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Keramikzirkel und Arbeitsgruppe „Kunst“ des OKV gestalten gemeinsam Sommerausstellung in Konzerthalle

Ausstellung
Von Traditionen in Bild und Ton

Heike Jänicke / 12.07.2018, 19:42 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Mit Pianoklängen ist am Mittwoch die Sommerausstellung in der Konzerthalle eröffnet worden. Sie steht unter dem Titel „Taditionen“ und zeigt ausgewählte Werke von Mitgliedern des Keramikzirkels der Kurstadt sowie Fotos und Bildervon im Oberbarnimer Kulturverein engagierten Künstlern.

Die Zugabe, eine der „Vier Balladen“ von Brahms, ist am späten Mittwochnachmittag in Sankt Georg verklungen. Die in Wien lebende Pianistin Nini Funke, die erstmals in der Konzerthalle gastiert, wird vom Publikum mit viel Beifall bedacht. Blumen gibt es dazu. Ingrid Linke, die „Mutter der Konzerthalle“, bedankt sich bei Nini Funke – für das musikalische Entree zur diesjährigen Sommerausstellung, das mit dem Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ nicht hätte passender gewählt sein können. Zeigt doch die aktuelle Sommerausstellung im Saal sowohl Bilder – Fotos und gemalte Bilder – als auch Keramikarbeiten, zur Schau gestellt von Hobbykünstlern der Arbeitsgruppe „Kunst“ des Oberbarnimer Kulturvereins (OKV) und von Mitgliedern des Keramikzirkels Bad Freienwalde, den es schon zu DDR-Zeiten gab und der seit 27 Jahren als Verein existiert und damit auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Tradition habe auch die Sommerausstellung des OKV in der Konzerthalle, unterstreicht Ingrid Linke und freut sich, dass alle Ausstellenden auch anwesend.

Die vertiefen sich kurz nach den eröffnenden Worten schnell in einen Austausch unter Gleichgesinnten. Wie etwa Kathrin Rose. Die 50-Jährige ist Vorsitzende des Keramikzirkels, dem 13 Mitglieder, alles Frauen, angehören. „Das älteste Mitglied ist mit 80 Jahren Ute Salewski“, erzählt Kathrin Rose. Jeden Dienstag treffen sie sich im „Offi“. „Jede von uns hat ihre Lieblingsstücke mitgebracht und stellt sie hier aus“, informiert sie weiter. Sie selbst zeigt unter anderem eine große Keramikschale. Sie besticht durch ihre Schlichtheit mit angedeuteten Häusern und einem kräftigen Grün. Verkäuflich sei sie nicht, fügt die Vorsitzende hinzu. „Die Arbeiten, die hier zu sehen sind, sind alle in Privatbesitz“, sagt sie noch. Auf die Frage, was sie am Töpfern besonders schätzt, meint sie: „Die Gemeinschaft. Das Kreative. Dass etwas entsteht, was kein anderer hat.“ Darin ist sie sich mit Christina Nawin einig. Die 67-Jährige frönt dem Hobby im Keramikzirkel schon seit 1980. Für die Ausstellung hat sie unter anderem ihre Tonkrüge und -vasen mitgebracht. Die stehen auf der Bühne, vor der großen Orgel, neben Schafen, Eulen, Schneemännern und einer Nixe.

Unten im Saal, an den aufgestellten Wänden, hängen Bilder. Zum Teil Fotos, wie die von Petra Leibner oder Astrid Grap. Ihre Motive zeigen bis heute gelebte Tradition: Feuerwehrmänner auf einer alten Spritze beziehungsweise Einblicke in die Arbeit eines Hufschmieds. „Verlorene Traditionen“ hingegen hat Margrit Schmidt ihre Installation genannt. Zu sehen ist eine Holzstele, die die Basis für einen Feldstein ist. In ihm steckt ein Rübenzieher, an dessen Seite liegt eine Tabaknadel. Utensilien, die, so die Schöpferin, wohl auf der Suche nach neuen Einsätzen seien. Sie selbst komme aus einer bäuerlichen Familie und daher kenne sie die von ihr verwendeten Gegenstände. „Sie haben für mich Tradition“, so Margrit Schmidt. Sie selbst habe auch Tabakblätter auffädeln müssen. Sie wisse, wie mühselig diese Arbeit gewesen sei. „Deshalb bin ich froh, dass die Arbeit für die Bauern leichter geworden ist, wenngleich das Leben der Bauern heute nicht einfacher ist“, meint Margrit Schmidt und taucht wieder ein in die Menge der Ausstellenden und Gäste.

„Traditionen“ – die Sommerausstellung des OKV im Saal der Konzerthalle, ist bis zum 12. August zu sehen. Zur Finissage an diesem Tag, 19 Uhr, wird Michael David seine Harfe erklingen lassen. Geöffnet: täglich, außer freitags, von 10 bis 17 Uhr, Telefon: 03344 332370.

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