebt den Schaden? Die Stadt Bad Freienwalde betreut 80 Kilometer Wanderwege. Derzeit denkt die Verwaltung über ein neues Regime nach. Denn die über Jahre bewährte Arbeitsweise funktioniert nicht mehr so.

Wilfried Schmude, der in der Waldstadt wohnt, ist begeisterter Wanderer. Unverständlich sei ihm, dass die Stadt so viel Geld in den Märkischen Bergwanderpark steckt, doch gleich daneben morsche Geländer zu finden sind. „Hätte man das nicht mitmachen können?“, fragte er am „Heißen Draht“ der Märkischen Oderzeitung. Das funktioniert nicht, da die Stadt Fördermittel für das Projekt bekommen hat und davon kein Geld abzweigen darf. Wilfried Schmude hat ein „total verfaultes Geländer“ am Gustav-Schüler-Weg entdeckt, der vom Brunnental abzweigt.

„Ich schicke gleich morgen jemanden hin, der sich das anschaut“, sagte Wolfgang von Allmen, Sachbearbeiter Stadtforst, Grünflächen und Friedhöfe im Rathaus. Die Stadt betreue 80 Kilometer Wanderwege. Bisher werden sie in enger Zusammenarbeit mit dem Verein zur Beschäftigung und Qualifizierung (VFBQ) instandgehalten. Eine ständige Kontrolle sei aus Kapazitätsgründen nicht möglich.

Das Reparatur-Management bedarf einer Überarbeitung, denn der VFBQ betätigt sich zunehmend auf anderen Arbeitsfeldern. Und die Wanderfreunde des Hauses der Naturpflege unter der Leitung von Horst Sander sind aus Altergründen nicht mehr in der Lage, ständig alle Wege im Auge zu behalten. „Wir sind Herrn Sander sehr dankbar“, betonte Wolfgang von Allmen. Aber es werde zunehmend schwieriger, mit den bisherigen Akteuren die Wanderwege zu betreuen. Deshalb suche er nach Lösungen. „Es reicht nicht, die Wege nur instand zu halten, wir müssen sie weiter entwickeln und Attraktionen schaffen“, fügte er hinzu. Da die Stadt und ihre Mitarbeiter das Wegenetz nicht ständig kontrollieren können, empfiehlt von Allmen Wanderern und Spaziergängern, die Schäden wahrnehmen, Stadtverwaltung, Bad Freienwalde Tourismus GmbH oder Landesforstbetrieb zu benachrichtigen. Notfälle werden repariert, wobei das jedoch nicht immer von heute auf morgen klappe.

„Wir nehmen Schadensmeldungen entgegen und geben sie weiter“, sagte Heiko Walther-Kämpfe von der Tourist-Information. Bewusst habe die Stadt bei der Auswahl des Materials für den Bergwanderpark darauf geachtet, dass es länger hält als Holz, so Heiko Walther-Kämpfe. Statt Geländerstreben wurden dicke Seile verwendet. Die Posten seien aus einem speziellen Recyclingmaterial, das länger hält. Mit Wolfgang von Allmen und anderen Akteuren engagiert sich Heiko Walther-Kämpfe in einem Arbeitskreis, der sich mit den Wanderwegen beschäftigt. Zum Beispiel mit den Terrainweg, der der Rehabilitation dient und in die Jahre gekommen sei. „Wir werden den Weg aus physiotherapeutischer Sicht aufbessern und benutzbar machen“, so der Mitarbeiter der Tourismus GmbH.

Manchmal sind der Stadt aber auch die Hände gebunden. Hans-Ulrich Lanäus (SPD), sachkundiger Einwohner im Bauausschuss, berichtete in der jüngsten Sitzung von einem Baum, der seit Oktober vergangenen Jahres in der Nähe der Wohnstätte „Waldhaus“ der Stephanus-Stiftung einen Wanderweg blockiere. „Nicht alle Waldgebiete gehören der Stadt“, erwiderte Rainer Texdorf, Fachbereichleiter Tiefbau und Kurstadtentwicklung der Stadt Bad Freienwalde.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG