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Deponie
Illegale Müllentsorgung im Museumspark

Uwe Spranger / 01.09.2018, 09:00 Uhr
Rüdersdorf (MOZ) Im Museumspark hat eine Firma aus der Region offenbar illegal Müll entsorgt. GmbH-Chef Roderik Daul hat dies erst einmal gestoppt und die Abfallbehörde hinzugezogen. Die will ein Verfahren einleiten.

Roderik Daul ist sauer. Eigentlich hatte die Firma den Auftrag, verschiedene Flächen auf dem Gelände zu glätten und Boden aufzufüllen, so dass frisch Rasen angesät werden kann. Er habe auch telefonisch die Auskunft erhalten, dass dies nun passieren könne. Und vielleicht wäre Gras darüber gewachsen, wenn er nicht genauer hingeschaut hätte. So aber entdeckte er auf den Flächen nicht nur Erde, sondern auch Bruchstücke von Asbestbetonplatten, Styropor, Glas, Kabelreste, Metall, Holz und Plastik, auch Dämmwolle und Dachpappe. Alles in allem eine „große Umweltverschmutzung“, fasst er zusammen.

Er hatte die Abfallbehörde des Landkreises über seine Entdeckungen  informiert. Die war vor Ort und bestätigte seinen Verdacht. Wenn schon oberflächlich so viel zu sehen sei, müsse man annehmen, dass noch mehr untergegraben sei, so eine Vermutung. Schließlich sei an manchen Stellen auch eine ganze Menge Material aufgetragen worden, kann Daul an bestimmten Fixpunkten im Gelände ablesen. Da stehen manche Bäume beispielsweise jetzt einen halben Meter unter Geländeoberkante.

In der Nähe des Seilscheibenpfeilers hat das Unternehmen zudem eine Art Zwischenlager platziert. Dort liegen Teile von abgerissenen Bungalows, von denen auch die Verunreinigungen auf den Flächen stammen könnten, stehen dutzende Groß-Säcke mit verschiedenstem Material, unter anderem Dachpappe, die, so gab Daul Aussagen der Begehung wieder, so gar nicht gelagert werden dürften.

Die Kreis-Behörde wollte Bodenproben veranlassen, um das Ausmaß abklären zu lassen. Danach werde über weitere Aktivitäten entschieden, bestätigte Beigeordneter Rainer Schinkel. Der GmbH-Chef sagte, wahrscheinlich werde es eine Anzeige geben, mindestens ein Ordnungsverfahren. Und der Boden müsse wohl wieder abtransportiert werden. Auf Kosten des Verursachers bzw. des Auftraggebers.

Das sei in dem Falle nicht die GmbH, sondern der MC Woltersdorf, als Ausgleich für die Nutzung des Areals für Motorrad-Geländefahrt-Wettbewerbe, sagte Daul. Der Verein könnte dadurch finanzielle Probleme bekommen, denn für Abtransport und fachgerechte Entsorgung könnten fünf- bis sechsstellige Summen fällig werden.

Aber auch der Museumspark bekommt Probleme durch den Fall. Die Firma sollte nämlich für die GmbH einen anderen Auftrag erledigen. „Das müssen wir wohl bis zur Klärung stoppen, geraten also in Verzug“, erklärt Daul.

Über Verzug hatte er jüngst bereits im Finanzausschuss berichtet.  Demnach läuft es im Rahmen des Programms nationale Projekte nicht wie erhofft. Am früheren Bergschreiberamt in der Heinitzstraße geht es nach seiner Einschätzung zu langsam voran. Dort wurden unter anderem feuchte Balken freigelegt, die Statik passte nicht mehr ... Der Fördermittelgeber habe eingeschätzt, dass der Bautenstand erst bei zehn Prozent liege, mithin bezweifelt werde, dass das geplante Geld bis zum vorgesehenen Ende der Maßnahme – am Jahresende –  verbaut sei.

Deshalb ist eine Verlängerung beantragt. Bislang gibt es allerdings nur eine  mündliche Aussage, dass dies befürwortet werde. Schriftlich lag noch nichts vor. Immerhin stehen rund drei Millionen Euro zur Verfügung. Allein 1,5 sollten in die Heinitzstraße fließen. Erst knapp 400 000 seien abgerufen, berichtete Daul. Der Tischler sollte in diesen Tagen mit dem Einbau von Fenstern anfangen, für Elektro und Sanitär laufe die Planung. Das Pflastern am Gebäude und die Treppe zum künftigen Hafen seien vergeben. „Das ist unspektakulär, das wird fertig“, zeigte sich der Chef überzeugt.

Für den im Gebäude geplanten Fahrstuhl hatte es hingegen gar keine Angebote gegeben. Er habe nun vorgeschlagen, einen Treppenlift zu montieren, sagte Daul. Der sei zugleich günstiger, so dass dann vielleicht der Dachausbau zu bewerkstelligen sei. Das war derzeit noch offen.

Daul machte deutlich, dass zeitnah Verantwortlichkeiten zu klären seien. Der Projektmanager habe einen bis Jahresende befristeten Vertrag, noch viel Urlaub und hunderte Überstunden. Eine Nachfolgeregelung gebe es bislang nicht. Er selbst könne sich maximal einen Tag pro Woche um solche Dinge kümmern. Und um Leistungsverzeichnisse  mit 150 Seiten zu studieren, brauche man einen halben Tag oder mehr.

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