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Künstlerhof
Und wieder auf das Huhn gekommen ...

Gabriele Rataj / 12.09.2018, 07:15 Uhr
Altlandsberg (MOZ) In diesem Jahr ist erstmals mit der Tradition gebrochen worden. Nicht der Kalender für das nächste Jahr ist zur jährlichen Ausstellung in dem alten und stilbewusst zu Wohnhaus, Atelier und Ausstellung umfunktionierten sanierten Ackerbürgerhof vorgelegt worden. Diesmal war es ein DIN A 4-großes Büchlein – die ersten druckfrischen Exemplare von „Henna. Das Hanghuhn“.

Und nicht der Vater, sondern einer der zwei Söhne des viel zu früh verstorbenen Altlandsberger Künstlers Johannes Karl Gotthard Niedlich ist auf der Hochglanzhülle der Paperback-Publikation neben Volker Heyse zu lesen: Gregor Niedlich.

Zusammen haben sie, wie es auch das Titelblatt ausweist, ein Märchen geschrieben, „das eigentlich keines sein will. Ein Märchen, das gern wahr wäre“. Denn das mit einem stark verkürzten und einem normalen Bein geschlüpfte Küken schafft es trotz seiner Behinderung, sich zu behaupten, seine kleine Welt zu erobern und dabei noch anderen zu helfen.

Auf knapp 70 Seiten wird das in vielen kleinen Episoden erzählt und am Ende sogar mit kindlich-populär-wissenschaftlichen Beobachtungen am Huhn ergänzt. Die Illustrationen stammen allesamt von der Hand Gregor Niedlichs, der bereits in vergangenen Jahren einiges zur väterlichen Ausstellung beigesteuert hatte.

Er scheint in die Fußstapfen des Schöpfers ungezählter „LebeWesen“ in Feld und Flur, aus Flora und Fauna zu treten, die die eigenwilligen Bilder Johannes Niedlichs zeigen. Und wie sein Vater zu DDR-Zeiten skurril und phantasiereich Bücher illustrierte, offenbart sich in dem Kinderbuch vom Hanghuhn Henna offenkundig etwas von dem frühen Johannes Niedlich – aber bunter, fröhlicher.

Und wieder einmal ist es das Huhn, dem Niedlich sen. in vielen witzigen, wundersamen Posen Gestalt verlieh, dabei die ganze Palette menschlicher Tugenden und vor allem Untugenden vorführte. Die beiden Schöpfer des Büchleins von Henna zeigen mit ihrer Heldin indes Tugenden, wollen Verständnis befördern für körperlich beeinträchtigte Menschen und all jene, die mit ihnen zu tun haben. Dafür soll auch der Kontakt zu Schulen gesucht werden, äußert Gregor Niedlich zu den Vorstellungen des Autoren-Duos.

Vielleicht begründe sich mit dieser Publikation eine neue und junge Familien-Tradition, sagte Ute Hein zum Hoffest am Wochenende. Vormals in Hönow wohnend, hat sie im Hof in der Klosterstraße eine neue künstlerische Heimat gefunden und sich ebenfalls zum ersten Mal mit ihren Arbeiten zu den Ausstellern gesellt.

Und sie ist keinesfalls die Einzige, die das kulturelle Leben der Stadt um eine weitere Facette bereichern möchte. Ferdinand Niedlich, Johannes und Angela Niedlichs zweiter Sohn, hat in den vergangenen Monaten auf andere Weise dafür gesorgt, dass der Name Niedlich keinesfalls aus dem Gedächtnis der Altlandsberger verschwindet.

Monatlich einmal gibt es „Kino in der Schlosskirche“, eine neue Reihe, die er zusammen mit Hannah Osenberg und Anne Lakeberg nach Altlandsberg geholt hat.

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