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110-jähriges Bestehen mit langem Festumzug, Tanz und Feuerwerk gefeiert / Informationstafel am Gründungsort enthüllt

Geburtstag
Großer Bahnhof für Rehfelder Feuerwehr

Martin Stralau / 16.07.2018, 06:00 Uhr
Rehfelde (MOZ) Mit hunderten Zuschauern an den Straßen und einem großen Festumzug feierte die Feuerwehr Rehfelde am Wochenende ihren 110. Geburtstag. Zum großen Jubiläum waren diverse Feuerwehren aus der Region angereist. Am Gerätehaus am Bahnhof gab es ein buntes Programm.

Der Start der Feierlichkeiten am Gründungsort der Feuerwehr in Rehfelde-Dorf verzögerte sich am Sonnabendvormittag zunächst ein klein wenig. Kein Wunder, mussten doch die 42 Fahrzeuge, die sich kurz danach am Festumzug zum Gerätehaus am Bahnhof beteiligen sollten, zunächst einmal in Position gebracht werden. Ortswehrführer Stefan Rothe zeigte sich begeistert, „dass es so viele schöne Fahrzeuge geworden sind“ und die Vertreter von Feuerwehren aus der gesamten Umgebung – von Hoppegarten über Grünheide bis Buckow – so zahlreich erschienen waren. Angereist war auch eine Feuerwehrdelegation aus der polnischen Partnergemeinde Zwierzyn.

Am meisten freute sich Stefan Rothe darüber, dass Kurt Hundt gekommen war. Der 88-Jährige feiert 2019 sein 70. Jahr Mitgliedschaft bei der Feuerwehr. Eingetreten war er zunächst in Garzau, bevor er 1952 nach Rehfelde wechselte. „Er hat weit mehr als die Hälfte der Zeit unserer Feuerwehr mitgestaltet und mitgearbeitet“, sagte Rothe. Das Publikum applaudierte.

Kurt Hundt war dann auch einer der Ersten, der sich die von Marco Böttche, Amtsdirektor des Amtes Märkische Schweiz,  und Rehfeldes Bürgermeister Reiner Donath enthüllte Tafel anschaute, auf der mit Fotos und Stichpunkten an die Gründung und Geschichte der Wehr erinnert wird. Darauf erfährt man, dass der Gemeindevorsteher Ernst Haube 1908 in Rehfelde-Dorf mit zwölf weiteren Bürgern der Gemeinde eine Freiwillige Feuerwehr gründete. Nur 50 Meter vom Standort der Stele entfernt stand einst das Spritzenhaus, in dem das erste größere Löschgerät, eine Kastenspritze, untergebracht war. Im Zuge der Dorfumgestaltung 1967 wurde das Haus abgerissen. Kurt Hundt, der von klein auf Feuerwehrfan war, wie er erzählte, gefiel die Tafel. „Auf einem der Fotos habe ich meinen Schwiegervater erkannt“, freute er sich.

Der Umzug startete nicht ohne lobende Worte des Amtsdirektors und Bürgermeisters. Ersterer dankte den „Feuerwehrleuten, die 110 Jahre lang ihre Freizeit geopfert haben, um anderen zu helfen“. Das sei keine Selbstverständlichkeit. An die Jüngeren unter den Besuchern appellierte er: „Meldet euch, die Feuerwehr braucht Nachwuchs.“ Dabei steht die Feuerwehr momentan recht gut da, wie Stefan Rothe auf der Festsitzung am Vorabend betonte. Derzeit hat sie 99 Mitglieder, darunter 53 Aktive, 21 in der Alters- und Ehrenabteilung und 25 im Kinder- und Jugendbereich, berichtete er.

Der Nachwuchs beteiligte sich auch am Umzug zum Gerätehaus am Bahnhof. An der Grundschule in der Annemarie-straße setzten sich die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit 35 Teilnehmern vom Fanfarenzug des KSC Strausberg an die Spitze des hunderte Meter langen Fahrzeugkorsos, der bis dahin von einer Pferdekutsche angeführt worden war, die das älteste Gerät des Zuges transportierte: eine Handdruckspritze der Feuerwehr Rehfelde, Baujahr 1900.

Die Pferde waren auch der Grund dafür, dass alle Fahrzeuge mit Blaulicht fuhren, aber auf den schrillen Einsatz des Martinshorns verzichteten. „Die Kutsche soll zwar als erstes Fahrzeug ankommen, aber nicht zehn Minuten vorher“, erklärte Stefan Rothe. Im ganzen Ort hatten sich Zuschauer postiert, um den Festumzug zu bewundern und in Bildern festzuhalten. Doreen Gess aus Hennickendorf war mit ihrer einjährigen Tochter Shirley gekommen. „Ich will mal schauen, was es so für neue Fahrzeuge gibt, und ob die alten gut erhalten sind“, sagte sie. Ihr Inter-esse für die Technik sei durch ihren Bruder geweckt worden, der Mitglied der Feuerwehr in Werder ist, die zur Rehfelder gehört.

Nach dem Umzug wurde am Gerätehaus gefeiert. Diversen Vorführungen, unter anderem von Höhenrettern der Berliner Feuerwehr, folgten am Abend Tanz, Musik und Feuerwerk. Am Sonntag klang das Fest mit einem Frühschoppen, Eisbeinessen und Blasmusik aus.

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