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Malerei
Farben, als ob sie Licht wären

Entführerin: Christin Lutze lädt die Zuschauer ein, sich mit ihr in eine ganz andere, surreale Welt zu begeben, in der Treppen einladen, hineinzukommen, in Räume, die im Nichts enden.
Entführerin: Christin Lutze lädt die Zuschauer ein, sich mit ihr in eine ganz andere, surreale Welt zu begeben, in der Treppen einladen, hineinzukommen, in Räume, die im Nichts enden. © Foto: Gerd Markert
Dirk Schaal / 27.09.2018, 21:00 Uhr
Hoppegarten bei Berlin (MOZ) Seit dieser Woche sind in der Hoppegartener Rathaus-Galerie Bilder der Berliner Malerin Christin Lutze zu sehen. Unerwartet farbenfroh erstrahlen die sonst schlicht weißen Wände, die der verwalterischen Korrektheit in Gänze entsprechen. Warme bis ins Rot strahlende Orangetöne, schroff kombiniert mit türkisfarbigen Flächen, die auch mal bis ins Azurblau verlaufen, um sich dann zu vergrünen, sind zu sehen.

Ihr Handwerkszeug hat sie an der Universität der Künste in Berlin erworben, war Meisterschülerin bei Marwab Kassab-Bachi. Stipendien führten sie außerdem nach Venedig und Genf. Mehrere Kunstpreise, Ausstellungen sowie Teilnahmen an Kunstmessen kann die Berlinerin vorweisen. „Farben, als ob sie Licht wären“, so beschreiben Raymund Stolze von der Gruppe machart und Bürgermeister Karsten Knobbe in ihren Worten zur Ausstellungseröffnung, vor vielleicht gerade mal 20 Besuchern, die Werke. Einige Bilder waren anderswo noch nie zu sehen, riechen sogar noch nach frischer Farbe. „Ich mag Eröffnungen nicht“, gibt die eher schüchtern wirkende Christin Lutze im Nachhinein zu. Mit ganz kurzen Worten dankte sie den Besuchern für ihr Kommen und wünschte viel Spaß beim Betrachten ihrer Werke. Doch spricht man die zierliche, 1975 geborene Berlinerin auf ihre Kunst an, scheint sie sich zu verwandeln. Da fangen ihre Augen an, zu funkeln, ihre kräftigen Hände wollen mit erzählen, was sie stimmlich schon fast überschlagend, mit voller Begeisterung über ihre Kunst von sich gibt. Die Erinnerung an ihre Studienreise nach Island, in der fast alle Werke in diesem Jahr entstanden sind, lässt einen ganz anderen Mensch erstrahlen, fast so schillernd wie ihre Bilder. Die Malerei ist ihr Zufluchtsort, in den sie sich aus der Realität zurückzieht. Sichtbar ist es an Treppen, die, perspektivisch falsch, ihren Werken irgendwie einen Eingang in die ganz eigene Welt geben. Die wiederum wirkt surreal, weil ihre Formen sich nicht dem Erwarteten anpassen. Fußbodenmosaike enden im Nichts. Genau an der Stelle, wo eigentlich der dargestellte Raum erst zu beginnen scheint. Die Bilder wirken voller Leben, obwohl sie keinerlei Leben beinhalten. Als ob sie diese Welt nur für sich oder den Betrachter erschaffen hat, den sie diese fantastische Welt allein erkunden lässt. (dl)

Zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses ist die Ausstellung im Foyer noch bis 22. November zu sehen.

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